Studieren ohne Abi

Meine Liebe gilt der Archäologie und auch der Paläoanthropologie.

Ich weiß jetzt nicht ob mich jetzt hier total lächerlich mache, aber dieses Risiko gehe ich mal ein. Ich bin 53, habe sechs Kinder erzogen, lange Jahre in Nullachtfuffzehn-Jobs gearbeitet, weil das Geld immer knapp war. Einen Hauptschulabschluß wurde mir grade noch von meinen Eltern erlaubt und dann steckte man mich schon mit 14 Jahren als Küchenhilfe in ein Hotel. So vergingen die Jahre, ich fühlte mich unausgelastet und irgendwie unglücklich bis mir Lektüre von Richard Leakey in die Hände fiel, ich darüber zur Archäologie kam  und ab wusste ich was ich machen wollte. Zig Anläufe fürs Abi gestartet und immer wurde es boykottiert von Familie, Lebensumstände und nun isses zu spät.

Meine Frage: gibt es eine Möglichkeit, Archäologie OHNE Abi studieren zu können? Habe gegoogelt, aber nichts Näheres finden können. Auch diverse Studienberatungen halfen nicht weiter - vielleicht hat man hier einen Vorschlag oder Denkansatz?

Liebe Grüße

 

 

  • reeholzreeholz User Routinier

    Schau mal hier, vielleicht hilft das weiter:

    https://www.uni-marburg.de/studium/studienangebot/berufquali

  • MissHuhnMissHuhn User Novize

    Ich glaube, dass es echt schwer sein wird ohne Abi und nach so langem Abstand vom Lernen wieder reinzukommen. Auch wenn Du bestimmt Interesse hast, muss man bedenken, dass Dir bestimmt auch einige Kenntnisse komplett fehlen und du quasi von Null beginnen müsstest. Keinesfalls will ich davon abraten, da ich die Idee und auch den Mut vorbildlich und total bewunderswert finde ! Ich wünsche viel Erfolg und hoffe, dass es klappen wird !

  • Liebe Kleisterhexe,

    lustigerweise beschäftige ich mich gerade mit einer ähnlichen Fragestellung. Ich bin fast 40 und habe drei Kinder. Allerdings habe ich das Abitur gemacht (und Latinum auch). Bereits damals hatte ich Archäologie irgendwie auf der Liste, mich dann aber aus finanziellen Gründen doch für eine Ausbildung entschieden. Jetzt würde ich gerne den alten Traum verwirklichen und stehe eigentlich vor den gleichen finanziellen Problemen. Schaffe ich Studium, Nebenjob und Familie? Darf ich mir ein Studium leisten, wo doch in ein paar Jahren vielleicht meine Kinder studieren wollen und Unterstützung brauchen? 

    Ich habe für mich immerhin beschlossen, dass ich mein Ziel nicht mehr ganz aus den Augen lasse. Ich werde mal mein Latein und Französisch auffrischen. In Englisch bin ich zwar ganz fit, aber vielleicht könnte ich da auch mal ein Zertifikat (z.B. TOEFL) anstreben. Ansonsten lese ich einfach schon mal ganz viel - das alles wird mir ja nicht schaden, wenn ich eines Tages wirklich den Schritt wage, mich einzuschreiben. Vielleicht gibt es auch mal einen Kaffeekoch-Job für Möchtegern-Hiwis wie mich bei einer Grabung (so als eine Art Vorpraktikum)... Aber für den großen Schritt fehlt mir aus existenziellen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt der Mut, da ich ja mit Familie nicht nur mein eigenes Leben finanzieren muss. Ich fange also erst mal mit Planen, Vorbereiten, Informieren und Freischaufeln an.

    Ich hatte mal mit dem Thema "Fernstudium" geliebäugelt. Und jetzt komme ich zu deiner Fragestellung, falls du dich tapfer durch meine eigenen Befindlichkeiten bis hierher gequält hast. ;-) Es gibt Archöologie als Fernstudium in Leicester. (http://www2.le.ac.uk/departments/archaeology/dl) Dafür brauchst du kein Abitur. ("Our distance learning Archaeology and Ancient History courses do not have formal entry requirements – you just need to demonstrate an active interest in archaeology and ancient history and a genuine commitment to putting the time in to study.") Allerdings kostet das wie jedes Fernstudium Einiges an Studiengebühren. Außerdem scheint mir persönlich ein Präsenzstudium an der Uni der bessere Weg zu sein. Deshalb hoffe ich noch darauf mir diesen zu ebnen. (Auch für das Abitur ist es doch rein praktisch gesehen nie "zu spät". Beim Studium würden wir auch zu den Senioren gehören - warum nicht beim Nachhol-Abi?)

    Viel Glück bei deinen Plänen und liebe Grüße

    I.

  • kurtikurti User Urgestein

    Ich will ja nichts madig machen und Träume zerstören, aber Kleisterhexe ist 53 Jahre alt. Selbst, wenn alles gut läuft hat Sie mit 60 bis 62 Jahren ein Archäologiestudium und dann ??

     

    Nix für ungut

    Kurti

  • Hallo Kurti,

    ebenfalls nichts für ungut. Aber ich fühle mich mit meinen 40 jetzt auch mal angesprochen ...

    Nach meinem Eindruck (an der Uni, wo ich um den Studiengang rumschleiche) nimmt sie (oder ich selbst) jetzt nicht einer Riesenschlange wartender junger, dynamischer Leute den Studienplatz weg. Sie verlangt auch nicht, dass die hart arbeitende junge Bevölkerung ihr ein künstliches Hüftgelenk finanziert, um es gleich darauf mit in die Urne zu nehmen. Wäre es vermessen, Wissen zu erlangen, zu studieren, weil man etwas lernen und erfahren möchte?

    Ich lerne eigentlich, seit ich eingeschult wurde immer neue, weitere Dinge. Muss ich eine Karriere als Pianistin oder wenigstens Restaurant-Klimpertante anstreben, wenn ich im nach-mozartschen Alter noch anfange Klavier zu lernen? Ich lerne zum Beispiel auch eine Sprache, die mir im Job nie im Leben was bringen wird. Ich habe nicht mal einen konkreten Urlaub geplant, um sie auszuprobieren. Aber ich finde es schön, sie nach und nach zu beherrschen - mag das Land - freue mich über Fortschritte ...

    Natürlich würde ich mir für mich persönlich wünschen, das Studium auch im Beruf anwenden zu können. Als Freiberuflerin habe ich derzeit keine Aussicht mit 63 (oder auch 70) in den Ruhestand zu gehen und meine 300 Euro Rente zu genießen. Ich sage nicht, dass ich in meinem Alter noch die große Archäologin werde (Da sind die Stellen ja wirklich nicht so üppig gesät, dass man nicht einfach einen jungen, frischen Absolventen aus der Bewerberschar vorziehen würde.). Aber den einen oder anderen Plan, wo ich ein Archäologie-Studium nutzen könnte, hätte ich doch. Erster Schritt wäre das neue Fachwissen mit meinem jetzigen Job zu kombinieren.

    Wie gesagt, stehen mir einige praktische Dinge im Weg, da ich inzwischen nicht mehr nur für mich Verantwortung übernehmen muss. Aber in welchem Alter ich ein Studium abschließen würde, spielt da die kleinste Rolle. Lieber warte ich auch noch 10 Jahre, bis meine Kinder anfangen auf eigenen Füßen zu stehen. (Vielleicht kann ich dann irgendwann die ganzen Mutterschaftsvertretungen für die jung gestarteten Archäologie-Studentinnen übernehmen und wenigstens befristete Jobs machen ... :-p )

    Olle Grüße,

    I.

  • kurtikurti User Urgestein

    Liebe Isobele,

    ich bezog mich mit meinen Bedenken auf die Lebenssituation von Kleisterhexe und es bringt nicht viel, wenn Du mit Daten Deines Lebens argumentierst.

    Sicher kann und sollte man sich aus Spaß an der Freude weiterbilden und das kann man gerade heute sehr gut "neben" seinem Broterwerb in Abendkursen, Wochenendseminaren und Vereinen machen. Ich lasse mir sogar ein Studium gefallen, wenn man das Erlernte hinterher wenigstens als Hobby oder ehrenamtlich ausüben kann.

    Bezüglich eines Archäologiestudiums sollte aber die Traumerfüllung m.E. nicht darin bestehen ein Diplom zu erlangen sondern in diesem Fach als Wissenschaftler tätig zu sein.

    Diese Aussichten sind nach einem Archäologiestudium als "Greenhorn mit 60 bis 62 Jahren" nun äußerst gering. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Gelegenheitsjobben und wochenlang  nur Scherben abzupinseln so wahnsinnig aufregend ist, wenn ich nicht in die wissenschaftliche Forschungsarbeit einbezogen bin und dies schon gar nicht nachhaltig.

    Letzteres scheint aber der Traum von Kleisterhexe zu sein. Stichwort: "Lektüre von Richard Leakey..." !

    Zugegeben, schön und klug wie Ihre beide seid könntet Ihr ja noch Indiana Jones kennenlernen und mit ihm Eldorado entdecken. :indy:

    Die Hoffnung stirbt halt immer zuletzt. :-D

    In diesem Sinne

    Gruß

    Kurti

     

  • caseddoncaseddon User Amateur

    Ich sage immer "Wo ein Wille ist da ist ein Weg"....Man kann auch mit Nachhilfe viel nachholen was die meisten Abiturenten nach dem Abi sowie so vergessen...Es gibt viele Nachhilfe institute die sich auch mit Erwachsenen beschäftigen und die dir helfen können ohne Abitur auf die Uni zu gehen.  Versuchs doch mal bei den "die hauslehrer" (Hofbieber) die bundesweit arbeiten auch für Erwachsene ;)  Viel Glück..."Wo ein Wille ist da ist ein Weg"

  • caseddoncaseddon User Amateur

    Was ich echt doof finde sind in manchen Bereichen Altersbegrenzungen, da ich gerne meine Doktortitel machen möchte.

  • HuginHugin User Alter Hase

    Wo gibt's denn Altersbegrenzungen?

    Die müsste man mit dem AGG (... und viel Geduld, einem Rechtsanwalt und viel Nerven) aus dem Weg räuen können!

     

    Gruß,

    Hugin

  • caseddoncaseddon User Amateur

    Ich bin ausgebiltete Lehrerin & Professorin (Biologie und andere naturwissenschaftliche Fächer) , allerdings war es damals in den 80iger Jahren modern, dass man im Ausland studiert um gleichzeitig noch eine andere Sprache perfekt zu beherrschen.  Das war noch vor der Grenze. 

    Ich war 23 Jahren in den USA .  Aus familären Gründen bin ich jetzt wieder in Deutschland und habe mit 47 Jahren Probleme als Lehrerin angestellt zu werden.  Meine Zeugnisse werden teilweise anerkannt..und ich muss wieder von vorne anfangen zu studieren.  Was mir persönlich nichts ausmacht, denn studieren macht mir Spass, solange das Gehirn in der Lage ist Informationen aufzunehmen. Aber es würde was anderes sein, da ich sehr erfolgreich in den USA war und das gleiche nochmal zu studieren kontraproduktiv ist. 

    Ich werde gar nicht mehr in normal Studiengänge aufgenommen wegen meines Alters.  Frauen ab 34 werden schon gar nicht mehr ins Lehrerstudium aufgenommen um beamtet zu werden.  Das liegt auch am Markt da Schüler und Eltern jüngere Leher bevorzugen.  Na ja z. B. bei der Polizei werden Frauen ab 24 Jahren nicht mehr angstellt.    Bei den Naturwissenschaftlern und Ingenieren bei 35 nicht nur in Deutschland aber auch in Europa.

    Deshalb habe ich selbst jetzt ein kleines Gewerbe eröffnet und bin erst mal glücklich damit.  Aber trotzdem der Arbeitsmarkt ist weltweit so komisch...denn ich habe mich schon in den USA erkundigt was so in Deutschland angeboten wird.

     

     

     

     

  • caseddoncaseddon User Amateur

    Du ich war schon bei Rechtsanwälten diese Gesetzte sind dann auch erst vor kurzem in 2012 durchgesetzt worden besonders mit den Krankenversicherungen....angeblich hat man lange gebraucht um die Altersbegrenzungen durchzusetzen....auf jeden Fall zwingt es zur was neuem und ich glaube das bevorzugt der Staat...was neues und neue Berufe kurbeln die Wirtschaft...Bin auf jeden Fall mit meiner kleinen Existenzgründung zufrieden....und das Geld zum Rechtsanwalt hat man ja auch nicht...bin leider geschieden und jeder Pfennig ..ups Cent zählt.

     

  • Altersbegrenzungen sind dumm ! Immer kann was Neuestes lernen. Kleisterhexe, hast du dein Studium begonnen? Sicher ist es nicht so einfach, von /null zu beginnen. Viel Erfolg!

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