Absolut lesenswert!!! "Die Reise unserer Gene" von Johannes Krause, Thomas Trappe

Moinsens,

mal eine kurze Buchempfehlung....



Das Werk ist aus meiner Sicht der Oberhammer.
Mit wirklich viel Fingerspitzengefühl wird in dem Buch die Entwicklung Europas aus genetischer Sicht beschrieben.
Viele Bezüge zu archäologischem Wissen machen das Ganze noch lesenswerter.

Aus meiner Sicht sollte das Buch Bestandteil der Schulliteratur werden.

Gruß
Thomas
 

Kommentare

  • Richtig! Aber man muss auch bei archäogenetischen Anaysen gehörig aufpassen. Oft werden aus nur wenigen alten-Proben allzu generelle Schlüsse gezogen. Auch der Vergleich zu Heute. zb. beim Ötzi wurdne aus über 4000 Proben von heute 19 "Verwandte in Tirol gefunden. Aber auch nach seiner ser seltenen Haplogruppe Ur-Verwandtschaft in Sardinien geortet. Er selber war ja von südlich der Alpen obzw. Gardaseegebiet her. Mag sein, dass seine Ahnen von dort (Sardiniene) her kamen. Aber falls die Römer später etwa seinen Stamm in die Bergwerke nach Sardinien geschickt hätten (?), würde man heute auch hohe DND-Ergebnisse erzielen. Also: Henne und Ei sind immer aktuelle Fragestellungen.

  • Es wird darin eigentlich die alte "Kurgantheorie" voll bestätigt. Wa smir ohnedis sehr plausibel schien.
    Unklar ist mir noch die R1ba1...Linie (Kelten,..), die sich von den Yamnaia aus dem südlichen Wolgagebiet über den Balkan bis nach Iberien ausgebrietet hätte. Im atlantsichen Westen  bis Irland und Schottland hinauf, aber dann die dichteste Konzentration zeigt. Und der Zusammenhang mit der Glockkenbecherkurltur, wo man ja annnahm, dass sich diese später von West (Iberia) bis Ost ausgedehnt hat. Aber Kulturtechnik bedeutet nicht unbedingt auch gleich Ethnie. Oft wandert Kultur auch mit und zwischen Ethnien. So ist genetishc natürlich hochinterssant, dass einer der Stonehenge Erbauer (?), ein Bogenschütze zudem (nach Zahnisotopenbefund) gar aus dem Alpenraum (!!) kam.
    Das zeigt natürlich hohe Mobilität schon in der Bronzezeit...oder gar früher schon...
  • Das Buch ist aber gegenüber dem Internet schon wieder stark rückständig, bzw. schildert diese untere Verteilungen leider nur in minimalsten Ansätzen und ohne Tabellen. Es ist somit mehr für´s normale Volk)).
    Wie vertrauensvoll diese untere Eupedia Seite ist, weiß ich allerdings nicht. Es sieht aber sehr realistisch aus.
    Teilweise wird dadurch historischer "Holler" widerlegt, manche Sicht bestärkt. Klar scheint somit, dass etwa die Langobarden in Oberitalien von den Allemannen und Frühbaiern abstammen, was eh jede r, der nur per Autobahn runter führt sowieso vermutet hatte.
    Wie es sich aber mit dem Alter der Haplo-Verteilungen verhäl- also wann diese wirklich entstanden sind- das ist offenbar noch das Geheimnis. Ob diese R1a Schicht die ältere und alte ist und die RIb dann im Süden dazuströmte? Oder diese beiden realtiv parallell nach Europa über Jahrhunderte einströmten? Nach Krause ging der Transfer anscheinend sehr schnell und rasant, gleich einem Eroberungszug.
    Wieso gibt es aber dann an den "Meeres-Rändern" im Westen die dichteste R1b Konzentrationen? Wurd edie dortige-wohl dunkelhäutige Bevölkerung am höchsten ausgelöscht? Fragen ueber Fragen..Je merh man weiß, desto mehr Fragen stellen sich....

    kurti
  • franky schrieb:
    Das Buch ist aber gegenüber dem Internet schon wieder stark rückständig, bzw. schildert diese untere Verteilungen leider nur in minimalsten Ansätzen und ohne Tabellen. Es ist somit mehr für´s normale Volk)).  ....
    Hi Franky... das ist ja das Schöne an der Wissenschaft ... die Hinterfragbarkeit und das fast tägliche Erneuern der Erkenntnisse und auch, daß es Publikationen gibt, welche die Allgemeinheit ansprechen sollen...   :-)
    Daher schrubte ich ja auch, es sollte zur Schulliteratur werden und nicht Grundlage eines Bio- oder Ethnographiestudiums... B)

    Gruß
    Irminfired
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