Wie entstanden die altägyptischen Monumente

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Kommentare

  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #152

    Das sind alles keine Antworten auf die Frage, warum die ollen Ägypter den Ziegelbogen kannten und auch immer häufiger anwendeten, aber erst sehr spät einen solchen aus behauenen Steinen errichteten. In der Knickpyramide legte man z.Bsp. ein "Kraggewölbe" an wie auch bei der Roten-Pyramide und der Meidum-Pyramide des Snofru. In der Cheopspyramide sind es monströse "Entlastungskammern" mit abschließendem "Giebeldach". Bei der Chephrenpyramide trägt nur die Giebeldachkonstruktion die ganze Last. Bei der Mykerinospyramide fabrizierte man aus dem Giebeldach ein "Falsches Gewölbe".  Bei den drei Gizhe - Pyramiden ist jedenfalls eine Entwicklung erkennbar, aber dann.......blieb es beim Giebeldach !?

    Gruß

    Kurti

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  • bearbeitet February 2017 #153
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  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #154

    @Steinmetz

    Hallo Vinzenz,

    Du zählst die Schwierigkeiten auf die bei Errichtung eines Gewölbes aus Hausteinen gegeben waren, aber um die zu überwinden hat der Mensch ein Gehirn. :-D

    Du machst m.E. den Fehler, dass Du von zu bombastischen Ausmaßen eines solchen Gewölbes über einer Grabkammer ausgehst. Der Vorteil eines solchen Gewölbes ist aber gerade der Umstand, dass es wegen seiner Konstruktion eine immense Traglast aushält. Die Königskammer in der Cheopspyramide war gerade mal 10,49 m × 5,24 m. Technisch wäre es kein Problem gewesen weder einen Bogen zu zeichnen und die Abmessungen der einzelnen Steinquader festzulegen und auch ein Stützbau aus Baumstämmen oder Ziegelsteinen ( 52 kg/cm² Drucklast ) mit Holzauflage zu errichten. 

    Die antiken Baumeister haben auch nicht mehr gehabt als die Ägypter und haben trotzdem Steinbögen und Tonnengewölbe gebaut. 

    Olympiastadion 400 v.Chr.
    https://thumbs.dreamstime.com/z/eingang-alten-olympiastadion-griechenland-11184489.jpg
    https://thumbs.dreamstime.com/z/alte-steinbogen-olympia-griechenland-37113622.jpg

    Steinbogen aus vorchristlicher Zeit in Salah
    http://nordirak-turabdin.de/wp-content/uploads/2011/07/190_steinbogen_in_salah_kl1-700x422.jpg
    Stadion im antiken Perge
    https://media.holidaycheck.com/data/urlaubsbilder/images/4/116971146

    Des Pudelskern liegt m.E. in der Fehleinschätzung der ägyptischen Baumeister wie wuchtig ein solches Gewölbe bei einer Pyramide sein muß. Das siehst Du an den überdimensionalen Entlastungskammern der Cheopspyramide. Auf dem Giebeldach der Chephren-Pyramide lasten wesentlich mehr Steinblöcke und es hat gehalten. Die Herstellung war relativ einfach und beiweitem nicht so zeitaufwändig wie bei einem überdimensionalen Tonnengewölbe aus Sicherheitsgründen und deshalb blieb es erst mal bei den Giebeldächern.  Holzmangel wie Arnold ( s.unten) meint schließe ich aus, denn das war ja nicht verloren und konnte wieder verwendet werden.

    Frei nach Goethe und Kurti !!! K:-) 

    ZITAT aus Wikip.:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bautechniken_im_Alten_Ägypten#Zusammensetzung_des_Baustoffes

    Im Steinbau hat sich die Gewölbekonstruktion nie richtig durchgesetzt. Dieter Arnold führt dies darauf zurück, dass bereits verschiedene Varianten für Deckenkonstruktionen existierten und nicht genügend Holz für Gerüste vorhanden war, die diese Konstruktion erforderte. So wurde diese Konstruktion nur notfalls eingesetzt, etwa bei einem Ziegelmangel. Eine merkwürdige Ausnahme stellt die Djedkare-Pyramide dar. Der Durchgang von der Vorkammer zur Sargkammer wurde von einem Bogen darüber entlastet, der aus drei festgekeilten Blöcken besteht, zwischen die mittig ein über 5 m langer Schlussstein eingehängt wurde. Wäre die Konstruktion nicht unten durch Mauerwerk verborgen, hätte man es hier mit einem echten Steingewölbe zu tun. Wenige weitere Beispiele sind aus der 6. Dynastie aus Sakkara bekannt (zum Beispiel aus dem Grab des Wesirs Hebsed-Neferkara), die ebenfalls konstruiert wurden, um Türdurchgänge zu entlasten und aus grobbehauenen Steinen einen Bogen von nur etwa einem Meter Durchmesser aufspannen. Erst ab der 25. Dynastie kam Steingewölbe in größerem Umfang zum Einsatz. ENDE

     

    Gruß

    Kurti

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  • Hallo,

     

    hmm, die Kunst war ja im alten Ägypten auch relativ starr und formal.

    Vielleicht waren Variationen beim Bauen nicht gern gesehen.

    Demnach müsste es ja unter Echnaton womöglich auch beim Bauen mehr Kreativität gegeben haben! (auch wenn die Phase sehr kurz war!)

     

     

    Gruß,

    Hugin

  • @Hugin

    Vielleicht waren Variationen beim Bauen nicht gern gesehen.

    Das ist nicht plausibel, denn es hat sich ja das Gewölbe vom Kraggewölbe zum Giebeldach verändert und daneben gab es ja im Prinzip das echte Felsstein-Gewölbe (s.Wikipedia ) und natürlich den Ziegelbogen. Als das relativ einfachste und am schnellsten herstellbare hat sich das Giebeldach durchgesetzt, auch wenn das noch reichlich überdimensioniert war. Eigentlich sagt das ja auch Arnold, wenn er meint, dass es schon Deckenkonstruktionen gab und ich füge hinzu, dass diese sich bewährt haben und einfacher herstellbar waren als ein Tonnengewölbe.

    Gruß

    Kurti

  • StoneManStoneMan NRW Nordland - Ruhrland - Weites LandUser

    Moin,

    zu euren Überlegungen,

    @Hugin

    Vielleicht waren Variationen beim Bauen nicht gern gesehen.

    Das ist nicht plausibel, ...]

    Kurti

    ...nicht plausibel? Auch wenn es nicht speziell um euer Thema geht, aber Tradition ist keine neuzeitliche Erfindung.

    Zitat: Keilsteintechnik für Bogen und Gewölbe sind nachweislich spätestens ab der Mitte des 4. Jahrhunderts in Griechenland beherrscht und angewandt worden. Nur sind sie fast nie im Bereich des repräsentativen Bauens verwendet worden, sondern im Wesentlichen nur bei Nutzbauten wie Toranlagen und bei unterirdischen Grabanlagen. Der Grund, warum sich die griechischen Architekten die mit diesen Techniken verbundenen neuen Möglichkeiten nicht erschlossen haben, ist folglich kein Problem des konstruktiven Wissens, sondern liegt eher darin, dass die hergebrachten Bautradition als integraler Teil der griechischen Identität verstanden wurden.

    Quelle: http://edition-open-access.de/studies/4/4/index.html

    Gruß

    Jürgen

    Ich bin Augensucher.

    Meine Funde werden in den LDAs gemeldet.

  • @Hugin

    Vielleicht waren Variationen beim Bauen nicht gern gesehen.

    Das ist nicht plausibel, denn es hat sich ja das Gewölbe vom Kraggewölbe zum Giebeldach verändert und daneben gab es ja im Prinzip das echte Felsstein-Gewölbe (s.Wikipedia ) und natürlich den Ziegelbogen. Als das relativ einfachste und am schnellsten herstellbare hat sich das Giebeldach durchgesetzt, auch wenn das noch reichlich überdimensioniert war. Eigentlich sagt das ja auch Arnold, wenn er meint, dass es schon Deckenkonstruktionen gab und ich füge hinzu, dass diese sich bewährt haben und einfacher herstellbar waren als ein Tonnengewölbe.

    Gruß

    Kurti

    Hallo Kurti,

    am Beispiel der Cheopspyramide würde ich behaupten, dass eine Gewölbekonstruktion (wenn sie denn verfügbar gewsen wäre) an Stelle der Ausgleichskammer nebst Giebeldach wesentlich wenige aufwändig gewesen wäre. Die Baumeister hätten nicht die riesigen Granitblöcke und Steine verbauen müssen. Gewölbekonstruktionen ermöglichen es, größere Flächen zu überspannen.

    Etwas lax ausgedrückt ist eine Pyramide ein künstlicher Berg, in den Höhlen eingearbeitet wurden.

    Gruß,

    Hugin

  • bearbeitet February 2017 #159
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  •  

    Deshalb kann ein Steingewölbe schon bei der Errichtung aufgrund des Eigengewichts durchaus einstürzen, je anch Erfahrung der Erbauer und der Qualität sowie des Know Hows der Leerbogen-Technologie.

    Na ja, bei einem Bauprojekt, wie einer Pyramide, hätte ich erwartet, dass erprobte Techniken zum Einsatz kämen.

    Interessanterweise hätten die Ägpter ja in der Tat Steinbögen bauen können und die Technik nach Fehlversuchen verworfen haben! Die Trümmer wären wohl anderweitig verwertet worden!

    Das sind Vermutungen, die wohl nie oder nur durch ganz unwahrscheinliche Zufallsfunde be- oder widerlegt werden können.

    Kann man behaupten, dass eine Giebelkonstruktion der Grenzfall eines Bogens ist?

    Gruß,

    Hugin

  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #161

    @Hugin

    @Jü;rgen

    Lieber Hugin, lieber Jürgen,

    es ist vielleicht blöd von mir, aber ich versuche immer nach der Ausgangsfrage und den Gegenargumenten zu argumentieren. Hugin meinte zu Beginn, dass die Ägypter das Gewölbe nicht gekannt hätten. Ist widerlegt. Steinmetz meinte, dass sie in Felsgestein nicht konnten. Ist zumindest fraglich angesichts des Beispiels aus Sakkara und den übrigen Steinarbeiten und außerdem stand später nicht mehr Technik zur Verfügung. Die Steingewölbe wurden alle auf einer Holzkonstruktion errichtet.  Ansonsten ging es hier seit "Hemp" um die Pyramiden bei deren Innenausbau durchaus unterschiedlich gebaut wurde. In der Mykerinospyramide wurde das Giebeldach der Grabkammer ja auch ohne Rücksicht auf den Baustil in Bogenform ausgearbeitet.

    Ansonsten habt Ihr bezüglich Anwendung des Gewölbes durchaus recht, wenn es um freistehende Bauten und den Baustil geht. 

     am Beispiel der Cheopspyramide würde ich behaupten, dass eine Gewölbekonstruktion (wenn sie denn verfügbar gewesen wäre) an Stelle der Ausgleichskammer nebst Giebeldach wesentlich wenige aufwändig gewesen wäre. 

    Warum sollte das Konstruktionsprinzip nicht zur Verfügung gestanden haben ? Siehe doch die genannten Beispiele.

    Ansonsten wurde in der Cheopspyramide so monströs gebaut, weil man nach dem Motto ging, sicher ist sicher. ( siehe auch das kaminartig hochgezogene Kraggewölbe der Knickpyramide ) Bereits bei der Chephrenpyramide hatte der Baumeister da schon weniger Bedenken. Offensichtlich traute man aber einem Tonnengewölbe die Stabilität nicht zu und in der üblichen überdimensionalen Ausführung hätte man viel Zeit gebraucht für das passgenaue Bearbeiten der Blöcke. Das Giebeldach erwies sich als brauchbar und relativ einfach herstellbar und ist in allen nachfolgenden Pyramiden eingesetzt. Was den Zeitdruck anbelangt so gibt es ja die Theorie, dass man bereits im Fels die Grabkammer errichtete für den Fall, dass der Pharao früher starb. Bei Cheops werden ja die jeweils höherliegenden Grabkammern damit erklärt, dass der alte Holzmichel immer noch lebte und Zeit für eine schönere Kammer war !? 

     

    Gruß

    Kurti 

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  • Hallo Kurti,

    gibt es Belege für altägyptische Tonnengewölbe?

    Ich glaube, dass in der Cheopspyramide mit einem Tonnengewölbe an Stelle der Ausgleichskammern + Ziegeldach erheblich Material hätte eingespart werden können.

    Nebenbei hätte man nicht so große Steine sondern kleinere leichter zu handhabende Steine verbauen können.

    @Steinmetz:

    Ja, Vorstufe! Der Giebel ist ein Bogen der aus 2 Steinen besteht. Auch hier werden die Kräfte zur Seite abgelitten.

     

    Jetzt noch eine ganz verwegene These:

    Ohne Gewölbe kann man monumentale Bauten praktisch nur als Pyramide bauen!

     

    Gruß,

    Hugin

     

  • bearbeitet February 2017 #164
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  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #165

    @Hugin

    gibt es Belege für altägyptische Tonnengewölbe?

    Die Ziegelgewölbe der Kornspeicher des Ramesseums
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bautechniken_im_Alten_Ägypten#/media/File:Egyptian_vignettes_luxor.jpg

    Aus Stein erst im 7.Jhd.v.Chr, Grabkammer der Schepenupets I.
    Schon verlinkt: Uni-Regensburg, Bautechnik der Antike.O:-)

     

    Ich glaube, dass in der Cheopspyramide mit einem Tonnengewölbe an Stelle der Ausgleichskammern + Ziegeldach erheblich Material hätte eingespart werden können.
    Nebenbei hätte man nicht so große Steine sondern kleinere leichter zu handhabende Steine verbauen können.

    Das mußt Du den alten Ägyptern sagen ! :-D
    Auch bei allen nachfolgenden Pyramiden hätte statt der überdimensionalen Giebelsteinen ein Tonnengewölbe aus kleineren Felssteinen gereicht.  Offensichtlich hatten sie bei der Last der Pyramiden aber zu starke Bedenken. Bei weniger Traglast reichten ihnen Ziegelgewölbe und die waren schneller fertig als mühselig  Steine zu kloppen.  Denk ich mal, hab ich mir gedacht !=:-O
    Sie haben sich nachweislich an das bewährte Giebeldach gehalten und das wahrscheinlich auch weil ein gleich monströses Gewölbe aus Hausteinen mehr Arbeit gemacht hätte.
    Eigentlich kannte man das System eines Bogens ja bereits aus der Zeit der Schilfhäuser die man später aus Stein baute.
    Das Dach ist zwar flach, aber der Giebel zeigt das Prinzip eines Bogens.

    Djoser-Pyramide 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr.
    Sed-Fest-Kapellen der Westseite
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Djeser_pano.jpeg

    Rekonstruktion eines frühen Heiligtums

    http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/bg/lehre/veranstaltung_dokumentation.php?det_id=324&veranst_id=161&veranstaltung=&semester=

    Jetzt noch eine ganz verwegene These:
    Ohne Gewölbe kann man monumentale Bauten praktisch nur als Pyramide bauen!

    Das kommt drauf an wo bei Dir das "Monumentale" anfängt? Man könnte auch mit Säulen, Querbalken für die Etagen und dicken Außenmauern ziemlich hoch bauen. Insbesonder Rundtürme. 
    Dät is aba jetze wat fürn Aschitekten, wa ! K:-)


    Gruß
    Kurti

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  • Hallo Kurti,

     

     

    Das kommt drauf an wo bei Dir das "Monumentale" anfängt? Man könnte auch mit Säulen, Querbalken für die Etagen und dicken Außenmauern ziemlich hoch bauen. Insbesonder Rundtürme. 
    Dät is aba jetze wat fürn Aschitekten, wa ! K:-)

    Das wäre gar nicht so einfach! Je mehr aufeinandergetürmt wird, desto mehr Kräfte zur Seite treten auf. Das ist bei einer Pyramide dadurch gelöst, dass sie sich nach oben verjüngt. An den gotischen Kathedralen wurde das durch die Ausgleichsbögen erreicht. Intuitiv ist eine Pyramide erste Wahl, um Höhe zu erreichen.

    Kann es sein, dass durch die zusammenhängende Größe (Afrika, Asien und Europa), gewährleistet war, dass 1. viele Erfindungen gemacht wurden und dass 2. diese sich relativ schnell verbreitet haben.

    Isolierte Kontinente (Australien und Amerika) konnten da nicht mithalten.

    Gruß,

    Hugin

  • bearbeitet February 2017 #167
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  • @Steinmetz:

    Die Isoliertheit sollte sich nicht nur auf Architektur sondern auch auf Metallurgie, Technik (Rad) usw. beziehen. In Summe sehe ich Amerika und Australien da im Hintertreffen.

    Sie sind aus der Steinzeit ja nicht herausgekommen. (In Amerika sieht man, was man mit steinzeitlichen Mitteln erreichen kann!)

    Pyramiden haben ausserdem den Vorteil, dass sie selbst ohne Pflege sehr haltbar sind!

    Kann man sagen, das Pyramiden (und da schliesse ich mal bronzezeitliche Grabhügel mit ein), in letzter Konsequenz ewiges Leben sicherstellen sollten? Das impliziert automatisch, dass zum Bau beliebig viele Resourcen eingesetzt werden konnten und ausserdem die Bauwerke gerne monumental ausgeführt wurden. Unmittelbaren anderen Nutzen ausser als Kultstätte (den man möglicherweise gar nicht hoch genug einschätzen kann) hatten die Bauwerke auch nicht. Das wäre dann auch in Gemeinsamkeit der Pyramidenbauwerke rund um die Welt.

    Na ja, Obst- und Gemüsehändler stapeln im wesentlichen Pyamiden (QED).

     

    PS: Ich hoffe das war jetzt nicht zu wirr...

    Viele Grüße,

    Hugin

  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #169

    @Hugin

    Das wäre gar nicht so einfach! Je mehr aufeinandergetürmt wird, desto mehr Kräfte zur Seite treten auf. Das ist bei einer Pyramide dadurch gelöst, dass sie sich nach oben verjüngt. An den gotischen Kathedralen wurde das durch die Ausgleichsbögen erreicht. Intuitiv ist eine Pyramide erste Wahl, um Höhe zu erreichen.

    Du bringst da etwas durcheinander. :-D
    Bei der Kathedrale sind die Ausgleichsbögen da, um den durch das Gewölbe oder gar Kuppel zur Seite gelenkten Druck abzufangen, denn der würde sonst die Seitenwände auseinanderdrücken. Das Gewölbe soll hier ja nur ermöglichen einen Raum zu überspannen ohne Zwischenwände bzw. Säulen zu setzen und nicht um das Bauwerk selbst zu stabilisieren.
    Ansonsten findet die Verjüngung von Mauerwerk und Bau deshalb statt, um den Druck nach unten zu reduzieren, denn bei zunehmender Drucklast würde in der Tat das Basismauerwerk auseinanderbrechen. Das ist aber ein anderer Vorgang wie bei dem Gewölbe.
    Das Gewölbe oder der Giebel werden ja über der Grabkammer angebracht, um den Auflagedruck der Steinblöcke zur Seite auf die Stützmauern abzulenken und diese werden wiederum durch die umfassenden Steinblöcke vor dem seitwärts Umkippen gehalten wie bei der Kathedrale die Seitenwände durch die äußeren Stützmauern oder Bögen.
    Wie hoch ich einen Bau ohne Verjüngung ziehen kann hängt von der Stabilität der Basis ab.
    Ein Mauerwerk wird schneller auseinanderbrechen als z.Bsp. unten Hartgesteinsquader und oben Kalksteinquader oder unten armierter Beton usw.
    Deine ürsprüngliche Frage lautete ja sinngemäß, dass man ohne Gewölbe nur mittels Pyramide monumental bauen kann, aber das hat mit dem Gewölbe nichts zu tun. Ich kann aber aufliegende Mauern durch Bogenöffnungen leichter machen und dann höher bauen als ohne. Der höchste Schornstein aus Ziegelmauerwerk ist z.Bsp. um die 140m hoch und aus Beton um die 250 m. oder höher und das ganz mit ohne Gewölbe !
    So und jetze fragsde nem Aschitekten Löscher in sein Bauch !  :-P

    Kann es sein, dass durch die zusammenhängende Größe (Afrika, Asien und Europa), gewährleistet war, dass 1. viele Erfindungen gemacht wurden und dass 2. diese sich relativ schnell verbreitet haben.

    Es ist sicher so, dass dort wo viele unterschiedliche Kulturen im Laufe der Zeit ihr Gedankengut austauschen auch eher Fortschritte erzielt werden. Das Thema ist aber vielschichtiger.

    Gruß

    Kurti

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  • Steinmetz schrieb:

    Wie experimentell und teilweise auch von Misserfolgen durchwirkt das ganze war, zeigen einige Einstürze und Rissbildungen an nahmhaften Kathedralen und zum Beispiel die Erfindung der "Fiale" als typischem Bauelement.

     Das gilt im gleichen Maße für die Pyramiden. Solche Bauwerke können selbstverständlich nicht "aus dem Stand" gebaut werden. Umfasngreichs Know Ho in Statik, Architketur, Logistik und handwerklichentechnien ist Voraussetzung. Der Weg zu einer solchen Meisterschaft ist steinig und auch von Rückschlägen und Korrekturen geprägt (-> Stufenpyramide!)

    Bei einem Würfel im Volumen einer Pyramide hätte man ebenfalls enorme Kräft die zur Seite wirken. Durch die Pyrmidenform werden diese Seitenkräfte durch die jeweils breitere Basis abgeleitet.

    Oder stark vereinfacht:

    Eine gotische Kathedrale ist eine filigrane Pyramide.

    Viele Grüße,

    Hugin

  • @Hugin

    Eine gotische Kathedrale ist eine filigrane Pyramide.

    Das ist durchaus richtig ! Mein Veto richtete sich ja nur gegen das abschließende Gewölbe, denn dadurch wird die Notwendigkeit einer seitlichen Abstützung (Bauerweiterung nach unten ) erhöht.

    Damit hier kein Mißverständnis entsteht, durch das Anwenden von Bögen und Tonnengewölben kann ich natürlich höher bauen. Siehe Viadukt und insbesonder die aufeinandergesetzten. Der sich aufbauende Seitendruck wird dann durch Berghang, Uferböschung oder Auf-u.Abfahrrampen aufgefangen. Die Drucklast nach unten verringert sich durch weniger Material. Siehe auch Kolosseum. Hier bewährt sich dann wiederum der Rundbau.

    Bei einem Würfel im Volumen einer Pyramide hätte man ebenfalls enorme Kräft die zur Seite wirken. 

    Bei einem mit Quadern gefüllten Bau könnte man das Pyramidenprinzip umkehren indem man die Quader zur Mitte hin absenkt wie man das bei der Verkleidung bereits gemacht hat. Ein solcher Würfelklotz würde aber bauästhetisch wohl nicht optimal sein, aber in Form einer Stufenpyramide wieder Sinn machen.

    Ich sehe es schon kommen, dass wir in der nächsten Dynastie den Pyramidenbau übernehmen ! :-D

    Gut Stein,

    Kurti

  • bearbeitet February 2017 #173
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  • Steinmetz schrieb:

    So siehts aus! Allerdings müssen wir uns dann noch drum kloppen, wer was macht. Also ich schleife jedenfalls nix. Vielleicht hüte ich auch einfach nur die ägyptischen Urhunde und schreibe alles auf, gemütlich im Schneidersitz auf meiner warmen Matte sitzend, Datteln essend und kühles Wüstenbrunnenwasser mit lieblichem Geschmack die verstaubte Kehle herabrinnen lassend. :db:

    Das ist jetzt aber romantisierend! 

    Steinmetz schrieb:

    kurti schrieb:

    Ich sehe es schon kommen, dass wir in der nächsten Dynastie den Pyramidenbau übernehmen ! :-D

    Kann man da noch etwas besser machen? Die Anlage kurz nach ihrer Fertigstellung dürfte den erwünschten Eindruck von Göttlichkeit durchaus gemacht haben.

    Noch etwas anderes:

    Ich meine mich erinnern zu können, gelesen zu haben, dass die Ecksäulen in den griechischen Tempeln leicht geneigt waren, um ebenfalls den Seitendruck zu kompensieren. Stimmt das?

    Viele Grüße,

    Hugin

  • bearbeitet February 2017 #175
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  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #176

    @Hugin

    Ich meine mich erinnern zu können, gelesen zu haben, dass die Ecksäulen in den griechischen Tempeln leicht geneigt waren, um ebenfalls den Seitendruck zu kompensieren. Stimmt das?

    Du hast recht, dem ist tatsächlich so. Allerdings soll das m.E. die perspektivische Verzerrung optisch ausgleichen!? So sind z.Bsp. auch die Treppenstufen gewölbt.

    Parthenon

    https://de.wikipedia.org/wiki/Parthenon#Parthenon

    ZITAT:

    Die Außensäulen haben einen Durchmesser von 1,90 Meter und sind 10,43 Meter hoch, die Ecksäulen wurden um 4,3 Zentimeter stärker entworfen.  ENDE

    Griechische Architektur.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Architektur#Bautechnik

    ZITAT:
    Am Parthenon auf der Akropolis von Athen durchzieht die Kurvatur alle horizontalen Bauglieder bis zum Gesims, selbst die Cellawände greifen in voller Höhe die Kurvatur auf. Die Inklination der mit Entasis versehenen Säulen setzt sich in Architrav und Triglyphenfries fort. Die Außenseiten der Cellawände wiederholen die Inklination der Säulen. Kein Stein des Baus, kein Architrav, kein Friesteil konnte als einfacher rechteckiger Quader zugehauen werden. Alle Bauglieder wiesen leichte und für jedes Glied individuell ermittelte Abweichungen von rechten Winkeln auf: Eine ungeheure Steigerung des betriebenen Aufwandes für jedes einzelne Bauglied, das somit nicht mehr „am Fließband“ produziert und hergerichtet werden konnte.  ENDE

    Gruß

    Kurti

  • kurtikurti User
    bearbeitet February 2017 #177

    Nachtrag:

    Es scheint tatsächlich nur der Optik wegen zu sein !?  Jedenfalls lese ich das aus folgendem Text:

    Seite 4, Die Entasis
    http://www.ltgprien.de/unterricht//cms-data/depot/fs-ku-umat-o-12-1/01_griechischer_tempel.pdf

    ZITAT:
    Kennzeichen sind die Mischung dorischer und ionischer Ordnung, die leichte Wölbung von Stylobat und Architrav, um ein Höchstmaß an Spannung zu erreichen. Dies beruht auf der Beobachtung, daß alle geraden Linien aus der Entfernung wahrgenommen, in der Mitte leicht konkav gewölbt wirken. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Linien horizontal oder vertikal verlaufen. Die griechischen Bildhauer glichen dies durch entsprechende Wölbung der Bauformen aus. Dies betraf auch die Wände der Cella und die Säulen. Das Prinzip wird auch als "Entasis" (griech. Schwellung) bezeichnet. Damit wurde der Eindruck erweckt, als spanne sich die Säule gegen den Druck der aufliegenden Last. Die Linie eines Säulengebälks von 60 Metern Länge mußte in der Mitte ca. 10 cm gewölbt werden, um gerade zu erscheinen. Horizontale und Vertikale sind leicht gewölbt (optisch gerade), die Säulen sind leicht nach innen geneigt, die Ecksäulen sind etwas dicker.   ENDE

    Das kann man natürlich auch der Statik wegen verstehen !?  Oder sahen sie perspektivisch bedingt sonst nach "außen" geneigt aus ? =:-O

    Post edited by kurti on
  • bearbeitet February 2017 #178
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  • bearbeitet February 2017 #180
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  • Da können nur Samson oder Herkules helfen und die Säulen zusammenhalten ! :-D

     

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