rechtwinklige Wallanlage

Hallo zusammen,

kein Ding, gefunden hab ichs aber trotzdem. Wir sind im Kaufunger Wald bei Großalmerode. Die Anlage umfaßt ca. 45mx90m (abgeschritten), die lange Seite ist nw nach so ausgerichtet. Der dem Hang zugewandte Ostwall schaut nur noch ca 30cm über den Boden, der Nord- und Südwall ragen nach Westen immer höher aus dem Boden, an der Westseite ist er ca. 4,5m hoch (von außen, von innen ca. 1,5m). Die gesamte Westseite und die Ecken sind von einer kleinen Sandsteinmauer eingefaßt, in der Mitte sind ein paar Steinhaufen. Im Inneren ist die Anlage ziemlich ebenerdig. Auf der Anlage ist ein alter Wasserbehälter, hat aber mit dem Wällen offensichtlich nichts zu tun. Es wurde wohl als Teich zur Trinkwasser-  und Eisentnahme genutzt, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Wälle für einen Teich aufgeschüttet wurden, der Aufwand erscheint mir viel zu groß, ein findiger Kopf hat die Anlage wohl eher dafür umgerüstet. Einen künstlicher Teich anlegen geht einfacher. Ich hoffe, man kann auf den Fotos was erkennen, hab 120 gemacht, aber die meisten sind nichts. Vielleicht hat ja jemand von Euch eine Idee.

Konni

Kommentare

  • Sind aus dieser Gegend militärische Aktivitäten (30-jähriger Krieg und später) bekannt?

    Augensucher - Oberpfalz (Gott erhalt`s)

  • Das kann, ehrlich gesagt, alle sein...gut möglich, dass es eine Schanze ist, also Artilleriestellung/Befestigung aus irgendeinem Krieg....ohne funde ist das unmöglich zu sagen...von den dingern gibt es ziemlich viele, die werden manchmal für keltische oppida gehalten, andersrum werden oppida auch schonmal für schwedenschanzen gehalten...wie gesagt, ohne funde glaube ich nicht, dass man mehr dazu sagen könnte.
  • Über Aktivitäten im 30jährigen Krieg in Großalmerode scheiden sich die Geister. Es gibt nicht nachgewiesene Legenden über eine vollständige Zerstörung des Ortes, aber Kirchenbücher und Untersuchungen an der Kirche sagen etwas anderes. Die Kanzel trägt das Datum 1514 und die Kirche zeigt keinerlei Brand- oder Zerstörungsspuren und die Bevölkerung ist während der Kriegsjahre nicht zurückgegangen. Es gibt aber Aufzeichnugen, daß Betroffene Menschen aus der Umgebung in Großalmerode Hilfe erhalten haben. Genaue Untersuchungen gibt es nicht. In keltischer Zeit war das Gebiet angeblich nicht besiedelt, es gibt aber in ca. 1,5 km Entfernung bronzezeitliche Hügelgräber ca. 1500 vC. In unmittelbarer Nähe ist eine wichtige Kreuzung uralter Höhenstraßen. Über das Gelände konnte ich nur den Flurnamen Carmsteich herausfinden und dass dieser zur Eisgewinnung für Metzger und Wirte diente. Die Scherben hab ich aus den Wurzeln der von Kyrill gefällten Bäume gepult. Die eine Scherbe sieht aus, als hätte sie eine graphithaltige Bemalung, das kenn ich von hier gar nicht. Der Scherben ist recht weich, die Magerung nicht ganz feiner Quarzsand. Keine ist glasiert, die eine hat außen eine Art graue Engobe. Außen ist sie viel rauer als innen. Die helle ist sehr fein und hart. Der rote Klumpen ist ziegelartig, aber irgendwie komisches Zeug. Ich hatte schon eine Menge Großalmeröder Keramik aus verschiedenen Zeiten in der Hand, aber mit dem Zeug kann ich nicht soviel anfangen.

    Danke Konni
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