Was ist das? Gefunden zwischen gewaschenem Kies aus einer Kiesgrube in Potsdam Mittelmark.

Frage mit Antworten
calle09calle09 User
bearbeitet Dezember 2020 in Funde #1
Post edited by calle09 on

Antworten

  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser

    könnte ein quarzistischer Sandstein sein.

    Bitte sehr - gern geschehen.


    Jürgen

    Ich bin Augensucher.

    Meine Funde werden in den LDAs gemeldet.

  • Ja ,roter Sandstein . 
    Für mich sieht er so aus als ob er von Menschen bearbeitet und benutzt wurde . Die Vertiefungen und die Struktur .!
     Ich kann mir vorstellen das damit durch Reibung Hitze erzeugt wurde  um Feuer zu machen und das es über einen langen Zeitraum genutzt wurde. 
    Ich habe aber noch nie gehört das in unserer Region auf diese weise Feuer entzündet wurde und wie alt ist das Teil , gefunden zwischen gewaschenem Kies aus einer Kiesgrube also mit Geschiebemergel der letzten Eiszeit hier her gekommen .
    Dann noch die Risse im Material ,deuten für mich auf Thermische Belastung hin.
    Also Fragen über Fragen und keine Antworten.


    mfg


  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    bearbeitet Dezember 2020 #4

    die Antwort auf Deine Frage, "Was ist das?" ist: quarzistischer Sandstein

    Wie groß und schwer, kann ich nicht abschätzen.

    Wie alt so ein Stein ist, kannst Du aus dem Link (oben) erfahren, Rotsandstein ist etwa vor 500 Millionen Jahren im Kambrium entstanden.

    Von Menschen bearbeitet ist der nicht, sonst hätte ich das erwähnt.

    Die zwei Mulden ~ könnten fossilen Ursprungs sein, kann man aber nicht sicher erkennen / bestimmen.

    Risse können auf natürliche Weise durch Druck, Hitze und Kälte entstehen, aber auch in der Kiesgrube.

    Gruß

    Jürgen

    PS
    Nur weil bald Weihnachten ist, antworte ich auf Fragen ohne Gruß...

    Richtig ist, dass in unseren Breiten Feuer mittels Pyrit / Markasit und Feuerstein gemacht wurde.
    Allgemeiner Wissensstand heute. Siehe hier:



    Bucentaur

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  • die mulden sind vermutlich durch ständige drehbewegungen härteren gesteins im flußbett entstanden. das kann bis zum völligen durchbohren gehen, dann hat man einen "hühnergott".
  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    bearbeitet Dezember 2020 #6
    Moin,

    apfelauge schrieb:
    die mulden sind vermutlich durch ständige drehbewegungen härteren gesteins im flußbett entstanden. das kann bis zum völligen durchbohren gehen, dann hat man einen "hühnergott".

    eher nicht. Hühnergötter entstehen anders.

    Beim Hühnergott werden weichere Einlagerungen wie Kreide herausgewittert.

    Ich besitze viele Hühnergötter aus Flint - gesehen habe ich schon tausende.

    Gruß

    Jürgen



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  • "hühnergott" bezeichnet einen stein mit einem natürlich entstandenen loch. das kann beim feuerstein durch auswaschen oder beim sandstein durch strömungsrotation härter kiesel auf dem weicheren unterlagestein passieren - danach sieht mir der deinige aus. ich hoffe ich sammle hier keine trollpunkte ..
  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    Moin,

    Trollpunkte bekommst nicht :)

    Aber nur einen Punkt für:
    apfelauge schrieb:
    "hühnergott" bezeichnet einen stein mit einem natürlich entstandenen loch. das kann beim feuerstein durch auswaschen oder beim sandstein durch strömungsrotation härter kiesel auf dem weicheren unterlagestein passieren - danach sieht mir der deinige aus. ich hoffe ich sammle hier keine trollpunkte ..

    Der Rest ist m. E. nicht zutreffend.

    Natürlich kann es mal (!) passieren, dass so ein Kiesel tatsächlich ein Loch entstehne lässt, das ist aber nicht der Vorgang bei den Hühnergöttern.

    Da ich mitt 111y doch noch gerne dazulernen möchte, bin ich für entsprechende Quellen dankbar.

    Gruß

    Jürgen

    PS ich hoffe das wird nun nicht mit "Altersstarrsinn" abgetan B)

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  • ""hühnergott" bezeichnet einen stein mit einem natürlich entstandenen loch" ist ein wikipedia-zitat, vielleicht hätte ich mir aber die klugscheisserei in bezug auf den sandstein doch ersparen sollen, hat ja (noch) keine löcher. sandsteine mit schön eingemahlenen kieseln habe ich schon gesehen - der nächste der mir begegnet wird nachgereicht ..
    schöne weihnachten
  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    Moin apfelauge,

    Deine Einlassung sehe ich nicht als Klugscheißerei an.

    Wenn jemand eine Meinung hat, so darf er sie vertreten - das ist legitim.
    Wer glaubt, etwas zu wissen, darf das kundtun - das ist legitim.

    Seinem Gegenüber sollte man den gleichen Anspruch einräumen.

    Jetzt noch einmal ganz sachlich / fachlich.

    Deinem Wikipedia-Zitat: "Als Hühnergott (altdeutsch Hascherlit) wird in Deutschland volkstümlich ein Stein mit einem natürlich entstandenen Loch bezeichnet.".

    Dem hast Du hinzugefügt, dass - Zitat apfelauge: "beim sandstein durch strömungsrotation härter kiesel auf dem weicheren unterlagestein" - Zitat Ende, ein Loch entstehen kann.

    Meine Frage war, hast Du so etwas gesehen / gelesen (Bilder / Publikationen) oder ist es eine Annahme von Dir?

    Löcher in Sandstein werden in der Regel (nur) durch weiches Wasser ausgespült (Steter Tropfen höhlt den Stein) nicht durch harte Kiesel - und eben durch das Ausspülen von weicherm Gestein durch Wasser verbleiben Löcher in dem härteren Gestein.


    Gruß

    Jürgen

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  • ja, habe ich gesehen, öfter. gelegentlich gibt es ganze nester härterer kiesel in weicheren gesteinen, die rotieren dann strömungsgetrieben wie ein kleines mahlwerk (das dabei ein loch entsteht ist sicher die ausnahme - vergessen wir den 'hühnergott'). es ging ja darum wie die spuren in den oben abgebildeten sandstein kommen, und die scheinen mir typisch für flußkiesel. nein, habe ich nie fotografiert, kann ich nicht beweisen. wird bei guter gelegenheit gerne nachgereicht.
  • Hallo an alle, als Kind habe ich auf Urlaubsreisen mit den Eltern in Südtirol die Gletschermühlen bewundern dürfen, wo im abschmelzenden Gletscher härtere Steine das Eis und das darunter liegende Gestein zu kleinen und größeren Mulden und Trichtern geschliffen hatten. Und in manchen Bergbächen konnte man ähnliches beobachten, wenn Fließwasser einen kleineren Stein in einer Mulde am Bachrand zum Rotieren brachte.
    Damit lassen sich die Löcher in dem gezeigten Stein aber sicher nicht erklären. Auch ich tippe auf herausgewaschene Einschlüsse organischen oder anderen Materials. Weil aber diese zwei "Augen" ein wenig menschlich anmuten, ist man geneigt, eine absichtsvolle Bearbeitung anzunehmen. (Pareidolie, das Wort habe ich hier im Forum gelernt!)
    Bei meinen früheren Feldbegehungen habe ich häufiger solche Steine gesehen.
    StoneMan
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