Mythologie, Religion, Dämonologie, Okkultismus, Hexerei, etc

Ich sammle gerade Material für meine Bachelorarbeit. Es geht darum ein fiktives Grimoire zu gestalten. Die Suche nach Texten als Grundlage läuft bisher aber ernüchternd ergebnislos.

Ich suche nach (deutschen oder englischen) Übersetzungen von authentischen alten Texten (vorzugsweise mit seriösen Erläuterungen) aus den Bereichen Mythologie, Religion, Dämonologie, Okkultismus, Satanismus, Hexerei, Ritualtexte & - beschreibungen, etc.
Das ist ein recht unzusammenhängender Haufen, ich weiß, aber gerade versuche ich mir einen möglichst guten Überblick zu verschaffen um später entscheiden zu können was die beste Arbeitsgrundlage bieten würde.

In anderen Foren bekam ich hauptsächlich Hinweise auf modernen Satanismus und Esoterik. Beides nicht sonderlich hilfreich, wenn das Buch am Ende wenigstens einem zweiten Blick standhalten soll.

Für brauchbare Anregungen wäre ich überaus dankbar.

Kommentare

  • "Im Reich der Geister und tanzenden Hexen". Jenseitsvorstellungen, Dämonen und Zauberglaube ist ein gutes Buch wo ich kenne
     
    Der Hexenhammer als Grundlage ist sicher auch gut und den bekommt man auch überall
     
    Werwölfe und Tierverwandlungen im Mittelalter,  ist eigentlich auch sehr gut
     
    Die Geisterwelt: Eine Schatzkammer des Wunderglaubens, das soll auch recht gut sein.
     
     
     Bis auf der Hexenhammer sind natürlich alles neuere Bücher die sich mit dem Thema beschäftigen.

    Wo auch Informationen über die Vorstellungen stehen sind in den Bücher von den Kirchenväter und in der Bibel gibt es ebenfalls Hinweise darüber ansonsten kann man auch selbst alte Sagen, insbesondere Volkssagen, analysieren um Informationen zu bekommen. Ansonsten wären noch für das Thema über Zaubersprüche die Merseburger Zaubersprüche interessant. Vielleicht findet man auch in alten Archiven noch Prozessakten wo Informationen darüber enthalten (Bamberg hat noch viele solcher Akten). Archive haben evtl. noch alte Manuskripte aus den Hexenzirkeln der früheren Zeiten
  • Aus der Antike gibt es noch die Zaubersprüche der alten Ägypter zb aus dem Totenbuch oder von ihren Tempeln.
  • @Charles.D.Ward
    Das ist ja der Grund, warum Lovecraft sich damals sein Necronomicon selber erfinden musste.
    Aber ich kenne noch die Bücher Mosis. Die sind zwar aus dem 18.jhd.  aber da sind diverse Sprüche und henochische Zauberformeln usw. drin. Das ist zwar auch fiktiv, aber reale Zauberformeln (im Sinne immer gleich und in irgend ner alten Sprache wie zB bei Harry Potter) gab es in diesem Sinne nie. Was vielleicht auch noch gut wäre das Handbuch des deutschen Aberglaubens. Da sind auch so ein paar Sachen drin. Hier könnte auch noch interessant sein http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2007/3221/pdf/DissBachter.pdf
    http://www.sacred-texts.com/grim/
    http://www.hermetics.org/library/Library_Grimoires.html

    Was uns jetzt alle brennend interessiert, für welches Fach braucht man sowas? Kann man Requisitenbau studieren? Denn für was anderes fällt mir da kein Sinn ein, etwas kreieren zu wollen, dass es nicht gab, aber authentisch sein soll. Wie soll es einem Blick standhalten, wenn es keinerlei reale Entsprechungen gab?
  • bearbeitet August 2013 #5
    Danke für die vielen Vorschläge.

    Der Hexenhammer scheint mir nicht sonderlich ergibig da sich dieser (wenn ich recht verstehe) hauptsächlich mit den Strafen und Prozessregeln befasst.
    Aber das "Daemonolatreiae libri tres" von Nicholas Remy klingt recht interessant. Leider finde ich dazu kaum Infos. Weiß jemand hier genaueres zum Buch & Inhalt?

    Nachdem ich mich im Internet etwas mehr nach Grimoires umgeguckt habe, glaube ich, dass diese Zauberbücher selbst wohl nicht den besten Stoff bieten. In das Grimoirum Verum habe ich auch etwas reingelesen. Das ist zwar durchaus interessant, enthält aber nicht gerade die "dunkle Epik" nach der ich suche.
    Ob da diese Bücher Mosis oder das Clavicula Salomonis mehr zu bieten haben?

    Danke auch für die Links. Vor allem die Dissertation interessiert mich sehr.

    Interessehalber habe ich mir letzte Woche das Simon Necronomicon und The Necronomicon Files (recht gelobtes Buch das sich sachlich mit dem Thema "Necronomicon" auseinandersetzt) geholt.
    Zwar bin ich noch bei keinem der beiden Bücher durch, aber schön langsam glaube ich, dass religiöse Mythologien (welche ja in den meisten Grimoires als Referenz dienen) viel ergibiger wären.

    Die sumerische bzw die babylonische Religion werden ja offenbar von Lovecraft aber auch Crowley als Referenz genutz. Für empfehlenswerten Lesestoff diesbezüglich wäre ich sehr dankbar.
    Auch die altägyptische Religion würde mich interessieren.

    Was ist eigentlich die älteste Religion von der es erhaltene Niederschriften gibt?
    Das Judentum? Ich muss zugeben, dass ich mich mit der jüdischen Mythologie kaum auskenne.
    In welchen Schriften kann ich hier auf gute Geschichten stoßen?

    Die relevanten Auswahlkriterien bleiben also recht oberflächlich.
    Ich suche Texte die so "düster" wie möglich sind - gerne auch blutig, nicht zwingend religiös :)
    Bösartige Götter, "gotteslästerliche" Geschichten, Dämonen, Beschwörungen, Riten, etc.

    Ich bin zur Zeit sowieso auf der Jagd nach einer schönen alten Ausgabe der Bibel, immerhin auch ein recht martialisches Buch. Vielleicht gibt es ja noch interessante apokryphische Schriften die in dem Zusammenhang noch lesenswert sind?

    Wie gesagt, in erster Linie bin ich auf der Suche nach deutschen oder englischen Übersetzungen von den oben viel zu vage (sorry) beschriebenen Texten. Möglichst ausführliche Erläuterungen zu den Texten sind zwar mehr als willkommen, aber Erläuterungen ohne Originaltext sind wahrscheinlich nicht allzu hilfreich für mich.

    @astrofratz:
    Ich studiere Kommunikationsdesign. Meinen Schwerpunkt habe ich auf Illustration gelegt.
    Das Buch soll am Ende auch reich illustriert und verziert sein.
    Zwar habe ich noch nicht einmal grünes Licht für das Thema, aber nächstes Semester will ich mit einer handfesten Konzeptgrundlage überzeugen können.
  • Die sumerische bzw die babylonische Religion werden ja offenbar von Lovecraft aber auch Crowley als Referenz genutz.

    Naja, nicht wirklich. Ich schreibe gerade selber ein Buch zu den mesopotamischen Mythen, aber weder Lovecraft, noch Crowley haben da sich wirklich draus bedient. Damals war das alles zu unbekannt. Die sind eher auf die Kaballa abgefahren.

    Was ist eigentlich die älteste Religion von der es erhaltene Niederschriften gibt?
    Das Judentum? Ich muss zugeben, dass ich mich mit der jüdischen Mythologie kaum auskenne.
    In welchen Schriften kann ich hier auf gute Geschichten stoßen?
    Es gibt noch die Texten von Enscheduanna der Tochter von Sargon von Akkade 2300bc. Die hat diverse Rituale festgehalten. http://www.religionskritik.com/thread.php?threadid=3744 hier hat sich mal jemand die Mühe gemacht das von Englisch nach Deutsch zu übersetzen. Aber ich kann dir gleich sagen, dass wird nicht ganz das sein, was du suchst.
    Es gibt diverse Literatur zu Beschwörungsformeln. Sehr bekannt ist hier die Beschwörung zum Zahnwurm. Aber die laufen alle in einem Schema ab, das nun wirklich nicht gruselig ist.
    Da kann ich dir aus dem Kopf nur folgende nennen.
    Die Beschwörungsserie Bīt mēseri
    Die Labartu-Texte

    Das Simon Necronomicon ist als Quelle unbrauchbar, da hier bereits das gemacht wurde, was du vor hast. http://en.wikipedia.org/wiki/Simon_Necronomicon es ist quasi ein Fake.

    Aber das "Daemonolatreiae libri tres" von Nicholas Remy klingt recht interessant. Leider finde ich dazu kaum Infos. Weiß jemand hier genaueres zum Buch & Inhalt?
    Ne kannte ich nicht, ist aber online bei Google Books zum durchlesen. http://books.google.de/books?id=I8VbAAAAQAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false Die Sprache ist aber weder englisch noch deutsch. Wird wohl ein sächsischer Dialekt sein :P .

    Bösartige Götter, "gotteslästerliche" Geschichten, Dämonen, Beschwörungen, Riten, etc.
    Naja, sowas findest du im allgemeinen ja schon in der Bibel. Die früheren Götter waren alle bösartig wenn es ihnen passte. Man denke nur an Enki, der seine Tochter und Enkelin und Urenkelin schwängert. Oder Enlil, der Ninlil vergewaltigt oder die Götter, die die Sintflut verfügten. Götter die sich gegenseitig beseitigen und mit den Menschen umspringen wie es ihnen passt. usw. Die Geschichte mit dem guten Gott, ist relativ neu. Früher waren es immer Götter, die man bei Laune halten musste, sonnst kamen die mit der Peitsche.

    Aber es gibt überall merkwürdige Praktiken. So gibt es selbst im neuen Testament ein paar interessante Kapitel.

    Mk7,32 Da brachten sie einen Taubstummen zu ihm und baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen. 33 Er nahm ihn vom Volke weg auf die Seite, steckte seine Finger in seine Ohren, berührte seine Zunge mit Speichel, 34 sah zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: "Ephphatha", das heißt "Öffne dich!" 35 Sogleich öffneten sich seine Ohren, das Band seiner Zunge wurde gelöst, und er redete richtig. 36 Und er gebot ihnen, es niemand zu sagen. Doch ob er ihnen auch noch so gebot, sie machten es um so eifriger bekannt.
    Bekannt hier auch der Simon Magus oder die Hexe von Endor (nein, sie war nicht klein und plüschbehaart wie die Ewoks auf Endor).

    2Kön. 4,31 Gechasi war ihnen schon vorausgegangen und hatte den Stab auf den Knaben gelegt. Doch es war kein Laut und kein Lebenszeichen erfolgt. Er kehrte also um und meldete ihm: "Der Knabe ist nicht aufgewacht." 32 Elisäus kam in das Haus und fand den Knaben tot auf seiner Lagerstatt liegen. 33 Er ging hinein, schloß die Tür hinter ihnen beiden zu und betete zum Herrn. 34 Dann stieg er hinauf und legte sich auf den Knaben. Er legte seinen Mund auf des Knaben Mund, die Augen auf dessen Augen und die Hände auf seine Hände. Er streckte sich also über ihn aus, und der Leib des Knaben wurde warm. 35 Danach trat er zurück, ging im Haus einmal auf und ab, stieg wieder zu ihm hinauf und streckte sich über ihn aus. Da nieste der Knabe siebenmal und schlug seine Augen auf.
    Dann sind ja noch der Aaronstab und die Wunder in Babylon von Daniel und anderen Propheten usw. Die Juden sind damit ein ziemlicher Fundus und die gesammte Magie von OTO und Crowley usw geht auf die Kaballa und die jüdischen Schriften wie diese hier http://www.sacred-texts.com/jud/tku/tku54.htm zurück. Vielleicht ist ja auch noch das hier was für dich http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/titleinfo/3383292 da geilt sich Erich von Däniken ja auch immer dran auf.
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