noch ein Luftbild ...

MiataMiata User Amateur
Beruflich habe ich oft mit Luftbildern zu tun.
Dabei ist mir unten stehendes eventuelles Bodendenkmal aufgefallen.

Der Durchmesser des Kreises beträgt ca. 49m, die Seitenlängen des Viereckes sind ca. 22m.

Die deutlichen Schattierungen kommen wohl daher, dass es sich um Flußschwemmland handelt. Aktuell ca. 2km vom Rhein entfernt.

Auch wenn ich wegen der Deutlichkeit der Abbildung nicht davon ausgehe, dass das Teil noch "unbekannt" ist, möchte ich auch keine näheren Angaben zum Ort machen.

Was könnte das sein?
Für ein römisches Lager ist es zu klein, für ein Hügelgrab wohl zu groß.
  • fundstelle.JPG
    27K
  • GranitGranit User Routinier
    Miata schrieb:
    Die deutlichen Schattierungen kommen wohl daher, dass es sich um Flußschwemmland handelt. Aktuell ca. 2km vom Rhein entfernt.
    Wenn es wirklich jahrhundertelang immer wieder vom Rhein überspült worden ist, kann es nicht besonders alt sein würde ich sagen. Oder es ist so fest im Boden daß ihm Erosion und Überschwemmungen nichts anhaben können.
    Diese Schattierungen können von landwirtschaftlicher Bearbeitung kommen. Wenn das Feld immer wieder in dieser Begrenzung verschieden bepflanzt war wie das Nachbarstück scheinen mir so scharfe Grenzen nicht ungewöhnlich.
    Was könnte das sein?
    Keine Ahnung. Vielleicht hat jemand ähnliche Luftbilder wo anders gesehen. Es wird bestimmt Bildbände geben, mit unterschiedlichsten Archäo-Luftbildaufnahmen, die später identifiziert wurden.
    Daher gibt es wohl nur die einzig mögliche Art der Klärung:
    Die Stelle aufsuchen, anhand markanter Punkte auffinden, und herausfinden, was im Erdreich anders ist als im umgebenden Erdreich.
  • Hm, ich warte nur auf den ersten Beitrag über Vinca und Aliens :D

    Spaß beiseite: Landwirtschaftlich wäre zwar möglich, aber das Muster erscheint mir ein wenig... gewollt - der "Punkt" (?) in der Mitte des Musters. Die Größe kann ich nur erahnen, wobei ich hier jetzt eher Überbleibsel eines Gebäudes vermuten würde... ich werfe gerne nochmal das Stichwort "Motte" in die runde :)
  • GranitGranit User Routinier
    Ich (und wohl auch der Fragesteller) spreche von der in gerader senkrechter Linie geteilten Flächen auf dem Bild, links hell, rechts dunkel.
    Nicht von dem Linienobjekt.
  • PygmalionPygmalion User Alter Hase
    VINCA! definitiv eine Alienlandestation aus der Vincazeit. Die ist sogar auf der Ebsdorfer Weltkarte eingezeichnet. links unten. guckt mal nach :)

    Eh, ne quatsch :D Ich habe so etwas ähnliches schon mal gesehen, dabei handelte es sich um einen rittersitz, bzw. eine Motte...das würde ich hier auch erstmal annehmen und dem heyden zustimmen :)

    ein bisschen irritiert mich allerdings dieser kreis in der mitte des vierecks...

  • HeydenarchaeologieHeydenarchaeologie User Alter Hase
    bearbeitet: Februar 2012
    Hm der Strich stellt dann eine größere Herausforderung dar :)
    Also, möglich wäre ein stark demolierter Wall oder tatsächlich einfach nur das Zeugnis eines betrunkenen Bauern bei der Arbeit


    Zum Punkt: Ein zugeschütteter Brunnen vllt?
    Beitrag bearbeitet von Heydenarchaeologie
  • HeydenarchaeologieHeydenarchaeologie User Alter Hase
    bearbeitet: Februar 2012
    Solche Farbunterschiede gibt es auch bei alten Städten (NICHT Atlantis und auch NICHT Isenburg). In Weißrussland hat man eine Stadt entdeckt, an deren früherer Stelle kein Gras gewachsen ist...
    Aber es ist greift auch auf das Muster über... Ich bin überfragt, was sagen die anderen dazu?
    Beitrag bearbeitet von Heydenarchaeologie
  • PygmalionPygmalion User Alter Hase
    Wie es geht jetzt darum, dass es links grün ist und rechts so weißlich?

    Ich dachte es geht um dem kreis, in dem das viereck liegt.
  • HeydenarchaeologieHeydenarchaeologie User Alter Hase
    bearbeitet: Februar 2012
    @Granit: Ich glaube nicht dass es um die arben geht :DDDD schau dir mal die Gehwege zum Vergleich an, das sind ja mindestens 150 Meter :)
    Beitrag bearbeitet von Heydenarchaeologie
  • GranitGranit User Routinier
    Pygmalion schrieb:
    Wie es geht jetzt darum, dass es links grün ist und rechts so weißlich?

    Ich dachte es geht um dem kreis, in dem das viereck liegt.
    Klar geht es um das Viereck.
    Aber nachdem der Verfasser diese Schattierungen auch angesprochen hat, ging ich darauf ein. Darauf folgten die absichtlichen Vermischungen der Labertaschen mit dem Viereck, was ich als etwas frech empfinde (könnte aber auch an zuwenig genauem Lesen und Mitdenken liegen.)
  • ich wollte niemanden beleidigen wenn ich dir zu nahe getreten bin - im Klartext: geht es in diesem Thread um Schattierungen oder um das Muster? Wenn letzteres so muss ich dich auch um etwas Rücksicht bitten da anscheinend keiner auf dein Argument eingehen konnte oder wollte
  • MiataMiata User Amateur
    bearbeitet: Februar 2012
    OK - dann versuche ich das Ganze nochmal genauer zu beschreiben:

    Es geht mir um das - ich nenne es mal "seltsame Objekt" ungefähr in der Mitte des Bildes.

    Der annähnernde Kreis und das Viereck stehen wohl in Beziehung miteinander und gehören höchstwahrscheinlich zusammen. Auch der Punkt in der Mitte.

    Die zwei schneidenden Linien, sind höchstwahrscheinlich durch die landwirtschaftliche Bearbeitung entstanden und geben nur einen momentanen Zustand dar.
    Die weiteren Farbschattierungen sind ebenfalls höchstwahrscheinlich auf die verschiedenen Bodengüten (Humushöhe, Kies im Untergrund etc.) zurückzuführen, da das Land ehemaliges Schwemmland in Rheinnähe ist - wenn auch wahrscheinlich seit Jahrtausenden keine direkte Ablagerung mehr dort war. Diese Farbschattierungen sind in diesem Gebiet zu dieser Jahreszeit normal und nicht Gegenstand der Frage.

    Die Größe hab ich ja schon beschrieben oben im Ursprungsthread.
    • fundstelle.JPG
      27K
    Beitrag bearbeitet von Miata
  • Gut also waren wir gar nicht so falsch :)
    Ich tippe auf eine Motte, eine frühmittelalterliche Holzfestung welche meist aus einem Wohnturm, einer ringwallanlage und einem Dorf bestand. Der Punkt könnte ein Brunnen sein.
  • IrminfriedIrminfried User Alter Hase
    Hi,

    ich würde dies auch eher als MA Motte ansprechen wollen.
    Ohne das Gelände zu kennen, würde ich annehmen, daß der grün verwaschene Bereich im Osten der Anlage ein tiefer ausgeschwemmter Altarm oder eine Erosionsrinne ist und die "Motte" etwas erhöht. Wenn diese Erhöhung eine ältere Kiesbank ist, erklärt sich damit auch der unterschiedliche Bewuchs, da in der Erosionsrinne mehr Humus abgelagert ist und die Feuchtigkeit besser gehalten wird.

    Gruß
    Irminfried
  • MiataMiata User Amateur
    Ich muss zugeben, der Begriff "Motte" war mir in diesem Zusammenhang völlig unbekannt.

    Nachdem ich etwas gegoogelt habe, kommt mir dies auch als eine Mögliche erklärung vor.

    Danke!! :-D
  • MelchiorMelchior User Alter Hase
    Mir scheint auch eine Motte als wahrscheinlich, vll. ein einfacher Holzwohnturm ohne Hügel in diesem Fall.

    Die scharfen Linien können von einem Flussaltarm stammen. Die hellen Flächen sind ja schon trockener, die dunklen werden durch besser wasserspeicherndes Sediment vervorgerufen. Rechts kann also Flusssediment sein, die scharfe Linie das alte Flußufer.

    Gruß

    Melchior
  • eisensteineisenstein User Amateur
    Hallo,
    Hast du dich mal mit der geografischen Lage auseindergesetzt?Ich könnte mir evtl. auch ein Radar (z.b. Würzburg Riese)vorstellen,wäre vlt. auch ein Denkanstoß.
    gruß Eisenstein
  • GranitGranit User Routinier
    Die Vermutung einer solchen Turmhügelburg scheint mir auch sehr wahrscheinlich. Könnte passen.
  • PygmalionPygmalion User Alter Hase
    Motten kommen ja in sehr unterschiedlichen formen, größen und Höhen vor.
    Manche liegen auf aufgeschütteten hügeln, andere nicht, manche haben 12m hohe Hügel, andere nur 1-2m...
    Alle gemeinsam haben sie, dass in der Mitte ein hölzerner Turm stand(eventuell mit steinfundament, sieht hier aber aufgrund des bewuchses nicht so aus), Außen rum gab es dann meistens noch einen von einer Palisade eingefassten Bereich. Dazu passt das ganze sehr gut...wie gesagt, ich habe soetwas schonmal gesehen, so eine struktur ist gar nicht so selten. Motten gab es haufenweise, weil sie die Behausung des niederen Adels waren...wurden dann aber im späteren Verlauf des Mittelalters alle abgerissen, weil sie zum einen verteidigungstechnisch völlig überflüssig waren und zum anderen nicht mehr dem luxusanspruch stand hielten, den man entwickelte...deswegen ist auch keine einzige original erhalten.
    Es wurden aber einige nachgebaut. In Herne wurde z.b. eine nachgebaut, im zuge der ausstellung "Aufruhr" und in Kanzach steht auch eine, sogar mit kleiner "Vorburg", in dem turm kann man sogar übernachten ;)
  • An der Nord- und Ostseeküste sowie in den nordischen Ländern gab es glaube ich Motten bis ins 15. Jahrhundert. Provisorische Festungen für Kaperer und zur Verteidigung gegen ihresgleichen und Hansepatrouillen
  • reeholzreeholz User Routinier
    Hallo zusammen,

    also ich würde auch auf eine Motte tippen. Rechteckiger Hauptbau mit einer Umwehrung.

    Was die hier so intensiv diskutierten Farbunterschiede des Bodens angeht: Da ein Teil der Umwehrung der Anlage in die dunkle Farbe läuft, muss die "Vertiefung" (sei es ein Altarm des Rheins o.ä.) auf jeden Fall vor Errichtung der Anlage schon verfüllt gewesen sein.

    Und noch eine Anmerkung: Täusche ich mich oder ist im Nordosten der großen Umwehrung noch ganz schwach eine weitere, aber längsovale Verfärbung zu erkennen, in der sich eine ebenfalls ovale Form befindet?
    (Da es recht schwach ist, bin ich mir aber nicht ganz sicher.)

    Hier noch zwei Links mit Abbildungen, wie man sich so eine Motte vorzustellen hat:

    http://www.spessartprojekt.de/forschung/haibach/baugeschichte/index.php

    http://www.spessartprojekt.de/forschung/haibach/buch/ermgassen_04.php
  • MiataMiata User Amateur
    reeholz schrieb:
    Und noch eine Anmerkung: Täusche ich mich oder ist im Nordosten der großen Umwehrung noch ganz schwach eine weitere, aber längsovale Verfärbung zu erkennen, in der sich eine ebenfalls ovale Form befindet?
    (Da es recht schwach ist, bin ich mir aber nicht ganz sicher.)

    Ich glaube da ist nichts mehr - aber hier nochmal ein Bild mit etwas mehr Umgebung.
    Irgendwie hab ich mir das so ausgemalt:

    Keltischer Ringwall und im Südosten (Kartenbild unten rechts) sind die kleinen Punkte ein dazugehöriges Urnengräberfeld.

    Aber eine Motte darf es natürlich auch sein, ich werde auf keinen Fall dort versuchen was auszubuddeln.
    • luftbild2.JPG
      65K
  • h.c.crednerh.c.credner User Amateur
    Die deutlichen Schattierungen kommen wohl daher, dass es sich um Flußschwemmland handelt. Aktuell ca. 2km vom Rhein entfernt.

    Auch wenn ich wegen der Deutlichkeit der Abbildung nicht davon ausgehe, dass das Teil noch "unbekannt" ist, möchte ich auch keine näheren Angaben zum Ort machen.

    Was könnte das sein?
    Für ein römisches Lager ist es zu klein, für ein Hügelgrab wohl zu groß.

    Hallo Miata,

    Schattierungen kann ich auf dem Foto nicht erkennen, wohl aber graue und dunkelgrüne Verfärbung, wobei das Grün für den feuchten Untergrund steht, so auch bei den Ringstrukturen. Dies sind nämlich verfüllte Wassergräben.
    Das weitere Grün entspricht wohl unterirdischen Feuchtrinnen.
    Bei einer Motte hat man meist nur einen Wassergraben. Die Motte, wenn sie denn aus Stein gebaut ist oder wenigstens ein steinernes Fundament hat, steht primär auch nicht auf einem aufgeschütteten Hügel - dort würde sie einsinken. Man hat zunächst den Turm gebaut und dann herum den Graben ausgehoben. Den Aushub hat man an den Turm geworfen, man hat ihn eingemottet. So sieht es aus als stünde er auf einem steilen Hügel. Der Sinn liegt in der Steilheit des Hügels. Die Erstürmung wird erheblich erschwert. Am Fuß des Hügels standen noch zusätzlich Palisaden. Meist gab es auch noch eine Vorburg für die Burgmannen.
    Frag doch mal den zuständigen Archäologen, ob die Fundstelle schon bekannt ist.
    M.E. kommt durchaus ein römischer Burgus in Betracht, die waren sogar mit bis zu drei Gräben umgeben.Es muss auch nicht zwingend ein militärisches Objekt gewesen sein. Es gibt auch zu römischer Zeit private Zeitgenossen, die sich ihren eigenen "Bunker" neben die Villa plazierten, wie z.B. hier bei Vettweis in der Nähe von Düren. Insgesamt stehen hier neben einer sehr großen Villenanlage drei Private Burgi. Einen zeige ich unten, mit einem Außendurchmesser von 55 m und innen 34 m. es sind Zwei geschlossene Gräben und zwei Wälle vorhanden.

    Gruß Christian
    • Röm Burgus bei Vettweiß, Auf dem Dülles.jpg
      570K
  • GerdomGerdom User Amateur
    Und ich dachte immer "Motten" würden sehr wenig nachweisbare Spuren beim Verwesen hinterlassen?
    Oder waren das doch die Motten aus dem Kambrium mit denen die Atlantiker den Pyramidenbau von der Vogelperspektive aus:- überwacht haben?:-?
  • PollerPoller User Novize
    Im oberen Bereich des Bildes erkenne ich noch eine vermutliche villa rustica. Wäre schön, doch mal eine nähere Betrachtung zu erhalten, gerne per PM.

      
    Miata schrieb:
    reeholz schrieb:
    Und noch eine Anmerkung: Täusche ich mich oder ist im Nordosten der großen Umwehrung noch ganz schwach eine weitere, aber längsovale Verfärbung zu erkennen, in der sich eine ebenfalls ovale Form befindet?
    (Da es recht schwach ist, bin ich mir aber nicht ganz sicher.)

    Ich glaube da ist nichts mehr - aber hier nochmal ein Bild mit etwas mehr Umgebung.
    Irgendwie hab ich mir das so ausgemalt:

    Keltischer Ringwall und im Südosten (Kartenbild unten rechts) sind die kleinen Punkte ein dazugehöriges Urnengräberfeld.

    Aber eine Motte darf es natürlich auch sein, ich werde auf keinen Fall dort versuchen was auszubuddeln.

  • Hallo Miata,

    Ich versuche einen Beitrage zu machen im Deutch, ich bin ein Holländer...

    Hast du schon Tim-Online benützt? http://www.tim-online.nrw.de

    In der nähe von Mook (Holland), auf der Mookerheide, gibt es eine ähnliche Form.

    Ein Oval (ca. 38 x 32m) mit daarin eine Rechtecke (ca. 13 x 10m).

    Sehe auch Google Sattelite.

    Paul

     

    • Luchtfoto 19-09-1944.jpg
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