Zerstörung antiker Stätten durch IS

Frage: gibt es ein aktuelles Printmedium ( mit Bildern) das sich zusammenfassend mit der Zerstörung antiker Stätten durch den IS befasst?

Es gibt ja immer wieder neue Meldungen zu diesem Thema, wird das irgendwo zusammengefasst? Gibt es so eine Art Schadensstatistik? Teilweise wird ja wohl heftig zerstört ( Nimrud,Mossul,Niniwe, Hatra etc.) , mit Planierraupen und Baggern. Wer weiss eine Quelle ausser den üblichen Tagesmeldungen?

  • PygmalionPygmalion User Alter Hase

    Hm, soweit ich weiß nicht.

    Die Unesco listet die gefährdeten Sachen auf ihrer Liste auf,

    sowohl in den news, als auch als Liste der gefährdeten Denkmäler weltweit:

    http://whc.unesco.org/en/danger/

    1-2 Artikel waren auch mal in Zeitschriften, aber zusammenfassend wirklich ist mir nichts bekannt.

  • LinkubusLinkubus User Amateur
    bearbeitet: März 2015

    Im aktuellen (Print)-Spiegel steht ein zweiseitiger Artikel mit Bildern und Karte.

    Ob der für Dich ausreichend ist, weiß ich nicht. 

    Ich fand ihn recht informativ.

    Beitrag bearbeitet von Linkubus
  • astrofratzastrofratz RheineUser Veteran

    Ich denke du wirst warten müssen, bis der Horror da vorbei ist, vorher ist das ganze Ausmaß eh nicht zu überblicken.

  • ManyuManyu User Routinier

    ich habe darüber auch gehört/gelesen und ich muss sagen: Da blutet mir das Herz...

    Lars
  • @ Astrofratz

    Ich denke du wirst warten müssen, bis der Horror da vorbei ist, vorher ist das ganze Ausmaß eh nicht zu überblicken.

    Da kann man dir nur recht geben. Was man so hört, lässt nichts Gutes erwarten. Die Frage dürfte dann sein, wie viel ist noch da/kann gerettet werden und weniger, wie viel ist zerstört worden...

    Hier noch mal ein Artikel zu den Zerstörungen aus der Sueddeutschen:

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/propaganda-strategie-des-is-krieg-der-bilder-1.2391637

     

  • PliozähnyPliozähny User Amateur

    tja, sieht nicht gut aus :'( Den Spiegel habe ich natürlich, sind auch schöne Hintergrundinfos dabei. Astrofatz wird wohl richtig liegen... eine zusammenfassende umfangreiche Dokumentation wird es erst geben wenn alles vorbei ist. Das kann dauern. Und die Unesco wird gar nicht hinterherkommen mit Ihrem Bemühen alles aufzulisten. Wo das wohl alles enden wird...? 

  • a.brunna.brunn Halle (Saale)Admin Veteran

    Ein interessanter Artikel dazu erschien am 17.3. in der Süddeutschen. Darin wird auch über aktive Bemühungen berichtet, Kulturgüter zu retten:

    Womöglich am vielversprechendsten könnte aber eine nicht-staatliche Initiative sein: Nach einem Bericht des Wall Street Journal versucht ein geheimes Netzwerk von 200 Menschen in Syrien auf abenteuerliche Weise und unter Einsatz ihres Lebens, die Kulturschätze vor Raub und Zerstörung zu bewahren: Sie fotografieren nicht nur die Zerstörungen, sondern nehmen mitunter auch Objekte an sich, um sie in Sicherheit zu bringen oder zu vergraben.

    Internationale Unterstützung bekommen die Kulturgutretter in Syrien unter anderem von der kleinen Nichtregierungsorganisation Heritage for Peace (H4P), die sich als neutral beschreibt und mit allen Seiten verhandelt. Im Interview mit SZ.de spricht H4P von 100 Freiwilligen, die mit Verpackungsmaterial und Geld versorgt werden, um Objekte in Sicherheit zu bringen. Verhandlungen mit der Türkei über einen "sicheren Hafen" für die Objekte seien bislang an rechtlichen Hürden gescheitert.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/pluenderungen-im-irak-und-syrien-was-wir-fuer-das-kulturelle-erbe-tun-koennen-1.2395606

     

    Mit besten Grüßen,
    Andreas Brunn

    www.archaeologie-online.de

  • a.brunna.brunn Halle (Saale)Admin Veteran

    Nachtrag: Die ZEIT berichtete unter dem Titel »Die Schlacht der Archäologen« bereits am 12.3. über die »syrischen Monuments Men« (Heritage for Peace). In dem Artikel verweisen die Autoren auf einen ausführlichen Bericht über die Organisation im Wall Street Journal, der am 10. Februar erschienen ist.

    Auf der Homepage von Heritage for Peace (www.heritageforpeace.org) erfährt man auch, wie man die 2013 ins Leben gerufene Initiative unterstützen kann.

    Mit besten Grüßen,
    Andreas Brunn

    www.archaeologie-online.de

  • ClemensClaudiusBarbartusClemensClaudiusBarbartus User Routinier
    bearbeitet: März 2015

    Weitere Internationale Nachrichten zu den Zerstörungen des IS und den politischen Entwicklungen:

    Cultural protector advises DOD on historic sites in fight with Islamic State

    http://www.stripes.com/news/veterans/cultural-protector-advises-dod-on-historic-sites-in-fight-with-islamic-state-1.329776

    Islamic State destroys historic city of Nimrud

    Bulldozing of capital of Assyrian empire condemned as ‘cultural barbarism’

    http://www.irishtimes.com/news/world/middle-east/islamic-state-destroys-historic-city-of-nimrud-1.2129823#.VPq8zFe81g4.email

     

    Beitrag bearbeitet von ClemensClaudiusBarbartus
  • Ergänzend zu der von @a.brunn angegebenen Organisation, gibt es noch SHIRIN (http://shirin-international.org/)

  • PliozähnyPliozähny User Amateur

    Das Thema scheint nicht so interessant zu sein....

    Aktuell ist der Baalschamin Tempel gesprengt. Und kein Ende abzusehen. Über "unwichtigere" Zerstörungen wie z.b das Jona Grab in Ninivie wird gar nicht mehr gross berichtet. Die Altertümer werden systematisch vernichtet. Ganz traurig . Noch schlimmer natürlich der Umgang mit Menschen: Khaled Asaad. Aufgehängt an einer Laterne im Stadtzentrum zur " Abschreckung/Vergeltung" ( ? ) .

    Wie das alles wohl endet?

  • PygmalionPygmalion User Alter Hase

    Doch, das ist sogar ein ziemlich interessanates Thema, aber da kann man schwer drüber diskutieren. Das wird da erst enden, wenn es im Irak, Syrien, Libanon wieder funktionierende Zentralregierungen gibt und manche Länder aufhören, den Is zu unterstützen und Deutschland aufhört, genau den Ländern auch noch Waffen zukommen zu lassen. Unsere Waffenexporte sind eh der größte Witz der Welt.

    Es ist ja auch nicht die einzige Miliz, die irgendwo einen Gottesstaat errichten will. In Somalia versuchen das die Al-Shabaab Milizen seit Jahrzehnten, genauso wie in Nigeria Boko Haram oder die Lords Resistance Army (Ja, das ist eine fanatisch-christliche Miliz die einen Gottesstaat auf Grundlage der 10 Gebote errichten will) in Uganda. Letztere kann an Brutalität problemlos mit dem IS mithalten. Von den meisten kriegen wir aber nur wenig mit, gerade die LRA scheint mir medial doch ziemlich vernachlässigt zu werden... obwohl die die gesamte Bevölkerung in Norduganda, etwa 2 Mio Menschen, zu Flüchtlingen gemacht haben.

    Die Verluste von diesen Stätten werden in diesen Ländern auch noch lange nachwirken, wenn der IS weg ist. Nicht nur finanziell (touristisch) sondern vor allem kulturelll. Aber es ist ja auch nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. In Afghanistan haben z.B. die Taliban 2001 auch die großen Buddhastatuen von Bamiyan gesprengt.

    Tun können wir von hier aus leider ziemlich wenig, außer den Flüchtlingen zu helfen und aufzuhören, vor deren Unterkünften gegen sie zu demonstrieren. Das ist so armselig, dass man dafür eigentlich keine Worte finden kann. Wenn einer dieser Volltrottel nur einen Tag in einem solchen Land leben müsste, er/sie würde vermutlich schreiend im Kreis rennen und sich auch auf das nächste Flüchtlingsboot werfen.

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: August 2015

    Ja,ja, der Gott Abrahams. Was ist in seinem Namen schon alles an Grausamkeiten und Idiotismus geschehen !

    Im 1.Mose 1:27 heisst es: ,,Gott schuf den Menschen Ihm zum Bilde. Zum Bilde Gottes schuf Er ihn."?  Sauber sog I, do legst di nieder !

     

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • HuginHugin User Alter Hase
    Pygmalion schrieb:

    Doch, das ist sogar ein ziemlich interessanates Thema, aber da kann man schwer drüber diskutieren. Das wird da erst enden, wenn es im Irak, Syrien, Libanon wieder funktionierende Zentralregierungen gibt und manche Länder aufhören, den Is zu unterstützen und Deutschland aufhört, genau den Ländern auch noch Waffen zukommen zu lassen. Unsere Waffenexporte sind eh der größte Witz der Welt.

    Es ist ja auch nicht die einzige Miliz, die irgendwo einen Gottesstaat errichten will. In Somalia versuchen das die Al-Shabaab Milizen seit Jahrzehnten, genauso wie in Nigeria Boko Haram oder die Lords Resistance Army (Ja, das ist eine fanatisch-christliche Miliz die einen Gottesstaat auf Grundlage der 10 Gebote errichten will) in Uganda. Letztere kann an Brutalität problemlos mit dem IS mithalten. Von den meisten kriegen wir aber nur wenig mit, gerade die LRA scheint mir medial doch ziemlich vernachlässigt zu werden... obwohl die die gesamte Bevölkerung in Norduganda, etwa 2 Mio Menschen, zu Flüchtlingen gemacht haben.

    Die Verluste von diesen Stätten werden in diesen Ländern auch noch lange nachwirken, wenn der IS weg ist. Nicht nur finanziell (touristisch) sondern vor allem kulturelll. Aber es ist ja auch nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. In Afghanistan haben z.B. die Taliban 2001 auch die großen Buddhastatuen von Bamiyan gesprengt.

    Tun können wir von hier aus leider ziemlich wenig, außer den Flüchtlingen zu helfen und aufzuhören, vor deren Unterkünften gegen sie zu demonstrieren. Das ist so armselig, dass man dafür eigentlich keine Worte finden kann. Wenn einer dieser Volltrottel nur einen Tag in einem solchen Land leben müsste, er/sie würde vermutlich schreiend im Kreis rennen und sich auch auf das nächste Flüchtlingsboot werfen.

    Wie soll das denn dort ruhig werden?

    Die Türken lassen nicht zu, dass die Kurden einen Staat bekommen. Die Saudis und Amis lassen nicht zu, dass der schiitische Iran sich einmischt. Iran versucht seine Einflusssphäre zu vergrößern. Assad kämpft für die Aleviten. Das alles spielt sich in mehr oder weniger willkürlich gezogenen Grenzen statt. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: August 2015

    So sehe ich das auch.

    Es rächt sich jetzt, dass wir Abendländler mit Kolonialisierung und Unterdrückung die Entwicklung dieser Staaten in jeder Hinsicht verhindert haben. Als nach dem zweiten Weltkrieg diese Staaten dann in willkürlich gezogenen Grenzen in die Freiheit entlassen wurden ist die Saat gesät worden die jetzt aufgeht. Da fängt jetzt an was Europa gerade hinter sich hat. Hoffentlich !?

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • PliozähnyPliozähny User Amateur

    Pygmalion:Tun können wir von hier aus leider ziemlich wenig, außer den Flüchtlingen zu helfen und aufzuhören, vor deren Unterkünften gegen sie zu demonstrieren. Das ist so armselig, dass man dafür eigentlich keine Worte finden kann. Wenn einer dieser Volltrottel nur einen Tag in einem solchen Land leben müsste, er/sie würde vermutlich schreiend im Kreis rennen und sich auch auf das nächste Flüchtlingsboot werfen.

     

    Da hast Du soooo recht! Ich bin froh das ich in Deutschland lebe und habe kein Problem damit Flüchtlingen aus diesen Regionen zu helfen. Irgendwie ist es auch falsch hier über zerstörte Altertümer zu plaudern.....angesichts der Tatsache das es den Menschen dort ziemlich dreckig geht. Da sind Altertümer doch eher untergeordnet. Oder??

    KurtiO:-)hast Du ein Problem mit 1Mose1:27???  Stimmt doch!  Sieh Dir den Menschen an und Du erkennst das Wesen Gottes. Tja, hat die Bibel wieder recht.

     

     

  • SixpackSixpack User Routinier

    ....und manche Länder aufhören, den Is zu unterstützen und Deutschland aufhört, genau den Ländern auch noch Waffen zukommen zu lassen. Unsere Waffenexporte sind eh der größte Witz der Welt.

    Dummerweise funktioniert es eben nicht so, dass man alles auf Waffenexporte in Form von Gewehren und Granaten schieben kann.

    Wie war es Mitte der 90ern beim Völkermord in Ruanda mit den Tutsis und Hutus?

    Da haben sie sich sogar mit Macheten und Knüppeln masakriert.

    Wenn ein paar Idioten anfangen rumzuspinnen, ist es ihnen egal, wie sie das Gegenüber töten können.

    Da wird genommen was da ist.

  • ClemensClaudiusBarbartusClemensClaudiusBarbartus User Routinier
    bearbeitet: September 2015

    Nachdem ja in den letzten Tagen die Nachricht über die Sprengung des Baal Tempels in Palmyra in den Nachrichten für Aufregung sorgte, meldet der BBC nun, dass "there was a large explosion within its perimeter but said the basic structure of the 2,000-year-old site was intact." Zur Nachricht geht es hier: http://www.bbc.com/news/world-middle-east-34107395

    NACHTRAG:
    Die UNITAR weiß anders zu berichten: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/islamischer-staat-satellitenbilder-zeigen-zerstoerung-des-baaltempels-a-1050799.html

    @ sixpack

    Da hats Du leider nur zu recht! Der Mensch wird immer einen Weg finden, sich gegenseitig umzubringen, ob mit Waffen oder mit Fäusten.

    Beitrag bearbeitet von ClemensClaudiusBarbartus
  • MaggieMaggie User Alter Hase

    Ich kann das Ganze nicht verstehen, mir scheint es wird zugeschaut wie kulturelles Erbe der gesamten Menschheit den Bach runter geht, die Menschen dort auf das übelste behandelt werden, Mord an Kindern etc. Ergebnis ist der Exodus ganzer Völker. Irgendwie kann ich den Masterplan unserer Regierungen nicht erkennen - es wird agiert statts reagiert soviel steht fest für mich. Wie dünn dann die Haut unserer Zivilisation ist, wie erbärmlich das Verhalten gegenüber den Flüchtlingen ist einfach nur schockierend. Es gab ja schon Völkerwanderungen, klar wir wissen nicht wie die Flüchtlinge damals behandelt wurden, aber schlimmer kann es nicht gewesen sein. Der Mensch in seiner Dummheit wird sich nie ändern. 

  • HuginHugin User Alter Hase
    Maggie schrieb:

    Ich kann das Ganze nicht verstehen, mir scheint es wird zugeschaut wie kulturelles Erbe der gesamten Menschheit den Bach runter geht, die Menschen dort auf das übelste behandelt werden, Mord an Kindern etc. Ergebnis ist der Exodus ganzer Völker. Irgendwie kann ich den Masterplan unserer Regierungen nicht erkennen - es wird agiert statts reagiert soviel steht fest für mich. Wie dünn dann die Haut unserer Zivilisation ist, wie erbärmlich das Verhalten gegenüber den Flüchtlingen ist einfach nur schockierend. Es gab ja schon Völkerwanderungen, klar wir wissen nicht wie die Flüchtlinge damals behandelt wurden, aber schlimmer kann es nicht gewesen sein. Der Mensch in seiner Dummheit wird sich nie ändern. 

    Wen würdest Du denn unterstützen?

    Wir haben ja schliesslich bereits Sadam Hussein, den Schah, die Saudis, die Mujaheddin, die Pkk, die Türkei usw. unterstützt.

    Wir sollten uns mit dem Gedanken anfreunden, dass die Flüchtlinge in Europa integriert werden müssen. Die 1. Generation wird in absehbarer Zeit nicht zurück können und die 2. Generation im Zweifel nicht zurück wollen.

     

    Sixpack schrieb:

    Pygmalion schrieb:

    ....und manche Länder aufhören, den Is zu unterstützen und Deutschland aufhört, genau den Ländern auch noch Waffen zukommen zu lassen. Unsere Waffenexporte sind eh der größte Witz der Welt.

    Dummerweise funktioniert es eben nicht so, dass man alles auf Waffenexporte in Form von Gewehren und Granaten schieben kann.

    Wie war es Mitte der 90ern beim Völkermord in Ruanda mit den Tutsis und Hutus?

    Da haben sie sich sogar mit Macheten und Knüppeln masakriert.

    Wenn ein paar Idioten anfangen rumzuspinnen, ist es ihnen egal, wie sie das Gegenüber töten können.

    Da wird genommen was da ist.

    Im Prinzip richtig, aber auf die Amokläufe übertragen, konnte Breivik über 70 Menschen mit seinen Waffen umbringen. Mit einem Knüppel oder einer Machete hätte er sich wesentlich schwerer getan. Waffenexporte erhöhen die Opferzahlen ganz massiv!

    kurti schrieb:

    So sehe ich das auch.

    Es rächt sich jetzt, dass wir Abendländler mit Kolonialisierung und Unterdrückung die Entwicklung dieser Staaten in jeder Hinsicht verhindert haben. Als nach dem zweiten Weltkrieg diese Staaten dann in willkürlich gezogenen Grenzen in die Freiheit entlassen wurden ist die Saat gesät worden die jetzt aufgeht. Da fängt jetzt an was Europa gerade hinter sich hat. Hoffentlich !?

    Da machst Du es dir zu einfach. Die Grenzen in Europa sind im wesentlichen durch Kriege festgelegt worden. Warum sollte es dort anders sein? Wieso entwickeln sich die baltischen Staaten so gut, nachdem sie 70 Jahre von der Sowjetunion unterdrückt worden sind?

    Ausserdem ist der IS international, die Saudis, der Iran und die Türkei mischen sich als lokale Großmächte ein, um ihre Interessen durchzusetzen.

    Den Kolonialismus für die Probleme verantwortlich zu machen ist viel zu kurz gegriffen.

    Ich glaube, es wird gekämpft, bis nichts mehr da ist, wofür gekämpft werden könnte. (So ein bischen wie der dreissigjährige Krieg.)

  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: September 2015

    @Hugin

    Da machst Du es dir zu einfach. Die Grenzen in Europa sind im wesentlichen durch Kriege festgelegt worden. Warum sollte es dort anders sein?

    Offensichtlich hast Du mich mißverstanden. Wir haben eben dies in den letzten Jahrhunderten dort verhindert, denn sonst wären die heute weiter. Die haben eben die Auseinandersetzungen noch vor sich, die wir in Europa hinter uns haben. Ich war schon immer gegen das Einmischung von uns in diesen Gebieten. Sicher wäre auch einiges anders verlaufen, wenn die Ost-West-Konkurrenz nicht gewesen wäre. Den Religionskrieg haben wir ja auch mit Mord und Totschlag und Verwüstung hinter uns. Köpfen, aufhängen, verbrennen und vierteilen war alles einschließlich Kopftuch schon da. Wie Du richtig sagst, warum sollte es dort anders sein ? Natürlich haben sich einige Dinge durch internationale Vernetzung in jeder Richtung verändert und machen es nicht gerade leichter und einfacher.

    Nicht einmischen heißt natürlich nicht, dass wir auf humanitärer Ebene nicht alles tun was uns möglich ist und dort wo es eben geht muß Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Hier bin ich allerdings für strenge Kontrollen und Planung , denn goldene Wasserhähne im Palast des Präsidenten und ein paar Panzer davor machen dort keinen hungrigen Bauch satt.

    Gruß

    Kurti

     

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • MaggieMaggie User Alter Hase

    Unterstützung nur für die Menschen dort. Es hat sich ja gezeigt,  dass auf Dauer keine Regierung dort stabil ist. Wir haben auch nicht das Recht zu entscheiden,  ausser im Sinne der Menschlichkeit. Wir haben die verdammte Pflicht die Flüchtlinge aufzunehmen und gut zu behandeln.  Es gibt nur eine Richtung der Integration und die hat nix mit Religion oder Kultur zu tun, sondern mit ethischen Grundsätzen.  Den mischmasch haben wir seit tausenden Jahren damit müssen wir uns abfinden. Immerhin kamen ja wohl gerade aus der Richtung aus der die Flüchtlinge jetzt kommen unsere Vorfahren.  Also die Familie wächst wieder zusammen. 

    Limentis
  • kurtikurti User Urgestein
    bearbeitet: September 2015

    @Maggie

    Unterstützung nur für die Menschen dort. Es hat sich ja gezeigt,  dass auf Dauer keine Regierung dort stabil ist. Wir haben auch nicht das Recht zu entscheiden,  ausser im Sinne der Menschlichkeit.

    Das ist immer schön gesagt, doch schwer getan. Ich möchte ehrlich gesagt kein Politker sein der hier Entscheidungen treffen soll und muß.

    Den mischmasch haben wir seit tausenden Jahren damit müssen wir uns abfinden. Immerhin kamen ja wohl gerade aus der Richtung aus der die Flüchtlinge jetzt kommen unsere Vorfahren.  Also die Familie wächst wieder zusammen. 

    Auch richtig und das wird von den "Arierfans" meistens übersehen. Dennoch ist das mit dem "Multikulti" in der Praxis nicht so ganz einfach. Ich kenne das noch aus der Zeit als die ersten Sizilianer und Sarden hier als Gastarbeiter kamen. Die haben Dir das Messer zwischen die Rippen gehauen und anschließend ihr goldenes Kreuz, was an der braungebrannten Brust baumelte, geküßt.:-DVon "türkisch Papa" ganz zu schweigen. Das heißt nicht, dass man diese Probleme nicht lösen kann, aber es dauert und schafft halt Unbehagen z.Bsp. auch beim bayerischen, katholischen Waldler und dem mußt Du dann erst beibringen, dass der Papst nicht überall das Sagen hat und des dauert halt a Weil ! >:)

    Übrigens, ich habe Krieg, Bombennächte, brennende und zertrümmerte Strassenzüge, zerfetzte und verbrannte Leichen, Flucht, Hunger und Elend am eigenen Leibe als Kind erlebt und weiß wovon ich rede. Die ersten Nachkriegsjahre und die Aufnahme der Ostflüchtlinge waren auch nicht das reinste Vergnügen und der Alltag sah auch ein bißchen anders aus als unsere "jungen" Politiker das heute darstellen. Pimmocken, Rucksackdeutsche waren Schlagworte und dazu waren die auch noch evangelisch. Die brüderliche Umarmung hielt sich in Grenzen und Du kannst Dir sicher nicht vorstellen welche Kluft damals noch zwischen katholischen und evangelischen Christen herrschte. O:-)

    Die Ostpreußen bekamen z.Bsp. für ihre "Rittergüter" die sich sich gegenseitig bezeugten eine relativ hohe Entschädigung und wir, die wir auch alles verloren hatten, bekamen nur ein paar Groschen als Überbrückungsgeld. Mein Vater sagte damals scherzhaft, wenn man die ganzen angeblichen Gutshöfe zusammenrechnet, dann erstreckte sich Ostpreußen bis weit nach Sibirien hinein.:-D

    Nichtsdestotrotz haben wir uns zusammengerauft und geteilt was wir hatten und hervorzuheben ist, dass unsere Behördenmaschinerie bestens funktioniert hat. Ich frage mich heute oft wie die das in den Kriegs-u.Nachkriegswirren geschafft haben. Da gab es bei der Evakuierung aufs Land trotz zusammengeschossener Bahnstrecken und LKW-Kolonnen kein solch erbärmliches Chaos wie jetzt bei der Flüchtlingsaufnahme. Wir wurden mit Pferde-u.Ochsengespannen von den Bauern weitertransportiert und im Dorf war alles bestens vorbereitet.

    Gruß

    Kurti

     

    Beitrag bearbeitet von kurti
  • IrminfriedIrminfried User Alter Hase

    Es schmerzt mich unwahrscheinlich den Untergang Sysriens mitzuerleben, da ich dort schon auf Grabungen unterwegs war und viele der Stätten, welche jetzt zerstört wurden und werden kannte und mir kein Bild davon machen kann, wie es den Menschen geht, welche wir damals kennenlernten.

    Aber letztendlich ist das heutige Wüten der mohammedanischen IS-ler nur der 500- jährige Gründungsverzug zum Christentum.

    Unter anderm vor 500 Jahren wüteten die christlichen Eiferer auf noch grausamere Weise in Amerika, wo sie gleich ganze Kulturen vernichteten. Auch sie zerstörten das kulturelle und geschichtliche Werk der dort Ansässigen im Namen eines Gottes, der ihnen befohlen hätte, Götzenanbetung zu unterbinden.

    Natürlich konnte man in dem Zuge tonnenweise Gold und Silber legal rauben. Wie auch die die heutigen "Gotteskrieger" systematisch die Ruinen und Museen plündern und den  Raub verkaufen.

     

     

    Limentis
  • MaggieMaggie User Alter Hase
    Irminfried schrieb:

    Es schmerzt mich unwahrscheinlich den Untergang Sysriens mitzuerleben, da ich dort schon auf Grabungen unterwegs war und viele der Stätten, welche jetzt zerstört wurden und werden kannte und mir kein Bild davon machen kann, wie es den Menschen geht, welche wir damals kennenlernten.

    Aber letztendlich ist das heutige Wüten der mohammedanischen IS-ler nur der 500- jährige Gründungsverzug zum Christentum.

    Unter anderm vor 500 Jahren wüteten die christlichen Eiferer auf noch grausamere Weise in Amerika, wo sie gleich ganze Kulturen vernichteten. Auch sie zerstörten das kulturelle und geschichtliche Werk der dort Ansässigen im Namen eines Gottes, der ihnen befohlen hätte, Götzenanbetung zu unterbinden.

    Natürlich konnte man in dem Zuge tonnenweise Gold und Silber legal rauben. Wie auch die die heutigen "Gotteskrieger" systematisch die Ruinen und Museen plündern und den  Raub verkaufen.

     

     

    Ich hoffe, dass es so viele wie möglich geschafft haben diese Hölle zu verlassen und hoffe das dieser Alptraum bald ein Ende hat.

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