Schnabelkanne grobe Keramik

Die hier abgebildete Schnabelkanne habe ich letzte Woche auf einem Flohmarkt in München erworben. Preis 5€. Sie ist ca. 16,5 cm hoch und etwa 15 cm im Durchmesser. Die Keramik Oberfläche ist porös. Obwohl sie relativ dickwandig ist, ist die Kanne sehr leicht. Sie stammt laut Verkäufer angeblich aus einem türkischen Nachlass. Nachdem ich schon einiges an antiker Keramik gesehen habe, war ich der Meinung dass dieses Stück nicht neuzeitlich ist. Hat jemand ähnliche Formen schon gesehen?

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  • RandomHHRandomHH User Routinier

    Hier mal ganz laienhafte Überlegungen:

    Das Objekt vermittelt den Eindruck, zu einer sehr frühen Kultur zu gehören.

    Die Proportionen stimmen irgendwie nicht. Wenn ich ein so kleines Gefäß mit dieser besonderen Form des unteren Teils herstellen würde, würde ich mir mit der Tülle mehr Mühe geben. Sie wirkt zu grob und ist zu dick. „Haushaltswaren“ müssen nicht notwendigerweise ein perfektes Finish haben. Aber die untere Form erscheint mir zu besonders für einen schlichten Gebrauchsgegenstand.

    Die Farbschicht wirkt zu neu. Man sieht an der Tülle noch die unbeschädigten(!) Pinselstriche.

    Ich habe dann mit folgenden Konbinationen gegoogelt:
    early mediterranean/anatolian pottery
    mediterranean/anatolian bronze age pottery

    … und nichts Vergleichbares gefunden. Ich fürchte, das war was für Touristen. :(

    Ich bin aber gespannt, was die Fachleute sagen.

    Zwei interessante Seiten:

    http://www.orea.oeaw.ac.at/en/research/anatolian-aegean-prehistoric-phenomena/the-role-of-households-at-the-dawn-of-the-bronze-age/

    https://www.archaeological.org/fieldwork/afob/13948 (kleines Bild mit den Keramik-Funden)

  • Stimme dir eigentlich zu, bis auf die Pinselstriche. Kann diese nicht sehen. Für mich ist die Kanne unglasiert und diese Striche sind durch die Verarbeitung des Tons in die kann gekommen.

    Gruß Eddi 

  • Danke für Ihre Beiträge. Was ich vergessen habe zu berichten: die Kanne war mit einem weißen Kalkanstrich versehen. Habe sie einige Tage in destilliertes Wasser gelegt, wodurch sich der Anstrich weitgehend ohne Kraftaufwand mit einem Schwämmchen abwischen ließ. Kleine Flecken sind noch zu sehen. Die Farbe entspricht dem durchgängigen Ton, wie an einigen Abplatzungen sichtbar ist. Die Rillen am Ausguss erinnern in der Tat an einen groben Pinselstrich. Es ist jedoch keine Farbe sondern die  etwas anders gefärbte Tonoberfläche. Es könnte sein, dass die Kanne aus zwei Hälften zusammengesetzt wurde. Das schließe ich aus einer Art "Naht" die in der Tonstruktur etwas gröber scheint. Soetwas gab es wohl in der Antike nicht? Danke in jedem Fall.

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