Steinfund

Frage mit Antworten
Hallo zusammen, ich habe vor längerer Zeit - wie vor vielen Jahen bei uns üblich - einem Landwirt geholfen Steine vom Feld zu lesen. Da wir viele Fossilien hier haben, war die "Arbeit" gleich mit einen Nutzen verbunden. Dabei fand ich diesen Stein mit einer Aushöhlung. Ich vermute dabei nicht, dass es sich um einen relevanten Fund handelt - aber evtl. könnte mir jemand erklären, wie das so ein Loch reinkommt. Die Erklärung meiner Tochter, dass da die Nuss vom Tier aus IceAge drin war stellt mich nur bedingt zufrieden. Vielen Dank schon mal im Voraus !

Antworten

  • SvenHornSvenHorn LeipzigUser
    Hallo Monk,

    das sieht auf den ersten Blick schon mal interessant aus. Das Bild ist aber nicht besonders gut. Zudem brauchen wir mehr Informationen. 
    Angaben zur Fundregion sind immer wichtig, zudem solltest du versuchen herauszubekommen, welches Gestein das ist. Eine seitliche Aufnahme wäre auch hilfreich, damit wir sehen, ob es sich um ein Geröll handelt und wie tief das Loch ist. Ist das Loch glatt geschliffen und sieht man Riefen?
    Ich könnte jetzt nur spekulieren, dass es sich um eine Geröllkeule handelt, bei der die Bohrung nicht vollendet wurde. Möglich wäre auch ein Widerlagerstein, der bei Bogenbohrverfahren verwendet wurde. Dann sollte das Loch innen ganz glatt poliert sein. Er wurde auf einen Bohrstab gedrückt um Bohrungen in beispielsweise Steinäxte durchzuführen.
    Das Loch wirkt aber nicht so richtig rund, oder täuscht das? Dann wäre es wohl doch natürlich entstanden.
    Also: bitte mehr und bessere Bilder und Infos!

    Viele Grüße

    P.S. Das Lineal als Hilfsmittel ist gut gewählt, sieht man doch, die Größe könnte für die von mir gemutmaßten Artefakte hinkommen!
  • Vielen Dank für die Ideen und Anregungen. Zum Ort: nördliches Oberfranken - dort ist üblicherweise Muschelkalk vorhanden (daher auch die vielen Versteinerungen die man finden kann). 

    Der Stein hat eine dickere Seite (3 cm) und verengt sich auf der andere Seite auf 2 cm (also Keilförmig)

    Die Lochtiefe beträgt ca.1,5 cm, das Loch selber dabei 3 cm und 3,5 cm (also nicht rund, eher ein Ei).

    Dabei ist dies ziemlich glatt - kann man denke ich gut sehen wenn man das Bild in voller Größe ansieht.

    Gewicht: 202 gr. laut Küchenwaage

    Bei der Materialart tu ich mir leider schwer - zumindest bröselt es nicht und ist fest, könnte aber eine Art Sandstein sein ?

    Oben:



    Unterseite (mit einem zweiten kleinerem "Loch") - zudem eine längere Einkerbung die vermutlich durch einen Pflug entstanden sein könnte - war ja ein Feld:





    Seiten (1x Rundum):













  • SvenHornSvenHorn LeipzigUser
    Hallo Monk,

    danke für die neuen Informationen und die sehr guten Bilder. Ich tue mich allerdings weiter schwer mit der Ansprache des Steins.
    Die glatte Innenfläche des großen Lochs spräche eventuell für die Verwendung als Widerlager. Dagegen spricht nun wieder die ovale Form. 
    Das Loch auf der anderen Seite scheint nun aber natürlich entstanden zu sein, wie auch immer.? 
    Auf einigen Außenflächen meine ich Schlifffacetten zu erkennen, das könnte wieder auf ein Artefakt hinweisen.
    Um welches Gestein es sich handelt, kann ich trotz der guten Bilder auch nicht sagen, eine Art Sandstein-Quarzit wäre schon möglich. Wenn bei euch aber nur? Muschelkalk vorkommt, wird der Stein wohl vom Menschen da hingebracht worden sein. Ein eiszeitliches Geschiebe können wir in der Gegend wohl ausschließen. Ist es eventuell durch einen Fluss auf den Acker gekommen, liegt der eher im Tal oder auf einer Anhöhe? 
    Ich denke der Stein ist es durchaus Wert, einem Archäologen vorgelegt zu werden. 

    Viele Grüße und viel Erfolg!
    Irminfried
  • SvenHornSvenHorn LeipzigUser
    bearbeitet 9. September #5
    Hallo Monk,

    gibt es denn neue Erkenntnisse zu deinem Fund?

    Wie es der Zufall so will, habe ich nun ein Fragment einer Scheibenkeule gefunden. Auch dieses besteht aus einem leicht rötlichen Quarzit, kommt auf den Bildern aber nicht so rüber. 
    Im Unterschied zu deinem Stück ging die Bohrung hier aber durch und verjüngte sich zur Mitte hin. Allerdings nicht sanduhrförmig wie bei gepickten Löchern sondern nur leicht verengt, von ca. 16 mm in der Mitte auf bis zu 20 mm außen. Das spricht eher für die im Neolithikum übliche Hohlbohrung. Einen Beleg für diese fand ich im letzten Jahr nur wenige Meter entfernt.

    Viele Grüße

    (auf dem 2. Bild habe ich mal versucht, aus diesem Fragment eines Scheibenkeulenkopfes die Form des selben zu rekonstruieren. Er war ca. 10-11 cm im Durchmesser und 28 mm stark)
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