Archäologisches Fundstück in Waldweg gefunden?

Frage mit Antworten
spckspck User
bearbeitet 8. September in Funde #1
Hallo,

ich habe gestern beim Joggen im Wald/Waldgrenze im Großraum Siegerland eine Entdeckung gemacht. Es handelt sich um metallisch glänzende im Weg eingeschlossene Teile, von denen ein Bereich aus dem Weg heraus in die Oberfläche ragt. Ich habe keine Ahnung, um was es sich handelt und ob es wertvoll für die Archäologie sein könnte. Bevor ich es den Behörden melde, wollte ich um eine Einschätzung bitten, ob das überhaupt Sinn macht.
Vermessen konnte ich die Dinger leider nicht.

Bei dem ersten handelt es sich um ein Teil der Länge von etwa 25 bis 40 cm, bei einer Breite von geschätzen 6 cm. Das zweite Foto zeigt ein Teil in der Form eines Flusssteins von etwa 3 bis 8 cm im Durchmesser. Dieser Fund liegt ca. 1,5m vom ersten entfernt. Ausgegraben habe ich natürlich nichts. 
Die Region ist geprägt von Eisenverarbeitung mit Funden aus der Keltenzeit bis ins Mittelalter. Auch heute ist die stahlverarbeitende Industrie noch sehr präsent. 

Vielen Dank für eure Einschätzungen.

p.s.: Welche Form von Anerkennung kann man beim Melden eines Funds in NRW erwarten? Meine Internetrecherche war recht ernüchternd, aber auch uneindeutig. Kann man eine Danksagung in wissenschaftlichen Veröffentlichungen erlangen? Ggf. einen (relevanten) monetären Ausgleich? Das gehört zwar nicht hier rein, aber ich finde die Regelungen hierzulande grenzwertig, man sollte meinen, dass Finder eines Teils des kulturellen Erbes mehr gewertschätzt werden. Kein Wunder, dass der Schwarzmarkt blüht.
Post edited by spck on

Antworten

  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    bearbeitet 8. September #2
    Moin,

    findest Du denn die Dinger wieder?

    Denn für eine Fundmeldung im Amt benötigst Du die genauen Koordinaten und die Größe der Objekte.

    Für eine erste Größeneinschätzung legt man eine Münze zum Objekt oder fotografiert
    den Schuh komplett mit.

    Auf vielen Wegen in NRW finde ich ähnliche Metallpellets ähnlich dem wie Teil 2, i.d.R. allerdings
    nur von 0,5 bis 7,0 cm. Meist sind es Pellets aber auch flache Formen wie beim Bleigießen.

    Es wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Abfallprudukte (~ Schlacke) in der Metallverarbeitung handeln.

    Einige meiner Pellets bestehen aus einer unmagnetischen, Eisen-Chrom-Nickel-Molybdän-Legierung mit Spuren von Mangan, Silizium und Kupfer.


    Gruß

    Jürgen

    PS Diese metallischen Dinger brauchst Du nicht melden. Die kommen mit dem Schotter aus der Verhüttungsschlacke auf die Wege.
    Wenn Du mehr wissen möchtest, such mal ein paar kleinere Teile und ermittle die Dichte.

    Hier ein paar meiner Pellets, in den Jahren sind es > 1,5 kg geworden

    Post edited by StoneMan on
    spckkurti

    Ich bin Augensucher.

    Meine Funde werden in den LDAs gemeldet.

  • Auf vielen Wegen in NRW finde ich ähnliche Metallpellets ähnlich dem wie Teil 2, i.d.R. allerdings
    nur von 0,5 bis 7,0 cm. Meist sind es Pellets aber auch flache Formen wie beim Bleigießen.

    Es wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Abfallprudukte (~ Schlacke) in der Metallverarbeitung handeln.

    Einige meiner Pellets bestehen aus einer unmagnetischen, Eisen-Chrom-Nickel-Molybdän-Legierung mit Spuren von Mangan, Silizium und Kupfer.

    Gruß
    Jürgen
    Hallo Jürgen, 
    dazu habe ich eine Frage: Kann es sein, dass solche Schlackestücke z. T. "steinbraun" aussehen?

    Ich habe auch einige Stücke, bei denen ich mich bis heute frage, ob das nun Metall oder Stein ist. Sie glänzen metallisch, haben Rundungen wie gegossen und sind sehr schwer, fühlen sich aber eigentlich nicht wie Metall an und Magnete haben keine Wirkung.

    Viele Grüße  
    Nadine
  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    bearbeitet 9. September #4
    Moin Nadine,

    wie so oft - "Steine" und andere "UFOs" kann man per Foto kaum bestimmen; und ebenfalls
    wie so oft -  "sehr schwer" ist eine ziemlich ungenaue Gewichtsangabe ;)

    Farbe kann durch jegliches Lagerungsmilieu sehr unterschiedlich sein.

    Wenn das Objekt auf Deine Magnete keine Wirkung hat, so kann man Metall deswegen nicht ausschließen.
    Entweder ist der Magnet schwach und der magnetische Eisenanteil ist sehr gering
    oder es ist eine unmagnetische Metall-Legierung.

    Für die Magnetprüfung eignen sich Magnetwürfel aus "Neodym" in 5 x 5 x 5 mm bleiben die
    selbst bei den geringsten Mengen Eisen haften.
    Das empfehle ich jedem, der eine Magnetprüfung vornehmen möchte.


    Desweiteren kannst Du die Dichte ermitteln wenn Du eine Feinwaage / Briefwaage besitzt.
    Bei kleinen Teilen empfiehlt sich eine Waage mit einer Genauigkeit d = 0,01 g (Beispiel < 15 €).
    Es ist sehr einfach - kann ich sogar :D >>> Hier ist eine Anleitung dazu.

    Auch interessant > Klick <

    Gruß

    Jürgen
    AnnelindeNadhu

    Ich bin Augensucher.

    Meine Funde werden in den LDAs gemeldet.

  • Danke, das mit der Dichtemessung werde ich mal mit meiner (Nichtfein-)Waage ausprobieren. Und mein Sohn hat irgendwo einen Supermagneten, vielleicht tut der es ja. Spannend. :)

    Viele Grüße 
    Nadine
Anmelden oder Registrieren, um zu kommentieren.