In Thüringen wird der Denkmalschutz mit Füßen getreten

Im Zuge des 5G Netzausbaus, wurde in einer kleinen Gemeinde in Westthüringen mit den Bauarbeiten an dem Fundament eines 39m hohen Sendemasts begonnen. Die bereits fast vollständig ausgehobene Baugrube liegt in unmittelbarer Nachbarschaft eines ausgewiesenen Bodendenkmals. Hier befinden sich die Ruine einer Burg aus dem 13. Jh. sowie keltische Ringwallanlagen und Grabhügel aus der Bronzezeit. Das Gebiet um das Bodendenkmal, in dem die derzeitigen Tiefbauarbeiten ausgeführt werden, unterliegt dem Umgebungsschutz. Allerdings wurden hier bisher noch keine fundierten Untersuchungen bzw. Grabungen durchgeführt. Auch scheint der Bauantrag nicht rechtmäßig zu sein, da die obere Denkmalschutzbehörde in Weimar bisher lediglich auf eine Voranfrage des Bauamts geantwortet hat. Erst nach massivem Druck aus der Bevölkerung und nach Anfragen durch die Presse hat die Denkmalschutzbehörde nun eine Begehung des Geländes angekündigt. Die Bauarbeiten laufen unterdessen munter weiter. Damit die Denkmalschutzbehörde ihr Gesicht wahrt, wird  nun eine „Scheingrabung“ erfolgen. Mögliche Befunde wurden aber bereits zerstört und Funde im Aushub abtransportiert. Leider wird das Vorgehen keinerlei Konsequenzen für die Verantwortlichen haben. Mögliche noch unbekannte Bodendenkmäler sind zerstört und der Sendemast wird trotzdem errichtet. Es ist nicht mit Worten zu beschreiben, wie hier mit Kulturerbe in einem Gebiet mit fast 3000 Jahre alter Siedlungsgeschichte umgegangen wird.   


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