Archäologisches Artefakt?

Frage mit akzeptierter Antwort

Ein freundliches Hallo in die Runde,

beim Entrümpeln bei meinem Bruder stach mir ein Gegenstand aus Stein ins Auge, der nach meinem Dafürhalten künstlichen Ursprungs ist.

Er ist von Spitze zu Spitze knapp über 16 cm lang und an der breitesten Stelle ca. 3,2 cm breit (läuft von dort spitz zu).

Auf meine Nachfrage hin, meinte er, dass er den Gegenstand vor ungefähr 30 Jahren beim Wandern in den Bergen, in der Umgebung von Siegsdorf, Oberbayern, an der Oberfläche gefunden habe.

Mich erinnert das Objekt an ein Werkzeug, das im Töpferhandwerk zum Einsatz kommt. Es gibt Modellierwerkzeuge, die sehen heute noch genau so aus, werden und wurden aber aus Holz gefertigt. Ein Töpfer, dem ich den Gegenstand zeigte, bestätigte mir dies.

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so einen Gegenstand aus Stein (im Museum) gesehen zu haben.

Auffällig sind noch zwei eingravierte, gegenüberliegende Rillen, bei der Aufsicht von oben erkennbar (Bilder 3 und 4).

Ist Euch schon mal so etwas untergekommen?

Lohnt es sich, das Objekt einem Experten vorzulegen?

Wenn ja, an wen muss ich mich wenden? Der Gegenstand stammt ja wohl aus dem Alpenvorland, ich selbst wohne in Regensburg. Welche Behörde wäre/ist zuständig?

Grüße

Thomson


Beste Antwort

  • #2 Akzeptierte Antwort
    Hi Irminfried,
    ich hatte erst einmal angefragt, wegen des Links. Dann schiebe ich ihn hier noch rein:
    Ich meinte, das zweite Werkzeug von unten.

    Die Beispiele von Jürgen hatte ich mir schon angeschaut. Sind schon verblüffend. Was sie aber meines Erachtens, zumindest die länglichen natürlichen Teile, etwas von meinem Stein unterscheidet, ist, dass mein Stein auf beiden Seiten bearbeitet wirkt, nicht nur auf einer Seite.

    Aber warum sollte es ein steinernes Töpfermodellierwerkzeug geben, wenn die hölzernen viel schneller angefertigt werden können und genauso ihren Dienst versehen?
    Wenn, dann ja wohl nur als kultisches Objekt. Und davon habe ich noch nichts gehört.

    Dann bleibt es wohl bei einer Laune der Natur.

    Danke noch mal und Grüße

    Thomson

Antworten

  • Hallo Thomson,

    die anscheinend gravierten Rillen basieren m.E. auf einer Schichtgrenze im Sediment, aus dem das gute Stück besteht. Ist im Bild 1 gut als auslaufende helle Fläche zu sehen.
    Ich kann auf der Oberfläche keine Bearbeitungsspuren sehen.
    Aus der Ferne würde ich sagen, daß es sich um eine Laune der Natur handelt.
    Mal sehen was Jörgen dazu sagt. Er ist eher der Steinexperte.

    gruß
    Irminfried

    StoneMan
  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser
    IrminfriedReflector72

    Ich bin Augensucher.

    Meine Funde werden in den LDAs gemeldet.

  • Danke für die Einschätzung. Mh, schade, dafür darf ich den Gegenstand aber ja wenigstens behalten.
    Was mich im Vorfeld ein wenig irritierte, war der Fundort (an der Oberfläche), und dass ich bisher noch nichts von einem steinernen Töpferwerkzeug gehört hatte.
    Da hat mir wohl die Phantasie einen Streich gespielt (hab selber mal getöpfert).
    Ich würde, wenn es erlaubt ist, trotzdem aber noch einen Link hier reinstellen, um zu zeigen, wie ähnlich der Stein dem Modellier-Holztool ist. Der Link führt aber zu einer kommerziellen Seite.
    Die beiden entgegengesetzten Enden des Steins wirken, wenn man mit den Fingern darüberstreicht, auch so, als seien sie poliert worden. Sind beide auch richtig "schneidig".
    Ginge das mit dem Link?

    Grüße
    Thomson
  • Hallo Thomson,

    Der Link ist nicht da, macht aber nichts. Ich kenne diese Art Spatel... habe damit auch schon herumhantiert.
    Ja, die Form ist frappierend ähnlich, aber wie gesagt, ich kann keine Bearbeitungsspuren sehen.
    Schau Dir mal die Beispiele von Jürgen an, die zeigen, was die Natur alles so hervorbringt.

    Gruß
    Irminfried

  • Hier nochmal ein schönes Beispiel eines "Steinbeiles", das ich vor zwanzig Jahren an der bretonischen Küste unter anderem Geröll gefunden habe...  B)
    Mutter Natur hat auf die schöne Form geachtet, aber nicht auf die Funktionalität. Die Altvorderen hätten diesen Stein u.a. wegen der Quarzgänge nie verwendet, weil dies Sollbruchstellen sind....

    StoneManReflector72
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