Keltische Ringperle - kennt jemand vergleichbare Funde

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Habe bei der Begehung einer Latenezeitl. Fundstelle in der nördl. Oberpfalz diese dicke Ringperle aus grünem Glas mit Iris gefunden, dm 3,5cm. Wurde bereits als mittellatenezeitl eingestuft (Prof. Gebhardt). Kennt jemand entsprechende Referenzstücke oder Literatur zu diesem Thema?

Augensucher - Oberpfalz (Gott erhalt`s)

SvenHorn

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  • #2 Akzeptierte Antwort
    Hallo zusammen,
    das Material ist meines Erachtens nach schon massives Glas. Dafür spricht die Lichtdurchlässigkeit in den Randbereichen. Die Arte der irisierenden Korrosion, die zwar auch bei glasierter Keramik vorkommt, spricht ebenfalls für Glas, denn sie zeigt die typischen pockennarbige Struktur, die durch kleine Blasen im Ausgangsmaterial entstanden ist. Typisch für Glas sind auch die Spuren des Formens direkt unterhalb des Loches. Die lichtundurchlässigen Bereiche im Inneren sind wohl massivere Korrosion und Schmutz.
    Um die konkrete Datierung ins Mittellatène zu beurteilen, fehlt mir die Erfahrung auf dem Gebiet.
    Als Vergleich bietet sich vielleicht folgendes Objekt an:
    Die einfache Grundform ist sicherlich auch in anderen Zeiten für unterschiedliche Zwecke genutzt worden. Der Fundort macht dann allerdings eine prähistorische Datierung schon wahrscheinlich. Da würde ich Prof. Gebhardt von der Archäologischen Staatssammlung schon vertrauen.
    Gruß, JöGe
  • bearbeitet 9. Juli #3 Akzeptierte Antwort
    Hallo Theo,

    habe den Ausstellungskatalog der Keltenausstellung Stuttgart durchgesucht, da findet sich nichts vergleichbares.
    Die primär verwendete Glasfarbe war in der Latenezeit Blau und Gelb, (mal etwas heller oder auch dunkler).
    Grün ist mir völlig neu.

    Ich denke am ehesten würde man im Keltenmuseum Manching fündig werden können.(das wäre ja von der Entfernung für dich kein Problem) ;-)

    Bucentaur
  • #4 Akzeptierte Antwort
    Vielleicht findet sich in der kompletten PDF etwas

    (PDF) Glas in der Laténezeit | Stefanie A. Kunz - Academia.edu
    SvenHorn

Antworten

  • BucentaurBucentaur User
    bearbeitet 8. Juli #5
    Hallo,
    mit  wohl (eher-spät-)Mittellalterlich bis Neuzeitlich liegt der Prof. Gebhardt richtig denn es wird sich wohl um einen grün glasierten Wirtel handeln.
    Ist das denn wirklich gesichert das es sich um Glas handelt? Das Foto gibt das jedenfalls nicht her.
    Um das Loch herum sieht man m.E. Abplatzungen der grünen Glasur die ein Grundmaterial Ton erkennen lassen könnten. 
    Die Farbe grün ist eine häufig gewählte Glasur für Wirtel dieser Zeitspanne.




    Bucentaur
    Post edited by Bucentaur on
  • BucentaurBucentaur User
    bearbeitet 9. Juli #6
    Bucentaur schrieb:
    Hallo,
    mit  wohl (eher-spät-)Mittellalterlich bis Neuzeitlich liegt der Prof. Gebhardt richtig denn es wird sich wohl um einen grün glasierten Wirtel handeln.
    Ist das denn wirklich gesichert das es sich um Glas handelt? Das Foto gibt das jedenfalls nicht her.
    Um das Loch herum sieht man m.E. Abplatzungen der grünen Glasur die ein Grundmaterial Ton erkennen lassen könnten. 
    Die Farbe grün ist eine häufig gewählte Glasur für Wirtel dieser Zeitspanne.




    Bucentaur
    sorry Theo, da muss ich mich entschuldigen!
    Ich habe mich total verlesen, Du hast geschrieben: Wurde bereits als mittellatenezeitl eingestuft (Prof. Gebhardt)
    Beim überlesen stolperte ich über mittelalterlich.

    Tut mir Leid das mir dieser Irrtum unterlaufen ist.

    Bucentaur
  • Habe für Interessierte noch zwei Bilder angehängt. Das eine ist eine Durchsichtaufnahme, nachdem ich den Wirtel angefeuchtet habe. Das andere ein Referenzbild von Manchinger Funden (Danke Bucentaur) aus einer Veröffentlichung von Prof. Gebhardt. Hier ist eine nahezu identische Ringperle abgebildet.
    Bucentaur

    Augensucher - Oberpfalz (Gott erhalt`s)

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