Alter Axtkopf

LuckLuck User
bearbeitet 23. January in Funde #1
Hallo liebe Archäologiecommunity,

ich bin neu hier und hoffe, dass ich mit meiner Anfrage alles richtig mache. Ich habe vor Jahren auf einem Flohmarkt einen alten Axtkopf erstanden und möchte herausfinden, um was es sich dabei genau handelt. Er stammt aus einem Nachlass, leider konnte mir das ältere Ehepaar, von dem ich ihn damals gekauft habe, nicht viel mehr sagen. 

Der Axtkopf scheint aus Bronze, Messing oder Kupfer zu sein. Er wiegt 1056 Gramm und misst 16,5 cm von Blatt bis Schaft. Das Axblatt ist 14 cm hoch und etwa 1cm stark. Am Schaft ist sie 4 cm dick und hat ein Schaftloch.
3.9M

Ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen.







Hat von euch jemand eine Idee, um was es sich dabei handeln könnte bzw. ob es sich dabei überhaupt um eine Antiquität handelt?

Schon einmal vielen Dank im Voraus für eure Mühe.

Liebe Grüße

Lukas



Getaggt:

Kommentare

  • Jetzt habe ich genialerweise im falschen Forum gepostet, lässt sich das noch ändern?

    Entschuldigt!
  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    Moin,

    für die Kenner von Äxten ist es hilfreich, dass sie das Axtloch (Auge) sehen, ob es rund, oval oder eckig ist.

    Wenn Du einen Magneten dran hälst, bist Du sicher, ob es Eisen (Magnet zieht an) oder Buntmetall ist.

    Leider bin ich kein Axt-Kenner.

    Gruß

    Jürgen

    Ich bin Augensucher.

    Meine Funde werden in den LDAs gemeldet.

  • Moin Lukas und willkommen...

    Wie Jürgen schon schrieb, wären Bilder der Schmalseiten und des Nackens hilfreich...
    Vom Anblick her würde ich ja auf Bronze/ Messing tippen...
    Ein bronzezeitliches Stück möchte ich wegen der Form eigentlich ausschließen.
    In späteren Zeiten waren Eisen oder Stahl wegen der höheren Festigkeit und Schnitthaltigkeit das bevorzugte Material.
    Ich würde fast zu einer Schmuckaxt tendieren...
    Aus welcher Ecke stammt denn der Nachlaß, oder war der Flohmarkt?

    Gruß
    Irminfried
  • Hallo ihr Beiden,

    vielen Dank für die prompte Hilfe, ich hab noch ein paar andere Bilder gemacht, vielleicht erkennt man es so besser. Das Metall ist in jedem Fall nicht magnetisch.
    Gekauft habe ich den Kopf in Norddeutschland, ich meine im Raum Eutin.

    Liebe Grüße



  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    Moin,

    das Loch scheint nicht durchgehend zu sein?
    Jedes Detail ist wichtig!

    Demnach könnte es zu einem Gehstock gehören. Erklärt auch den abgegriffenen Habitus.

    Gruß

    Jürgen

    Ich bin Augensucher.

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  • RandomHHRandomHH User
    bearbeitet 23. January #7
    Was mich an dem Teil stutzig macht, sind diese dekorativen "Knubbel". Ich habe noch kein von Korrosionsvorgängen gezeichnetes Metallobjekt gesehen, das eine solche Oberfläche aufweist. Und: Das Loch für den Stiel ist glatt und "unbeschädigt".

    Deshalb: Ich halte das für ein Kunst-Objekt, gegossen in genau dieser Form und künstlerisch patiniert. Vielleicht ehemals zugehörig zu einer Figur?

    Für den Griff eines Gehstockes ist das aber zu unergonomisch. ;-)
    IrminfriedSvenHorn
  • LuckLuck User
    bearbeitet 24. January #8
    Hallo Jürgen, Hallo Random HH,

    vielen Dank für eure Hilfe! Das Schaftloch ist durchgehend, das sieht man auf den Bildern leider nicht so gut.

    Dass der Axtkopf gegossen ist glaube ich auch. Auf dem mittleren der neueren Bilder erkennt man auch noch eine Gussnaht kurz hinter dem Schaftloch. Aber der Bronzeguss ist eine recht alte Technik, wenn ich mich recht erinnere.  Ich glaube auch nicht, dass das Ding aus der Antike stammt, mich hat das Beil von der Form her eher an eine Wikingeraxt erinnert (Petersen Typ B oder D). Wenn er von einer Figur stammt, müsste das wegen der Größe des Axtkopfes eine recht große gewesen sein.

    Ich glaube auch nicht, dass es ein Gehstock ist, dagegen spricht in meinen Augen auch das Gewicht. Einen Gehstockknauf mit über einem Kilo habe ich noch nicht gesehen.

    Liebe Grüße

    Lukas
  • Guten Morgen,

    die Form der Schneide errinnert auch an slawische Äxte... würde ja nach Eutin passen...
    Aber die Schulter paßt m.E. weder zu wikingischen noch zu slawischen Äxten. Auch die Herstellung aus einer Kupferlegierung ist mir für diese Zeitstellung nicht geläufig.
    Die Gußoberfläche sieht so aus, als sollte sie von Anfang an korrodiert wirken. Hat ja Random auch so geschrieben.
    Gehe dabei auch von einer neuzeitlichen Replik aus....

    Gruß
    Irminfried

  • Hallo Irminfried,

    wenn das eine neuzeitliche Replik ist stört mich das überhaupt nicht, weil ich sie trotzdem dekorativ finde und damals glaube ich fünfundzwanzig Euro dafür bezahlt habe. Mich würde interessieren, ob jemand weiß, ob hier ein "echtes Stück" repliziert wurde oder, ob es sich um ein reines Fantasieproduk handelt.

    Nochmal vielen Dank für die Hilfe, da bin ich schon ein Stück weiter.

    Beste Grüße

    Lukas


    Irminfried
  • Hallo Lukas,

    bin kein Axtspezialist, aber wie gesagt, die Schulter paßt m.E. nicht zur Schneide.
    Da hat mglw. jemand quasi zwei Welten verbunden... ;-)

    Gruß
    Irminfried
  • RandomHHRandomHH User
    bearbeitet 24. January #12
    Seit Anfang des letzten Jahrhunderts ist bei Skulpturen ein „roher“ Stil modern. Der bekannteste Künstler ist wohl Giacometti. Im Anhang Skulpturen von ihm (die erste) und anderen Vertretern mit ähnlichem Stil.

    Ich finde, dein Objekt kommt dem sehr nahe. Von wem, wann und wofür geschaffen? Keine Ahnung. Aber vielleicht wirst du ja fündig, wenn du Künstler aus der Gegend recherchierst.

    Sieh das Stück nicht als Replik eines historischen Teils, sondern als die "Idee einer Axt". ;-)
    Post edited by RandomHH on
    roh.jpg 421.8K
    Irminfried
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