Was steht da geschrieben

Frage mit Antworten
Hallo Leute,
bei der Renovierung unseres alten Fachwerkhauses von 1620 im Schwabenland haben wir diesen Ziegel gefunden.
Er ist Teil eines locker verlegten Bodens im Dach, ich kenne den Begriff Fruchtbodenkachel.
Die zweite Zeile ist einigermaßen leserlich : " Anno 1684 " .
Bei der oberen Zeile habe ich viel gerätselt und bin zu keinem Ergebnis gekommen.
Bei dem Foto habe ich versucht, mit dem Lichteinfall und Kontrast möglichst viel darzustellen.
Wäre sehr dankbar für Ideen zu dem Text




Antworten

  • Das scheint eine Handschrift zu sein so wie in alten Kirchenbüchern. Mein erster spontaner Leseversuch wäre "J[ohann]. Gschwend"- aber ich kann da auch völlig danebenliegen.
  • Danke für die Anregung ! :)
    Ich sehe auch die Möglichkeit für einen Namen,
    wobei die ersten Leseversuche eher die Buchstaben
    Z_ _ gl _ _ _un_ _
    ergaben, für mich also eher ein Beruf oder Gewerk mit Anfang " Ziegl...." in den Sinn kam.
  • Ein Feierabendziegel ( Bild ) war schon dabei, hab ich jetzt woanders eingebaut.
    Ich hoffe bei dem Text eher etwas Spezielles zu entdecken, evtl. Name des Hausbesitzers oder Handwerkers, ein besonderes Ereignis, Jubiläum, christl. Fest, Jahreszeit.....
  • hnshns User
    bearbeitet 23. November #6
    Hier findet man eine Schrifttafel für alte Handschriften: https://www.archion.de/de/familienforschung/deutsche-schrift/schrifttafel/  oder auch https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kurrentschrift .
    Wobei es sehr individuelle Unterschiede gibt, vor allem wie groß und in welche Richtung die Schwünge ausgefallen sind...
    Diese Schrift hat nur teilweise etwas mit der lateinischen oder unserer moderen gemeinsam. Man neigt beispielsweise leicht dazu "e" als modernes "n" zu deuten, "c" als "i" ohne Punkt, "B" verwechselt man mit "L" und seltsam und unlesbar mutet das "d" oder "D" oder "S" an usw.
    Der erste Buchstabe ist daher wohl kein Z und das "J" paßt ziemlich gut (untere Schleife etwas verkleinert und nach links hochgezogen). Aber das "Rundbogentor" über der "1" der Jahreszahl könnte auch ein sz (zweites rechts unten) oder st (letzes rechts unten) sein. Der letzte ist ziemlich sicher ein "d".
    Ich denke da sollte jemand mit noch mehr Erfahrung in alten Handschriften draufschauen. Vielleicht der Stadtarchivar?
    Noch ein Gedanke zu meinem Vorschlag mit "Gschwend" (sofern das richtig gelesen ist). Diesen Namen gibt es sehr häufig im Oberallgäu aber auch im Schwäbischen, könnte also der Name der Ziegelei sein: https://www.ancestry.de/learn/learningcenters/namedist.aspx?name=gschwend
  • IngoIngo User
    bearbeitet 23. November #7
    Danke, hans, für deinen Beitrag!
    aber....ohh...ist das schwierig...ich hatte mir auch schon das Kurrent-Alphabet heruntergeladen, das sieht wieder anders aus als das bei wiki . Guter Tipp mit der Familienforschung-Seite, da ist eine Kirchenbuchseite vom gleichen Jahr 1684 abgebildet. Die Buchstaben sehen aber zum Teil heftig anders aus, z.B  das " A ". Da hat wohl jeder regional seinen eigenen Schreibstil kreiert....
    Der Gang zum Stadtarchiv wird wohl das Beste sein...
  • kurtikurti User
    bearbeitet 24. November #8
    ;Ingo

    Die von ;hns vorgeschlagene Kurrentschrift ist sicher der richtige Ansatz. Schillers Brief (Wikipedia) kann man ja noch gut lesen, aber leider waren die Handwerker im Schreiben nicht immer so geübt wie der gute Schiller !   :D 

    Ich denke auch, wie ;hns , dass Du vor Ort eher das Rätsel lösen kannst.

    Da wären erst mal Chroniken mit Namensregister bei der Gemeinde und dem Pfarramt. Wenn man erst mal Namen hat die in Frage kämen, dann ist das schon eine große Hilfe beim Entziffern.

    Auf nachfolgendem Bild kommt man auch nur drauf, dass der Vorname "Ludwig" heißt, wenn man den Namen erst mal als in Frage kommende Möglichkeit annimmt.

    Weiter kämen noch in Frage ein Ziegelmuseum, Heimatmuseum und Freilichtmuseum für alte Bauernhäuser.
    Beim Landesamt für Denkmalschutz gibt es sicher auch entsprechende Fachleute.

    Ich würde z.Bsp. lesen oder besser vermuten:
    I (J) _  g     =  "Ing" als Vornamenskürzel. Du heißt ja ähnlich !  :)

    Ing
    Yngvi
    und weiter ein   " N(?) _ un (r) od"  =  ein geratenes "Ne(i) urod" als Familienname.  B)

    Falls Du bei einer der Institutionen Erfolg hast und was entziffert wird, dann melde Dich bitte, denn das interessiert hier bestimmt ! 

    Gruß
    Kurti

    Post edited by kurti on
  • Hallo Kurti,

    danke für die Hinweise und Denkanstöße und Mutmacher :)
    Manchmal kommt wohl man mit eigener Tüftelei und Ehrgeiz (sag ich jetzt von mir! ) nicht zum Ziel.

    Bin mal mit einer für mich nicht einordbaren alten Münze aus dem Hauskeller (Konstanzer Schilling) ins Landesmuseum Stgt. marschiert und habe vom zuständigen Fachmann eine sehr freundliche Beratung bekommen.

    In diesem Sinne: ich meld mich wieder bei Ergebnissen!

    Gruß Ingo




    kurti
  • Oder sowie :Datum-2o zgst.August Anno 1684

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