Ruine bei Négrine südlich des Atlasgebirges

Liebe Experten, liebe interessierte Laien,

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Vor- und Frühgeschichte Nordafrikas. Meine Vermutung, dass es zur Bronzezeit im Westen Nordafrikas eine „libysche“ Metropole gegeben haben könnte, führte dazu, dass ich auf Satellitenbildern besonders die tunesisch-algerische Chott-Region südlich des Atlas-Gebirges nach Ruinen oder auffälligen Strukturen absuchte. Nun bin ich dort vor wenigen Jahren tatsächlich auf eine ausgedehnte Ruine gestoßen, deren Grundriss mich am ehesten an einen ägyptischen Tempel erinnerte. Ich habe die entsprechenden Satellitenbilder einigen deutschen Archäologen gezeigt, aber es konnte mir bislang niemand einen Hinweis dazu geben, worum es sich bei dem fast einen Kilometer langen Bauwerk handeln könnte. Die Ruine liegt in unmittelbarer Nähe des einstigen nordafrikanischen römischen Limes auf algerischem Boden nahe der tunesischen Grenze nahe der Stadt Négrine. Meine ersten eigenen Recherchen führten zu der Vermutung, dass es sich bei der Ruine um das Römer-Kastell „Ad-Majores“ handeln könnte, allerdings passten die enormen Abmessungen der unbekannten Ruine nicht zu den publizierten Dimensionen des Römer-Kastells. Da es mir bislang nicht gelungen ist, einen aufklärenden Hinweis zu erhalten, unternehme ich hiermit den Versuch, der Sache näher zu kommen durch Veröffentlichung in einigen Internet-Foren. Vielleicht stellt sich dabei am Ende heraus, dass das Bauwerk gar nicht besonders alt ist sondern aus jüngster Vergangenheit stammt.
Hier ein paar Daten (siehe auch Bilder im Anhang):
Koordinaten(GoogleEarth) : 34°23’11.21‘‘N 7°27’23.93‘‘E
Dimension aussen: 920m x 700m
Dimension innen: 420m x 220m
Mauerstärke: ca 2,0m

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Mit besten Grüßen

Ulrich Hofmann / Itzehoe

Kommentare

  • kurtikurti User
    bearbeitet July 2011 #2
    Hallo Ulrich_Hofmann,

    ich kann zur Sache keine Angaben machen.
    Ich habe nur den besagten Ausschnitt als Google-maps hochgeladen.

    http://maps.google.de/maps?ll=34.385607,7.4567491&z=15&t=h&hl=de

    Gruß
    Kurti

    P.S.
    Mir ist doch noch etwas aufgefallen. Weiter westlich sind "grüne" Felder und "aufgegebene" die wieder verödet sind.
    Von den Ausmaßen her sind sie ähnlich groß wie das von Dir angezeigte Areal.
    Es könnte sich also um eine aufgegebene Plantage handeln.

    http://maps.google.de/maps?ll=34.227407,7.2481259&z=16&t=h&hl=de

    http://maps.google.de/maps?ll=34.301427,7.3081737&z=16&t=h&hl=de

    http://maps.google.de/maps?ll=34.182827,7.2358214&z=16&t=h&hl=de

    http://maps.google.de/maps?ll=34.336146,7.2834318&z=16&t=h&hl=de
    Post edited by kurti on
  • Hallo Kurti,

    vielen Dank für Deine umgehende Antwort. Vielleicht hast Du mit Deiner Vermutung recht und es handelt sich einfach nur um eine aufgegebene Plantage. Mir fällt allerdings auf, dass die tatsächlichen Plantagen erheblich unakurater umrandet sind. Solltest Du die Zeit dazu finden, würde ich Dich gerne bitten, vielleicht auch noch einmal den gleichen Ausschnitt auf Bing Maps anzusehen. Dort ist der Unterschied zwischen dem Doppelrechteck und den Plantagen-Arealen noch deutlicher. Ist der hohe Kontrast mit dem das Doppelrechteck erscheint nicht sehr merkwürdig ? Die von Dir genannten Felder und Umrandungen sind bei Bing Maps überhaupt nicht zu erkennen, was aber nicht heißen muß, dass Du nicht doch recht hast.

    Gruß
    Ulrich
  • kurtikurti User
    bearbeitet July 2011 #4
    Hallo Ulrich Hofmann,


    es ist richtig, dass die Plantagen nicht so akkurat rechteckig sind wie Deine "Ruine", aber das liegt wohl daran, dass es sich um gewachsene Ansiedlungen handelt.
    Deine Anlage könnte z.Bsp. ein begonnener und nicht durchgeführter, staatlicher Musterbetrieb sein.
    Ich bin etwas die Strassen entlanggegoogelt und es gibt durchaus auch Einzelanlagen in schöner Rechteckform.
    Wichtiger ist aber, dass es sich offensichtlich nicht um eine "Ruine" handelt sondern es sind durch Gräben und Sandwälle geschützte Ariale wie bei den Plantagen auch.
    Es ist auch klar zu erkennen, dass die Sandwälle und Gräben teilweise wieder mit Sand zugeweht sind.
    Vergleicht man das mit den unbepflanzten Plantagenarialen dann hat man dort das gleiche Erscheinungsbild.
    Egal was das Arial mal war oder n.m.M. erst werden sollte, so ist es sicher nur einige Jahre oder bestenfalls Jahrzehnte alt und wird bald wieder vom Wüstensand bedeckt sein.
    Aus einer alten Kultur stammt die Anlage m.E. sicher nicht.
    Auf welcher "Atlantissuche" bist Du eigentlich ? :D

    Rechtwinklige Anlage
    Spur einer anderen Anlage
    Teils verwehte Anlage mit Kanälen

    Teilweise verweht
    Aufgegebene Ariale

    Negrine verweht 1
    Negrine verweht 2
    Wüste kommt zurück

    Gruß
    Kurti

    P.S.
    Ich habe mir eine Version von Bing-Maps heruntergeladen. Die Anlage ist dort in der Tat wie gemalt zu sehen, aber auch die Plantagen sind kontrastreicher und grüner als bei Google. Leider ist der Zoom total unscharf und ich kann nichts im Detail erkennen.
    Der Kontrast und die Helligkeit liegen sicher an der Bildbearbeitung. Möglicherweise sind hier ältere Aufnahmen verwendet worden und die jetzt versandeten Plantagen sind darauf noch grün und Deine "Ruine" bei Negrine noch neu !?
  • Hallo Kurti,

    wenn man annimmt, dass Plantagen in Algerien nicht ganz anders angelegt werden als in Tunesien, dann kann ich mir schon vorstellen, dass es sich bei der "Ruine" um Erdanhäufungen handelt, welche zusätzlich mit Palmblättern gegen Erosion und Sandablagerung geschützt werden sollten. In dieser Art sind sie in Tunesien häufig anzutreffen, wenngleich mit erheblich geringerer Breite der Befestigung. Die Palmblätter können im Infrarotbild die Ursache für den hohen Kontrast in der Aufnahme bei Bing Maps darstellen. Mich wundert allerdings weiterhin, dass die Struktur derart groß ist, dass die Plantage offenbar keine Nachbar-Plantagen besitzt, dass keine Wasseranbindung zu erkennen ist und dass bei Annahme grüner Befestigung trotzdem keine Beflanzung im Innern der Anlage zu sehen ist. Auch die Art der Parzellen-Bildung mit einem großen Rechteck im Innern erscheint nicht so richtig typisch zumindest im Vergleich mit den sonstigen Plantagen.
    Aber es bleibt dennoch die bislang plausibelste Erklärung.

    Gruß
    Ulrich
  • Hallo Ulrich,

    zu Deinen Einwänden noch ein paar letzte Berkungen.
    Die aufgeschütteten Schutzwälle sind an den Plantagen am Fuß um die 5 m breit und wenn Du die "N16" nach Süden hinunterfährst triffst Du auf die beiden "einsamen" Anlagen mit den Kanalnetzen und diese Flächen sind größer als Deine "Ruine".
    Weiter südlich liegen dann ganze Ansammlungen von hufeisenförmigen Anlagen und Kreisbewässerungsanlagen.
    In welcher Form gebaut wird hängt oft von überkommener Tradition ab oder auch von den Projektplanern die nicht selten europäische Entwicklungshelfer sind. Um die besagten Hufeisen sind die Schutzwälle am Fuß bis zu 16 m breit und kurioserweise ist die innenliegende Pflanzung rechteckig.
    Weiter westlich von Deiner Ruine sind die Plantagen zwar Recheckig, aber dass innenliegende Arial ist rundlich bis hufeisenförmig. Auch dort sind die Dämme um die 5 m breit. Das Wasser scheint man offensichtlich aus dem Untergrund zu pumpen, denn überall sind Flussbetten in der Nähe wie auch bei Deiner "Ruine" östlich der Strasse.
    Es spricht alles dafür, dass Deine "Ruine" eine nicht fertiggestellte Plantage ist.
    Man kennt das doch, da kommt ein Krieg daher und alles wird um einen Groschen teurer. :D
    Ich wünsche Dir jedenfalls noch viel Spaß und vor allem Erfolg auf Deiner Suche nach der bronzezeitlichen, libyschen Metropole.
    Klingt trotzdem verdächtig nach Atlantis. O:-)

    Grüsse
    Kurti
  • Hi Kurti,

    Du liegst, wie Du weißt, auch mit Deiner letzten Vermutung nicht falsch. Hintergrund ist noch immer: Über einen Zeitraum von rund 2000 Jahren hinweg berichten ägyptische Quellen von Auseinandersetzungen mit libyschen Völkern und stetig wiederkehrenden Angriffen auf das Nildelta. Moderne Bewaffnung wie Langschwerter und Streitwagen ergeben für mich nicht das Bild wilder, nicht sesshafter umherziehender Horden. Ich gehe davon aus, dass sie ähnliche befestigte Zentren besaßen wie die griechischen Völker der damaligen Zeit. Ich halte es nach wie vor für wahrscheinlich, dass ägyptische Berichte über die Unruhen zum Ende des 13 vorchristlichen Jahrhunderts die Quellen bilden für Platons Atlantis-Erzählung. Aber das ist ein Thema welches schon vielfach und letztenendes ohne Ergebnis in allen Atlantis-Foren durchgekaut wurde.

    Gruss
    Ulrich
  • kurtikurti User
    bearbeitet July 2011 #8
    Hallo Ulrich,

    @Ulrich
    Über einen Zeitraum von rund 2000 Jahren hinweg berichten ägyptische Quellen von Auseinandersetzungen mit libyschen Völkern und stetig wiederkehrenden Angriffen auf das Nildelta.

    Ich halte es nach wie vor für wahrscheinlich, dass ägyptische Berichte über die Unruhen zum Ende des 13 vorchristlichen Jahrhunderts die Quellen bilden für Platons Atlantis-Erzählung. ...
    ENDE

    Ich weiß nicht ob Du diesen Thread hier verfolgt hast, aber zum Teil gehen die dort geäußerten Überlegungen etwa in Richtung Deiner Auffassung.

    http://www.archaeologie-online.de/forum/beitraege/alternative-theorien/1480/seite/?tx_mmforum_pi1%5Bsword%5D=Atlantis#pid8089

    @Ulrich
    Aber das ist ein Thema welches schon vielfach und letztenendes ohne Ergebnis in allen Atlantis-Foren durchgekaut wurde. ENDE

    Genau und deshalb wollen wir es auch jetzt dabei belassen.

    Gruß
    Kurti
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