Pyramiden hohl?

HuginHugin User Alter Hase

Na ja, nicht hohl sondern mit Abraum gefüllt ....

 

Ich sah doch letztens im Fernsehen eine Reportage über die Cheops Pyramide...

Die dort aufgeworfene (und nicht geklärte) Frage ist:

Besteht die Pyramide komplett aus behauenen Quadern oder sind nur die Aussenwände behauen und dass Innere mit dem Abraum gefüllt. Folgende Argumente wurden gegeben:

1. Die Pyramide war so wichtig, dass nur behauene Steine In Frage kamen.

2. Bei der Herstellung der Quader müssten ca. 70% Abraum angefallen sein! Wo ist der, wenn nicht im Kern der Pyramide?

3. Die Abraum Pyramide ist wesentlich einfacher zu bauen.

4. Bei der Abraum Pyramide könnten innere Rampen zum Einsatz gekommen sein.

5. Eine der Königinnen Pyramide ist ebenfalls mit Abraum geüllt.

 

Was ist Eure Meinung?

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 14. August

    ;Hugin

    Was ist Eure Meinung?

    Meinung ist gut. O:-)

    Ich kann mich da nur auf bisherige Forschungsergebnisse berufen. Ein bißchen hineinschauen kann man z.Bsp. bei Raubgräbertunnel, Aufbrüchen und mit Bohrungen schon. 

    Was den Abraum anbelangt so gibt es einige Schutthaldenen am Gizhe-Plateau die offensichtlich Abraum sind und zum anderen gibt es ja noch die ziemlich langen Aufwege die sicherlich unterfüllt werden mußten.

    Die drei Pyramiden bestehen im Innern aus Stufen. Was man bisher weiß ist, dass das Kernmauerwerk vielfach aus unregelmäßigen Steinen in verschiedenen Größen besteht und die Zwischenräume teilweise mit Schutt gefüllt sind. Ich habe mal aus einer Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse einige dies betreffende Sätze zusammengestellt damit Du nicht so lange suchen mußt. :-P

    ZITAT:

    Bautechnik im Alten Reich 
    http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/92/1/mueller_roemer2007.pdf
    Seite 47
    Eindeutig identifizierte Schutthalden im Umfeld der Pyramiden in Gisa bestehen im Wesentlichen aus einem Gemisch aus Kalksteinfragmenten,Gips und Tafla ohne sichtbare Nilschlammanteile und werden als Materialabfall, der beim Bau der Pyramiden entstand, gedeutet.
    Aus diesen archäologischen Gegebenheiten muss der Schluss gezogen werden, dass es eineBauweise für die Pyramiden im AR gegeben hat, die ohne von außen senkrecht auf den Baukörper zulaufende und ständig zu erhöhende Rampen mit dem entsprechend großem Materialaufwand auskommt. 
    Cheopspyramide
    Seite 78

    Dabei ergab sich, dass zwischen einzelnen Steinen des Kernmauerwerkes unterschiedlich breite Fugen (12, 52 und 83 cm) bestehen, die mit Sand und Schutt gefüllt sind.431 Die Steine des Kernmauerwerks müssen bei einer derartigen Verlegung nicht so exakt wie beim Verkleidungsmauerwerk bearbeitet sein. Sand und Schutt sorgen darüber hinaus für exakten Druckausgleich zwischen den Blöcken unterschiedlicher Formate innerhalb der einzelnen Schichten mit der Wirkung einer Dehnungsfuge und führen so zu einer kosten- und zeitsparenden Verlegung. Diese Bauweise unterscheidet sich somit auch grundlegend von der des Verkleidungsmauerwerkes.
    An der Spitze der Pyramide haben die Steine einer Lage ebenfalls gleiche Höhe, aber verschiedene Abmessungen in Länge und Breite (rechteckig, quadratisch). Dadurch wird zwischen den einzelnen Schichten mit jeweils unterschiedlich verlegten Steinen durch das Gewicht der darüber liegenden Steine und den dadurch erzeugten Druck ein sicherer Verbund.

    Chephren
    Seite 83

    Lehner erwähnt eine Schilderung Belzonis aus dem Jahr 1818, wonach bei Freilegung eines Grabräuberganges, der auf der Nordseite angelegt war, immer wieder loses Gestein herabgestürzt sei.465 Dabei kann es sich um Füllmaterial einer Kernstufe gehandelt haben. 
    Mykerinos
    Seite 85

    Daraus ergibt sich, dass das Kernmauerwerk aus einzelnen Stufen mit einem Neigungswinkel von etwa 80º besteht (Abb. 5.1.2.6.2).475 Die äußere Schicht der einzelnen Stufen ist aus großen, gut behauenen Steinen errichtet worden. Dahinter befindet sich Mauerwerk aus kleinerem und weniger exakt behauenem Steinmaterial ganz unterschiedlicher Formate. 
    Beipyramiden
    Seite 88

    Südlich der Hauptpyramide befinden sich die Kultpyramide (G III a) sowie zwei Königinnenpyramiden (G III b und c). Auch dort ist – wie bei den Königinnenpyramiden der Cheopspyramide – die Stufenbauweise deutlich zu erkennen.....
     Das Füllmauerwerk der einzelnen Stufen besteht aus kleineren, ungefähr rechteckig behauenen Steinen. Die Zwischenräume sind mit Kalksteinsplittern und Mörtel aufgefüllt. 

    Userkaf 
    Seite 89

    Das Kernmauerwerk der Pyramide des Userkaf besteht aus Steinen größeren und auch unterschiedlichen Formats483 und ist (wahrscheinlich) in Stufenbauweise errichtet.484 Die Steine wurden locker und mit viel Mörtel bzw. Schutt dazwischen aufgeschichtet.  ENDE

    Wie es ganz innen im Kern aussieht weiß man nicht. Sicher wäre es denkbar, das man dort größere Hohlräume mit Schutt gefüllt hat.

    Mir ist bei der heutigen Technik ohnehin schleierhaft, dass man sowas wie die Materialdichte und eventuelle Hohlräume ehemaliger Wendelgänge nicht feststellen kann. Oder kann man und darf nicht ?

    Gegen eine Intregalrampe spricht m.E. die Schwierigkeit der Vermessung beim Bau, um den äußeren Steigungswinkel einzuhalten. Die schräge Rampe blieb ja bis zum Schluß bestehen und mußte jeweils an der Außenseite und Innenseite überbaut werden. Das heißt ich mußte hinter mir eine Mauergasse hochbauen ohne die Rampe dort zu erhöhen, denn ich mußte ja weiter darauf Steine von unten hochschleifen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wie man bei einer aufsteigenden Wendelrampe da konstruktiv vorging !? Hebewerke waren dazu unerläßlich, denn hinter mir fiel die Rampe ab, aber ich mußte außen die Schräge hochmauern ohne, dass ich die Rampe hinter mir höher aufschütten konnte.

    Ebenfalls ist da noch die Umlenkung an jeder Ecke zu bewerkstelligen. Zeichnen läßt sich sowas auf Papier schnell, aber in der Praxis sieht das schon anders aus so ganz mit ohne Rad und Kugellager ! :-D

    Immerhin gibt es ja den Raubgräberschacht und mindestens bis ins Innere von 30 Metern ist keine Wendelrampe oder Schuttauffüllung zu sehen. Was den Abraum anbelangt so zweifele ich an 70 %, wenn ich mir die Bilder der Steinbrüche ansehe.

    Meine Meinung zum Problem Rampe erklärt sich mit den Hebewerken nach Herodot. Solche konnte man in einer Vielzahl gleichzeitig von Stufe zu Stufe an mehreren Stellen betätigen. 

    Gruß

    Kurti

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 15. August

    Der Zeitaufwand zum ordentlichen Brechen, Behauen, Beschaffen eines jeden einzelnen Raummeters Gestein wäre einfach illusionistisch hoch. Wäre es als so wichtig eingestuft worden, jeden einzelnen Stein zu behauen, hätte man ja tendenziell auch darauf  verzichten können, sie praktischerweise auf einem  bereits vorhandenen Felskern zu errichten. Wie in früheren Diskussionen bereits erörtert, dürfte die Pyramide in Inneren Bereichen überall dort, wo Statik und Repräsentanz es erlaubten, aus grob zugerichteten Blöcken bestehen. Auch finden sich vermutlich mit Schutt und auch Nilschlamm verfüllte Hohlräume - wenn ich mich nicht irre.

    Von der Wendelrampentheorie halte ich wenig und Kurti hat die guten Gründe genannt. Allerhöchstens käme eine Wendelrampe für mich in den unteren Bereichen des Baus in Frage und hätte dort teilweise ins innere des Baus verlagert werden können. Quellen zum Beleg habe ich allerdings gerade nicht zur Hand.

    Herzliche Grüße,

    Steinmetz

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • astrofratzastrofratz RheineUser Veteran

    Also meines Wissens nach, ist die größe der Steine dem Schichtenverlauf des Steinbruchs geschuldet. Entsprechend varieren die Formate der Steine etwas. Nach oben hin, hat man die Steine auch kleiner gemacht. Das die Pyramide auch in Hohlräumen mit Sand oder auch Gips gefüllt wurde ist eigentlich kein Geheimnis. In der Königinnenkammer kommt man hinter die Verkleidung und dort findet sich ein "Gang" zwischen den Quadern, der anch ein paar Metern dann doch zu eng ist um durchzukommen. Es war also ein Hohlraum, den man nicht mit Quadern ausgebaut hat. Zwischen der Außenhaut und dem Kernmauerwerk hat man Gipsschutt geschüttet um die Unterschiede auszugleichen. Entsprechend gut lässt sich dieser datieren, da der mit Holzkohle gebrannt wurde.

  • HuginHugin User Alter Hase

    Gibt es schon Übersetzungen und Interpretationen der am roten Meer gefundenen Papyri?

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 16. August

    @astrofratz

    Das die Pyramide auch in Hohlräumen mit Sand oder auch Gips gefüllt wurde ist eigentlich kein Geheimnis. 

    Das ist richtig. Das es Anomalien in der Dichte gibt wurde auch durch eine Microgravimetrie-Untersuchung bestätigt.

    Wikipedia

    https://de.wikipedia.org/wiki/Cheops-Pyramide#Kernmauerwerk_und_Verkleidung

    ZITAT: ( Verner: Die Pyramiden. S. 224 f.)

    Es enthält wahrscheinlich mit Sand gefüllte Räume, feinen Schotter und anderes Abfallmaterial der Baustelle. Diese Methode sparte Material, verlagerte den Druck in der Pyramide wirkungsvoll und dürfte sich bei Erdbeben günstig ausgewirkt haben.ENDE

    benben

    http://www.benben.de/Architektur/Cheops/Cheops03.html

    ZITAT:( Stadelmann, Pyramiden, S. 271ff.)

    1986 ließ die Altertümer-Organisation durch zwei französische Firmen mikrogravimetrische Untersuchungen an der Pyramide durchführen. Durch die dadurch erkannten Anomalien im Bereich der Königinnenkammer und daran anschließende Bohrungen ergaben sich weitere wesentliche Hinweise auf das Innenleben der Pyramide, das nicht kompakt aus Stein besteht, sondern zum Teil aus Sand und Geröll. 1987 konnte ein japanisches Team unter S. Yoshimura diese Anomalien bestätigen .ENDE

    Houdin sieht dieses Untersuchungsergebnis als Bestätigung für seine Innenrampe. Aus dem Farbbild (Siehe unten Bild 1 ) der Microgravimetrie kann man natürlich eine Spirale herauslesen und bekommt die, wie in einem Film gezeigt, auch schön in rot-weiß ausgedruckt. (siehe Bild 2) 

    Wie ich bereits bemerkte wurde der Tunnel in der Tat nach Houdin mit Hebewerken aufgebaut und ist mit einem hohen Kraggewölbe versehen.

    http://www.kulturkampf2.info/Bilder/innere_rampe2.jpg

    Um die Aussenverkleidung führte ein Holzsteg damit die Arbeiter darauf hintergehen konnten.

    http://static1.architectforum.hu/files2012/cache/n5162-lead-s8br6q-piri2.jpg

    An den Ecken blieben Wendeplätze offen auf denen der Block mittels Hebewerk gedreht wurde und weiter gings in den nächsten Tunnel.

    http://www.spektrum.de/fm/912/thumbnails/collage.jpg.240327.jpg

    In seinem Buch verschweigt Houdin  aber wie die Ecken samt Außenverkleidung von innen oder außen mit den schweren Blöcken verschlossen wurden. Ansonsten gibt es noch einige Ungereimtheiten. Er verwendet z.Bsp. Schlitten mit Gegengewichten für die Blöcke der Entlastungskammer und ein Kranwerk für das Pyramidon. Bis auf 43 Meter benutzt er eine Rampe von 400 m Länge. Schaut man sich nun die aufwendigen "Maschinen" an, dann hätte er den Rest auf immer kleinerer Grundfläche  mit einer 600 oder 800 m langen Rampe ohne den sehr aufwändigen Bau der  Innenrampe bewältigen können. Das Material der Rampe welches er für den Weiterbau der Pyramide verwendet hat, hätte er dann für andere Bauten verwenden können.

    Buch - Rezension

    http://www.wla-online.de/katalogdetail/items/2839.html

    Doku deutsch

    In der neuen  3D Animation, Khufu Reborn, sieht das ganz anders aus. Er hat offensichtlich jede Menge Kritik geerntet. Trotzdem bleibt alles sehr aufwändig mit einer Menge an Hebearbeit. Dieser ziemlich raumgreifende Wendeltunnel, der jetzt mindestens 5m hoch sein muß, müßte doch eigentlich schon aufgefallen sein. Bisher ist jedenfalls noch alles These und schöne Animation. Dazu wirft sich die Frage auf, wie wurden die Pyramiden davor und danach gebaut ?

    Khufu Reborn

     

    Ältere Doku mit Animationen wie im Buch, englisch (kommt leider kein Bild, aber Video spielt ab.)

    https://youtu.be/lasCXujNPfs?list=PLf_5zbxiQ4cL42b9vyvGRugPP3eLYmbsq

    Doku, deutsch

    Gruß

    Kurti

     

     

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    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 16. August

    Houdin wird meines Erachtens eine große Enttäuschung für sein Lebenswerk nicht erspart bleiben. In Bezug auf die Pyramidenbautechnik ist es schwierig, ohne konkrete Überlieferungen und Nachweise abschließend zu klären, wie genau die Errichtung einer Pyramide im Alten Ägypten bewerkstelligt wurde. Auch der Facharchäoöogie blieb hier manche Enttäuschung und Peinlichkeit nicht erspart. Die Archäologie argumentiert oft, das Spekulationen in mannigfaltig mögliche Richtungen nichts bringen und unwissenschaftlich sind. Doch genau solche finden sich breit gefächert immer wieder in der "medialen Sensationsarchäologie" welche (eigentlich wissensschaftsentfremdet) für aufwändige Dokus etwa mit Statisten aufwarten, die riesige Styroporblöcke schwer theatral ächzend durch die Gegend schubsen, oder mit Baumarktmeisseln und allem möglichen, das sich gerade finden lässt, auf irgendwelche Felswände eindreschen. Durch solche Unseriösität unter anderem, ist eine Art "wissenschaftlicher Volksport" in Bezug auf Pyramidenbautechnik, Sinn und Zweck der Bauwerke entstanden. Schick ist es natürlich, eine ganz eigene Theorie zu haben - und sei sie noch so absurd. Auch Houdin könnte möglicherweise viel Lebenszeit sparen, wenn er sich einmal angemessen von der Schreibtisch-, Kopf-, und Computeranimationszeit hin zu echter und realistischer Natursteinbe- und Verarbeitung und der Transportmöglichkeiten von Naturstein bewegen würde. Es ist einfach unökonomisch und Quatsch (so stufe ich es ein), einen einzelnen Block zigfach umzubänken, um ihn auf ein Bauwerk hinauf zu befördern. Die Alten Baumeister und Handwerker dürften schlauer und erfahrener gewesen sein. 

    Die spiralförmige Auffälligkeit kann schlicht und ergreifend darauf zurückzuführen sein, dass eine altägyptische Pyramide in Etappen spiralförmig errichtet wurde. Auch sind Kurtis Argumente bezüglich der Eckenverschließungen und der Höhe der Gewölbe usw. einleuchtend. 

    Ich meine, in eins von Stadelmanns Werken ist (wenn ich mich nicht irre, es könnte auch ein anderes Werk gewesen sein, etwa von Korff) auch ein Foto einer innenliegenden breiten Rampung zu finden. Dies betrifft aber eben die untersten Bereiche eines Pyramidenbauwerks und einen nach oben offenen, im Innern der Pyramidenbauform am Rand entlanggeführten, breiten Transportweg mit relativ geringer Neigung.

    Herzliche Grüße, Steinmetz

     

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • HuginHugin User Alter Hase

    Gibt es schon Übersetzungen und Interpretationen der am roten Meer gefundenen Papyri?

    So viel ich weiß, beschreibt Mehrer dort, wie er mit seinem Trupp Steine an die Baustelle liefert.

    Das müsste doch zumindest ein paar kleine Details verifizieren!

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 16. August

    @Steinmetz

    Was die Spirale anbelangt, so kann man aus dem Bild auch jeweils ein Viereck herauslesen.  (siehe Bild unten)

    Es können also auch im Karre verlaufende Hohlräume mit Schutt und Sand gefüllt sein.

    Bisher konnte mit der Myon-Messung in der Cheopspyramide 2 bereits früher festgestellte Anomalien bestätigt werden.

    https://www.welt.de/wissenschaft/article158886100/Dem-letzten-Geheimnis-der-Cheops-Pyramide-auf-der-Spur.html

    Bei der "Knickpyramide" sieht es dagegen so aus, dass dort keine nennenswerten Anomalien festgestellt wurden.

    https://blog.selket.de/aus-der-forschung/scanpyramids-keine-geheimen-kammern-in-der-knickpyramide

    Das wäre also der Stand von 2016 und das Ergebnis ist für hunderte von Metern Tunnelgang nicht so besonders.

    Gruß

    Kurti

     

     

     

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    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 16. August

    Hallo Hugin, 

    Es gibt ja bereits sehr viele und auf Überlieferungen basierende Erkenntnisse zum Natursteintranport etwa im Alten Ägypten. Daraus lässt sich einiges ableiten.

    Kurti, das interessante an der Spiralstruktur ist ja auch, dass sich - wie auch Houdin betont - an der Aussenseite der Cheopspyramide (vorgeblich) mit bloßem Auge Sektionen erkennen lassen, die so wirken, als würden Steinschichten, bzw. Steinqualitäten spiralförmig  (also aufeinander folgend) verbaut sein (Quelle: Eine Doku über Houdins Arbeit, deren Titel ich gerade nicht zur Hand habe). Dies allerdings ist noch lange kein Indiz für aufwändigste Tunnel. Wenn überhaupt, so keine eingebildete oder schönargumentierte Täuschung wäre dies m. E. - eventuell - mögliches Indiz eben dafür, dass eine spiralartig aufeinanderfolgende Schichtung der Blöcke erfolgte (qed).

    Herzliche Grüße, 

    Steinmetz

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 17. August

    @Hugin

    So viel ich weiß, beschreibt Mehrer dort, wie er mit seinem Trupp Steine an die Baustelle liefert.

    Das müsste doch zumindest ein paar kleine Details verifizieren!

    Ich habe bisher nichts von einer umfassenden Übersetzung und Veröffentlichung gehört.

    Hier nochmal zur Erinnerung der wesentliche Inhalt:

    https://blog.selket.de/aus-der-forschung/die-aeltesten-je-entdeckten-papyri-steht-drin

    ZITAT:  Seine täglichen Aufzeichnungen berichten vom Transport der feinen, hellen Kalksteinblöcke, die für die äußere Hülle der Großen Pyramide verwendet wurden. Diese Blöcke stammten aus den Steinbrüchen von Tura und man brauchte etwa 4 Tage, um sie über den Nil und eigens angelegte Kanäle zur Baustelle der Pyramide zu bringen, die damals den Namen „Horizont des Khufu“ trug (Khufu ist der altägyptische Name des Pharaos, den wir in Deutschland Cheops nennen). Das Logbuch dokumentiert die Tätigkeiten von Merers 200-Mann-Team über einen Zeitraum von etwa drei Monaten. ENDE

    Interessant wäre hier wie die Blöcke zugehauen waren. Houdin meinte ja überspitzt, dass die Pyramide bereits im Steinbruch gefertigt wurde. Ebenfalls könnte der Text Auskunft darüber geben ob diese Verkleidungssteine gleichzeitig mit den einzelnen Lagen verbaut wurden oder nachträglich aufgesetzt wurden. Da sind sich die "heutigen Bauherrn" der Pyramide ja nicht so einig. :-D

    Ansonsten dürfte er nicht so viel über die Bautätigkeit vor Ort wissen, denn er war wohl eher einer der die Dinger bis zum Hafen schipperte ? Daneben gibt es aber noch die Buchhaltungspapiere aus denen die ein oder andere Erkenntnis gewonnen werden könnte.

    Da stände dann z.Bsp. etwas von 5 Tonnen Nilschlamm als Gleitmittel für die Innenrampe des Baumeisters "Houdin":-P

    Frage: "Warum sind eigentlich die Arbeiter nicht auf dem Schlamm ausgerutscht"? Es gibt bei den Details viel zu viele offene Fragen und deshalb ist das Ganze zu schön um wahr zu sein, denn mal ehrlich, das Ideechen hat was faszinierendes an sich. O:-)

     

    @Steinmetz

    Aussenseite der Cheopspyramide (vorgeblich) mit bloßem Auge Sektionen erkennen lassen.....

    Du meinst die hellen Linien mit ca.7% Steigung !? (siehe Bilder unten )

    Man kann oben aber auch eine "gerade" helle Linie sehen !

    http://travelsharks.de/wp-content/uploads/2014/12/kamel-vor-der-cheops-pyramide.jpg

    http://www.ancient.eu/img/r/p/750/6190.jpg?v=1485682731

    https://wiehart.files.wordpress.com/2017/05/cheopspyramide-im-heute-wiehart.jpg

    Bei der beleuchteten Pyramide sieht man den waagerechten Verlauf der Steinlagen ganz deutlich. Die Steinlagen sind unterschiedlich hoch und das richtet sich dann wohl nach den Schichtdicken im Steinbruch. Das schließt eine schräge Baustufe m.E. eigentlich aus !? Siehe dazu die Grafik der Vermessung der Steinlagen.

    Beleuchtete Pyramide

    http://www.ecowoman.de/images/stories/Bauen_und_Wohnen/Cheops1_640.jpg

    Steinlagen

    https://www.cheops-pyramide.ch/image/cheopspyramide/steinschichten-dicke.GIF

    Um herauszufinden warum aus einem bestimmten Blickwinkel die zwei hellen Linien entstehen, müßte man an diesen Stellen die Steine aus der Nähe betrachten. Erst dann kann man überhaupt Rückschlüsse ziehen. Morgens im Frühtau zu Berge, von Stufe zu Stufe die Pyramide erklimmen, das wäre doch was für Dich. :-D

    Aber ernsthaft, es ist mir schleierhaft, dass man an einer Stelle mißt, einen Hohlraum vermutet und dann nicht einer Linie von 7% Steigung folgend nochmals eine Messung macht. Wäre jetzt dort auch wieder ein vermutlicher Hohlraum, dann wäre wirklich ein brauchbares Indiz vorhanden. Jetzt hat man nichts halbes und nichts ganzes. Wenn ich mir überlege was dort schon ein Geld verschwendet wurde ohne das mal konsequent etwas zu ende gemacht wurde. 

     

    Gruß

    Kurti

     

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    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 17. August

    Hallo Kurti, Ja, genau. Die hellen Linien meine ich. :) Deine Argumente sind treffend! 

    Ja, man müsste wirklich mal vor Ort und in Ruhe und gründlich schauen. Deshalb ärgere ich mich jeden Tag, dass niemand auf die Idee kommt, uns von den stolzen Sümmchen, die täglich verschleudert werden, mal was zu überweisen. :)

    Im Frühtau zu Berge - nichts wäre schöner... - da wäre es auf dem Platteau ja auch noch nicht so heiß...

    Aber ich glaube, die Pyramidenberwaltung hätte wegen der berechtigten Unfallgefahr was dagegen... :)

    Herzliche Grüße,

    Steinmetz

    P.S.:

    Natürlich müssten die Arbeiter sich nach Feierabend Nilschlammspikes meißeln! :)

    P.P.S: Normsteine machten schon insgesamt ihren Sinn...

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 17. August

    @Steinmetz

    Normsteine machten schon insgesamt ihren Sinn...

    Darüber gibt es Lage für Lage genaue Maße. Auf folgender Seite unterhalb der bereits gezeigten Grafik:

    https://www.cheops-pyramide.ch/pyramidensteine/steinlagen-cheops.html

    Ich frage mich immer wie man eigentlich im Mittelalter die Verkleidungssteine abgebaut und herunter gelassen hat ? So einfach kann das mit den damaligen Gerätschaften ja auch nicht gewesen sein ?

    Gruß

    Kurti

     

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 17. August

    Die Mykerinospyramide wollte man vor Zeiten auch einreissen. Allerdings hat man schnell entnervt aufgegeben...

    Die Linien auf den Fotos wirken auf den ersten Blick auf mich, als könnten sie ebenso gut von Winderosion herrühren...

    Herzliche Grüße,

     Steinmetz

    P.S.: Ich müsste die Quelle zum Thema Abrissversuch allerdings erst raussuchen.

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 17. August

    @Steinmetz

    Ich müsste die Quelle zum Thema Abrissversuch allerdings erst raussuchen.

    Nicht verzagen Wikipedia fragen ! :-D

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mykerinos-Pyramide

    Das war der gleiche böse Bube der es auch an der Cheops Pyramide versucht hat. Der war aber zu blöd dazu ! :q:

    Gruß

    Kurti

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase

    Danke für den Link, Kurti! :)

    Jaja... - an dem Prinzip, das für manche Möbel nahmhafter Großmöbelhäuser gilt (ein Jahrhundert für den Zusammenbau und anschließend umpustbar) ist schon so mancher bei dem Versuch gescheitert, dies beliebig auf Bauwerke zu übertragen. Man solle doch nur einmal  versuchen, einen Einzigen Block mit "primitiven" zu zerlegen. So mancher würde da noch heute sein blaues Wunder erleben. Außerdem ist die Pyramidenform wohl die am denkbar schlechtesten geeignete Bauform für einen Abriss. Zum Glück! :)

    Herzliche Grüße, 

    Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • HuginHugin User Alter Hase
    Steinmetz schrieb:

    Außerdem ist die Pyramidenform wohl die am denkbar schlechtesten geeignete Bauform für einen Abriss. Zum Glück! :)

    Hatte eine amerikanische Forscherin letztens nicht reichlich Pyramidengrundrisse an Hand von Satelittenbildern gefunden?  Die müssen ja dann abgerissen worden sein...

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 18. August

    @Hugin

    Hatte eine amerikanische Forscherin letztens nicht reichlich Pyramidengrundrisse an Hand von Satelittenbildern gefunden?  Die müssen ja dann abgerissen worden sein...

    Du meinst Angela Micol mit ihren Satellitenbildern  ?

    Da steht noch gar nicht fest ob es Pyramiden sind. Es kommt natürlich auch darauf an aus welchem Material sie sind und zweitens stellen die Gizehpyramiden etwas besonderes dar.

    Ebenfalls besteht ein Unterschied darin ob etwas im Laufe der Jahrtausende zerfällt, ich etwas abreiße oder wiederverwendbar abbaue.

    Gruß

    Kurti

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 20. August

    Bauwerke wurden im Laufe der Jahrtausende ja immer wieder zu Materiallagern für neues. Im Falle der Pyramide des Menkaure lag die Absicht aber wohl tatsächlich darin, zu zerstören.

    Eigentlich wäre die Menkaure-Pyramide damit doch wunderbar als Studienobjekt für den äußeren Aufbau einer Pyramide geeignet, je nachdem, wie weit man sich damals segmenthaft in den Mantel vorgearbeitet hat. Interessant in diesem Zusammenhang ist für mich auch, ob die besonderen Basisabmessungen der Menkaure-P. irgendetwas mit dem Abrissversuch von damals zu tun haben. Zu den merkwürdigen Abmessungen der Menkaure habe ich bis heute in verschiedensten Quellen keine schlüssigen Informationen und Aussagen gefunden.

    Vielleicht hat jemand von euch ja etwas dazu gehört oder gelesen und eine gute Idee?

    Herzliche Grüße, 

    Steinmetz

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: 21. August

    @Steinmetz

    Zu den merkwürdigen Abmessungen der Menkaure habe ich bis heute in verschiedensten Quellen keine schlüssigen Informationen und Aussagen gefunden..........
    .....Vielleicht hat jemand von euch ja etwas dazu gehört oder gelesen und eine gute Idee?

    Mir ist das auch schon wiederholt aufgefallen. Einer schreibt es vom anderen wohl ab, aber keiner macht eine aufklärende Bemerkung dazu.
    Neben den Maßen 102,20 x 104,60 Meter liest man noch häufig 103,40 als Durchschnitt davon oder 105,00 Meter als Aufrundung. Dazu gibt es noch das "Schüssler-Maß" mit 108,50 m und andere schreiben 108,00 m.
    Ein Ideechen hätte ich schon zu diesem Verwirrspiel. K:-)

    Die Pyramide ist rundum noch von Sand und Geröll umgeben und außerdem nur noch an der Nordseite in ganzer Länge im unteren Bereich mit Granit verkleidet. Hier wurde wohl von den freiliegenden Ecken aus über dem Schuttniveau gemessen und deshalb die Maße 102,20 x 104,60 Meter. Die 108,50 Meter wurden wohl von Schüssler errechnet.

    http://www.nefershapiland.de/Mykerinos-Pyramide.htm


    In Schüsslers Buch " Die ägyptischen Pyramiden,Erforschung, Baugeschichte und Bedeutung " wäre wohl die Lösung der Frage zu finden.

    Du kannst Dich ja mal freudig überraschen und Dir das Buch zum Geburtstag schenken ! :-D


    Gruß
    Kurti

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase
    bearbeitet: 21. August

    Das ist eine super Idee, Kurti! Danke für die Infos. :)

    LOL

    Herzliche Grüße, Steinmetz

     

    Beitrag bearbeitet von Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • SteinmetzSteinmetz User Alter Hase

    Aber das ist doch eigentlich absurd: Wenn ich eine Pyramide einreißen wollte, würde ich damit doch an einer Ecke anfangen!? 

    Möglicherweise ist die Bresche ja eher Resultat einer strategischen Suche nach einem Eingang...

    Herzliche Grüße, Steinmetz

    Ich bin Grenzwissenschaftler: Ich erweitere stetig die Grenzen meines Wissens.

  • kurtikurti User Urgestein

    @Steinmetz

    Es ging in erster Linie um Schätze und da gab es bereits Vorgänger bezüglich Stollengrabungen. Es wurde in allen drei Pyramiden mittels Stollen nach Grab-u.Schatzkammern gesucht. Steinabbau und Abriß geschahen nebenbei und teilweise jeweils zu unterschiedlichen Zeiten. 

    ZITAT:

    Cheopspyramide
    http://www.nefershapiland.de/Cheops-Pyramide.htm
    Der arabische Reisende Abu el-Hassan El-Masudi berichtete im 10. Jahrhundert, dass im Jahre 820, als der abbasidische Kalif Al-Ma'mun nach Ägypten kam und auch die Pyramiden besichtigte, er den Wunsch geäußert habe, eine von ihnen abzutragen, um festzustellen, was sie enthielten. Als er feststellte, dass dieses nicht in seiner Macht lag, ließ er einen großen Stollen in die Cheops-Pyramide treiben und stellte damit die noch heute vorhandene Öffnung her. Was Al-Ma'mun nun wirklich im Inneren der Pyramide vorfand, ist von den arabischen Schriftstellern unterschiedlich beschrieben worden. Die Meinungen darüber, ob er nun wirklich einen großen Schatz oder sogar die Mumie des König Cheops gefunden hat, gehen weit auseinander. 
    Chefren Pyramide
    http://www.nefershapiland.de/Chephren-Pyramide.htm
    Wie wir aus den Berichten des arabischen Historikers Ibu Ab das-Salam wissen, wurde die 2. Pyramide (Chephren) im Jahre 774 nach der Hidira (1372 n. Chr.) - während der Herrschaft des Großen Emirs Jalbugh el-Chassaki - geöffnet, was vermuten lässt, dass zu dieser Zeit auch die Ausschachtung des sog. "Grabräuber-Tunnels" vorgenommen worden sein könnte, der die Granitsperre des Zugangweges umgeht. Andere Quellen berichten, dass ein großer Teil der Pyramidenverkleidung in den Jahren 1356 bis 1362 abgerissen und zum Bau der Hassan-Moschee verwendet wurde. Möglicherweise wurden der Eingang in die Pyramide und auch der wieder geschlossene ältere Tunnel der Diebe erst dadurch entdeckt.
    ENDE 

    Gruß

    Kurti

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