Y-DNA-Profile hallstattzeitlicher Gräber im Saarland?

Frage mit akzeptierter Antwort

Hallo, ich wollte mich für einen Freund, der sich eine Y-DNA-Analyse seiner Gene hat machen lassen, erkundigen, ob es schon entsprechende Untersuchungen bei den hallstattzeitlichen Gräbern im Großraum Saarland/Lothringen/Luxemburg gibt?
Und bei der Gelegenheit: wie weit sind entsprechende Untersuchungen denn inzwischen denn allgemein? Ich erwarte ja keineswegs, dass Europa auch nur annähernd flächen- und epochendeckend ausgewertet ist.
Und noch was: Wie aussagekräftig sind denn solche Profile?

Beste Antwort

  • #2 Akzeptierte Antwort
    Hallo! Du schreibst, dein Freund habe eine Y-DNA-Analyse machen lassen. Vermutlich hat er seine Y-DNA-Haplogruppe bestimmen lassen. Eine ungefähre Verteilung dieser Haplogruppen findest du in dieser graphischen Darstellung: http://www.scs.illinois.edu/~mcdonald/WorldHaplogroupsMaps.pdf

    Wie du siehst, kommen in  manchen Regionen der Welt einige davon häufig vor, in anderen seltener oder so gut wie gar nicht. In Europa z.B. gibt es häufig R1b, R1a, I, aber auch J, K E3b. Jede einzelne davon kommt auch außerhalb Europas vor und nur R1b scheint in Europa entstanden zu sein. E3B z.B. ist in Nordafrika sogar am häufigsten, R1a im westlichen Eurasien, J hat ihren Schwerpunkt in Vorderasien.

    Dein Freund wird höchstwahrscheinlich einer dieser Haplogruppen zuzuordnen sein, vermutlich R1b - weil diese in Europa nunmal die häufigste ist.

    Und so wird es wohl auch mit hallstattzeitlichen Populationen sein. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß die Menschen der Hallstattzeit außereuropäischen Ursprungs gewesen wären. Deshalb dürfte kein besonderes Forschungsinteresse darin bestehen, ihre Zugehörigkeit zu Haplogruppen zu untersuchen - es werden sehr sicher die üblichen in Europa gängigen herauskommen. Das ist deshalb wichtig, weil Forschung Zeit und Geld kostet. Man kriegt Forschungsgelder eher, wenn die Fragestellung lohnend erscheint. Das wäre hier nicht der Fall. Ich bin mir also ziemlich sicher, daß hallstattzeitliche Populationen bislang noch nicht hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zu Y-DNA-Haplogruppen untersucht wurden, zumal die Methodik der Erforschung von aDNA ja noch nicht allzu lange so ausgereift ist, daß sich mit vertretbarem Aufwand valide Ergebnisse generieren lassen (Anwendung von PCR, fortgeschrittenes Primerdesign usw).

Antworten


  • Vielen Dank, ich gebe das mal so weiter.
  • ScootJecaxScootJecax User
    bearbeitet December 2013 #4

    Die Steinkugeln, die ich kenne, sind aus dem 15. Jahrhundert. Im siebenjährigen Krieg waren die Teile jedenfalls schon gegossen.




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