mühle oder mörser

Hallo allerseits,
zur Zerkleinerung von Getreide verwendet man in Europa seit der Jungsteinzeit und vielleicht noch früher etwas mühlenartiges, z.B. Reibsteine, drehbare Steine, mit verschiedenen Antrieben. Im subsaharischen Afrika werden heute noch Mörser benutzt, um Getreide zu zerstoßen. Was im alten Amerika verwendet wurde, weiß ich nicht.
Kurz: Ich suche Informationen zu dem Thema, wer, wann und unter welchen Umständen entweder Mörser oder Mühlen verwendete, liegt es an der Getreideart, Welches Denken steckt vielleicht hinter der jeweiligen Technik?
Für Literaturhinweise, Ideen zu dem Thema oder auch meinetwegen spekulative Gedanken bin ich dankbar.

Kommentare

  • astrofratzastrofratz RheineUser
    Ich würde sagen es liegt an dem, was man nachher daraus machen will. Wenn ich so sehe, was die aus dem Mörser hohlen ist das meist so eine Pampe. Hierzulande will man ja eher trockenes Mehl haben.
    Ich denke es ist auch noch bedingt durch die verschiedenen Getreidesorten. Wie hoch der jeweilige Wassergehalt ist.
  • Danke für die schnelle Antwort. Mit der Feuchtigkeit haut das aber meiner Meinung nach nicht hin. Getreide muss überall lagerfähig sein. Feuchtes Material würde nicht lange brauchbar sein. Getreideart: Sowohl in Europa als auch in Afrika ist Hirse eine gebräuchliche Getreidesorte, in beiden Weltteilen wird aus dem Mehl zunächst ein Brei hergestellt, Weiterentwicklung: Brot.
    Grüße
    matogoro
  • kurtikurti User
    bearbeitet August 2011 #4
    Hall matogoro,

    @matogoro
    ....Ich suche Informationen zu dem Thema, wer, wann und unter welchen Umständen entweder Mörser oder Mühlen verwendete, liegt es an der Getreideart, Welches Denken steckt vielleicht hinter der jeweiligen Technik? ...ENDE

    Mit Verlaub, aber die Fragestellung ist in sich unlogisch. Du kannst nicht nach wann, wo und wie Mahlgerätschaften für Getreide verwendet wurden fragen und dann gleichzeitig die Überlegungen zur Technik an sich auf das Getreide beschränken.
    Mit Mörsern oder auch einfach mit geeigneten Steinen hat man wohl zuerst etwas zerstossen, zerkleinert und später oder auch gleichzeitig zerrieben, sprich gemahlen.
    Das war erst mal unabhängig von dem zu zerreibenden Material.
    Ich denke da z.Bsp. auch an Farbpulver, Salz, Nüsse, Ölkerne, Pflanzenfasern, Insekten, Wurzeln bis hin zum Getreide und und und.
    Man kann z.Bsp. den Mörser zum Zerkleinen, Zerquetschen und Mischen, aber auch zum Zerreiben und Mahlen verwenden.
    Dementsprechend werden dann Stössel ( Reibkeule ) wie Schale verschieden angefertigt.
    Man kann gestützt auf Funde wohl in etwa sagen wann und wo Getreide mit was zerrieben oder gemahlen wurde, aber der zweite Teil Deiner Frage läßt sich so nicht beantworten.

    Genauso gut könntest Du die Frage nach dem ersten Knüppel stellen und wann, wo und warum er bei welchem Getreide zum Dreschflegel wurde und welche Überlegungen zu dieser Technik führten während Andere mit den Füssen auf den Ähren herumtrapeln oder Esel im Kreis drüber laufen lassen usw.usf.

    Hier ein paar Links an die Du anknüpfen kannst und die gleichzeitig die Unmöglichkeit offenbaren Deine Frage nach den Überlegungen die hinter der jeweils verwendeten Technik zum Getreidemahlen stehen zu beantworten:

    http://www.absolut-mecklenburg.eu/root/II_00_00022/meta/de/17.htm

    http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6rser_(Werkzeug)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mahlstein
    http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6pel

    Mühlen
    http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BChle#Einteilung_der_M.C3.BChlen

    ZITAT aus Wikipedia:
    ....Bereits vor dem Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise (Neolithikum) gehören Mahlsteine zur mesolithischen Kultur. Der ebenfalls bereits bekannte Mörser wird später von handgetriebenen Drehmühlen abgelöst. In römischer Zeit sind große Mühlen (Göpel) etwa aus Pompeji bekannt, die mit Maultieren betrieben wurden. Wasserkraft wurde seit der römischen Zeit genutzt. Der römische Ingenieur Vitruv plante die Mühlen, so zum Beispiel die Karlsmühle als Gesteinsmühle zum Schneiden von Marmorblöcken an der Ruwer bei Trier/Mosel.... ENDE



    Gruß
    Kurti
  • kurtikurti User
    bearbeitet August 2011 #5
    Nachtrag:

    Man könnte zum "Denken was dahintersteckt" bestenfalls ergänzen, dass die Mühle letztlich als Produktionsgerät für größere Mengen das geeignetere Mahlprinzip war. Ein Mörser lässt sich z.Bsp.nicht in Größen betreiben wie Mühlsteine.
    Der Übergang vom Mörser oder Reibstein zur Drehmühle ist aber wohl nicht genau abgrenzbar. Die Voraussetzung für das zündende Ideechen bei der Handhabung bieten eigentlich beide.

    Gruß
    Kurti
  • Ich glaub Hirse ist ein schlechtes Beispiel, dass wird doch nicht gemahlen um daraus was zu kochen. Du müsstest mal schauen was in Afrika so in den Mörser kommt und ob die wirklich ihr Mehl und Getreide immer im Mörser machen oder doch Reibsteine haben, wenn sie Brot backen wollen. Ich glaub nämlich aus dem Mörser kommt immer so nen Brei, wenn ich das im Fernsehen sehe. Teilweise erinnert es etwas an das Buttern.
  • Meine Erfahrungen aus dem südlichen und dem östlichen Afrika: Das Grundnahrungsmittel schlechthin ist ein gekochter Getreidebrei, ursprünglich aus Hirse, heute meistens aus Mais. Wenn Strom vorhanden ist, verwendet man heute eine elektrische Mühle, in den Dörfern werden die Körner aber weiter gestoßen. Aus dem Mehl wird dann der Brei gekocht. Im Mörser ist es trocken.
  • Hallo matogoro,

    ich verstehe einfach Dein Problem nicht. :-?
    Frag doch einfach die Leute im Dorf warum sie keinen Reibstein verwenden oder warum keiner auf die Idee kam eine Drehmühle zu bauen. :-"
    Ich schätze mal, dass sie Dir antworten, dass sie sowas nicht brauchen, denn sie haben alles was sie brauchen.
    Schenkst Du ihnen aber eine Drehmühle dann werden sie das Ding auch einsetzen und nach einiger Zeit werden sie die Mühle nicht mehr missen wollen. :b:
    Es kommt bei solchen Dingen immer darauf an ob ein "Faulpelz" sich die Arbeit vereinfachen wollte und sich dazu ein Hilfsgerät erdachte, wenn er denn konnte. =:-O
    Später ging es dann einfach um die Wirtschaftlichkeit und das hieß durch größere und schnellere Mühlen mit weniger Aufwand mehr produzieren.
    Ich glaube Du betreibst hier Forschung die keiner braucht. :P

    Gruß
    Kurti
  • Lieber Kurti, ich wollte wirklich für niemanden ein problem in die welt setzen. Ich habe mich einfach nur gewundert, das es wohl 2 verschiedene Herangehensweisen gibt, wie man Getreide klein kriegen kann. Von der Beobachtung zu dem Gedanken : Warum ist das so? ist es nicht weit. Mehr steckt nicht dahinter, bestimmt auch keine nützliche Forschung. Tut mir leid, wenn das missverständlich war.

  • Vielleicht hängt es mit der Verfügbarkeit von Herstellungsmaterialien zusammen? Wo man plattenförmige Steine hat, kann man leicht auf die Idee kommen, zwischen ihnen etwas zu zermahlen. Und so hat das im Epipaläolithikum des Vorderen Orients ja wohl auch angefangen. Das Prinzip wurde natürlich verfeinert, aber man blieb im wesentlichen beim Zermahlen des Getreides zwischen Steinen.

    Mörser hat man vielleicht dort erfunden, wo es keine oder wenige oder ungeeignete Steine gibt. Und ist dann möglicherweise gleich dabei geblieben. Vielleicht. Ich weiß es aber auch nicht, ist nur so eine Idee.
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