Geschmiedeter Nagel (Baugrubenfund)

GerryGerry User
bearbeitet 12. March in Funde #1
Guten Tag allerseits,

ich bin Architekt und habe von einem Baggerfahrer, der unsere Baugrube erstellte folgenden Nagel erhalten.
Eigentlich wäre das Ding in den Müll gelandet, aber ich war dann doch neugierig und wollte eine Allgemeine Meinung einholen.

Könnt ihr mir etwas zu diesem Fund sagen?


Fundort: Darmstadt Mitte/Luisenplatz

Beste Grüße

Gerry

Kommentare

  • SzkutnikSzkutnik HamburgUser
    Hallo Gerry

    Herzlich willkommen bei uns.

    Aufgrund der Größe und Form gehe ich eher von einem Spaltkeil oder Meißel aus.
    Dafür würde auch die starken Verdichtungsspuren am Kopfende hindeuten. 
    Ob er zum Holz oder Steinspalten verwendet wurde lässt sich im unrestaurierten Zustand schwer sagen.
    Könnte auch sein, daß es ein Werkzeug von einem Schmied war.

    Würde auf jeden Fall diesen Fund beim Denkmalamt melden.
    Und uns natürlich von der archäologischen Untersuchung berichten.

    Grüße aus Hamburg

    Chris
  • Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass mein Arbeitgeber durch die von der Stadt organisierten Baustelle ein Problem bekommen könnte.

    Der Baggerfahrer hätte uns diesen Fund melden müssen und wir dem Denkmalamt.
    Damit wäre ein Baustop entstanden, der für uns ein wirtschaftliches Problem dargestellt hätte.

    Kann es bei einer Meldung beim Denkmalamt nachträglich zu Konsequenzen für die Firma und letzten Endes für mich kommen?

    Grüße

    Gerry
  • SzkutnikSzkutnik HamburgUser
    @Gerry

    Da ich selbst im Tiefbau tätig bin, weiß ich daß im Innenstadtbereich man für eine Baugenehmigung eine Freigabe auch vom Denkmalamt und vom Kampfmittelräumdienst brauch.
    Ich kenne die Mentalität auf dem Bau: Schmeiß das bloß weg sonst haben wir nen Baustop durch die Behörde.
    Leider verschwinden so zahlreiche Artefakte der Vergangenheit die einen geschichtshistorischen Wert hätten.

    Es wird bestimmt jemanden hier im Forum näheres dazu sagen können, wie sich Folgen auswirken können für Baggerfahrer und Firma.
    Und ob es dafür bei einem vorläufigen Baustop Ausfallsgeld gibt.
    Im Regelfall wird die weitere Ausschachtung von Archeologen begleitet oder Notgrabungen gemacht, die den weiteren Baubetrieb nicht behindern.

    Gruß 

    Chris


  • Hi Chris,

    die Baugrube ist längst bebaut worden.

    Hintergrund der Baugrube:

    Ich habe den verantwortlichen Bauleiter für diesen Bereich gefragt.
    Es gab wohl eine Freigabe vom Denkmalamt und vom Kampfmittelräumdienst.

    Diese Baugrube wurde in den 60ern mit Schutt und Müll der damaligen Baugrube zugestopft und vergraben.
    Wir haben quasi eine Baugrube ausgehoben und nur Sand, Schutt und Müll gefunden.

    Dieses Teil könnte aber bei der ersten Baugrube in den 60ern übersehen, oder ausgehoben worden sein.

    Ich werde es mal abgeben.

    Danke :)
    RandomHHSzkutnik
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