Richtlinien für die Veröffentlichung von Funden

Aus gegebenen Anlass und auf Anfrage von a.brunn ein paar Vorschläge für Richtlinien bei Funden:

- die Veröffentlichung von zufällig gemachten Oberflächenfunden zum Zwecke der Informationssuche, ob es sich um etwas Relevantes handelt und wie man sich nun zu verhalten habe (wohin bzw. an welches Amt man sich zu wenden habe), sei ohne Weiteres möglich.
Hinweis geben, dass niemals der exakte Fundort öffentlich im Internet preisgegeben werden darf, um Raubgräbern keine Ziele zu bieten.

- zu allen anderen Funde, die also durch eine Grabung erschlossen wurden, sollten nur dann Informationen gegeben werden dürfen, wenn der Finder angeben kann, mit welcher Behörde er zusammen arbeitet, und er den Fund selbst gemacht hat und den genauen Fundort sowie die Umstände genau kennt.
Andernfalls würde ich vorschlagen, dass der Thread geschlossen und der Informationssuchende aufgefordert wird, den Moderatoren exakte Informationen zukommen zu lassen. Wird dem nicht nachgekommen, sollten die Behörden informiert werden.

a.brunn schrieb:
Damit würde man Anfragen zu Objekten unmöglich machen, die aus einer Publikation eingescannt, in einer Ausstellung oder irgendwo im Urlaub fotografiert (ohne dass man sie mitgenommen hat) oder deren Bilder im Netz gefunden wurden.
-> aus einer Publikation eingescannt: Das geht sowieso schonmal gar nicht. Dass ein Objekt zum Zwecke der Informationsgabe abgezeichnet und in einem Forum gepostet wird, okay. Aber das Einscannen jedweder Fotos für eine Veröffentlichung im Internet ist komplett verboten und kann teuer fürs Forum werden!
Das ginge nur in einem geschlossenen Wissenschaftsforum, auf das nur eine bestimmte Anzahl von Usern per Passwort zugreifen kann.

-> in Ausstellung abfotografiert: Das ist leicht zu erkennen und der Veröffentlichende wird auch kaum fragen müssen, um was es sich handelt, weil er die Info aus dem Museum bereits hat (zumindest im Großen und Ganzen). Das wird wohl auch wiederum nur im Sinne einer Informationsgabe vorkommen.

-> "im Urlaub abfotografiert": Sofern nicht in einer Ausstellung im Ausland und zum Zwecke der Informationsgabe: Thread schließen.

-> Bilder im Netz gefunden: Dann gilt das gleiche: Entweder es liegen weitere Infos vor, oder der Thread wird geschlossen.

Die Frage ist ja, ab wann etwas nach Raubgräberei schreit: Wenn jemand nach exakten Informationen zu seinem Fund sucht. Jeder Wissenschaftler, der bei einer Grabung etwas findet, wofür er nicht Fachmann ist, wird genau wissen, dass er dann nicht einfach mal so Bilder des Fundes ohne jede Hintergrundinfo und Fotos von der Grabung selbst ins Internet stellen kann, weil er sie gern bestimmt haben möchte. Kein seriöser Mensch wird das tun.

Ich glaube, auf diese Weise sollte sichergestellt sein, dass ein Informationsaustausch ganz normal stattfinden kann, wobei es einem Raubgräber nicht möglich sein wird, Art und Wert seines Fundes über das Forum zu erfragen, denn er müsste bereits alles Wesentliche wissen, bevor er ihn einstellen kann - aber wenn er bereits alles Wesentliche weiß, dann wird er sich hüten, seine Identität im Kontext des Fundes per IP-Adresse preiszugeben.


Beim aktuellen Fall ist die Sache ja auch sehr drastisch: Schlechte Fotos; Veröffentlichende ist weder die Finderin, noch kennt sie den genauen Fundort, noch weiß sie etwas über den Fund selbst und veröffentlicht den Fund zum Zwecke der Bestimmung!
Ein solcher Thread sollte dann wohl direkt geschlossen und die Userin zur exakten Informationsangabe (Name und Anschrift [eMail-Adresse] sowohl von Ihr und des Finders*) aufgefordert werden.
Allerdings ist das dermaßen naiv, dass die "Studentin im 2. Semester"-Version plausibel klingt. *lol*


* das muss jedoch freiwillig geschehen wegen des Rechtes auf Anonymität. Wird das nicht freiwillig getan, müssen die Behörden informiert werden.


Aber mal noch was ganz anderes zu dem Thema:
Ich hab so ein bisschen den Eindruck, dass Ihr das Forum nicht sehr effektiv moderieren könnt. Viel los ist hier auch nicht. Dem gegenüber ist das Sucherforum extrem aktiv und dort sind immer auch hoch Professionelle Leute online, die schnell Informationen bieten können, wobei dort auch genau gewusst wird, wie man mit vermeintlichen Raubgräbern umgehen muss. Der Postende sieht auch, dass seine IP-Adresse gespeichert wird.
Auch Trollen wird effektiv entgegen gewirkt. ;)
Wäre es vllt. eine Idee, dass Ihr mit denen dort zusammen arbeitet? Dass also das Forum ausgelagert wird? Ich fände diese Lösung jedenfalls total sinnvoll! Hier die Archäologie-Plattform mit sehr viel Theorie - dort die sehr professionelle Praxis. :)

Grüße!
  • svegasvega User Routinier
    Hallo GL_elf,

    eventuell wäre der Moderator-Posten für die entsprechende Rubrik etwas für Dich?
    Im Beitrag "Neues Forum" Rubrik: Kritik & Anregungen wurde gefragt, ob jemand diese Aufgabe gern übernehmen würde.

    LG,

    Sandro
  • a.brunna.brunn Halle (Saale)Admin Veteran
    Hallo GL_elf,

    danke für Deine ausführlichen Anregungen. Es ist wohl wirklich besser, wenn verbindliche Regeln für die Nutzung von Archäologie Online und dem Forum formuliert werden.
    GL_elf schrieb:
    - die Veröffentlichung von zufällig gemachten Oberflächenfunden zum Zwecke der Informationssuche, ob es sich um etwas Relevantes handelt und wie man sich nun zu verhalten habe (wohin bzw. an welches Amt man sich zu wenden habe), sei ohne Weiteres möglich.
    Hinweis geben, dass niemals der exakte Fundort öffentlich im Internet preisgegeben werden darf, um Raubgräbern keine Ziele zu bieten.

    Völlig d'accord.
    GL_elf schrieb:
    - zu allen anderen Funde, die also durch eine Grabung erschlossen wurden, sollten nur dann Informationen gegeben werden dürfen, wenn der Finder angeben kann, mit welcher Behörde er zusammen arbeitet, und er den Fund selbst gemacht hat und den genauen Fundort sowie die Umstände genau kennt.
    Andernfalls würde ich vorschlagen, dass der Thread geschlossen und der Informationssuchende aufgefordert wird, den Moderatoren exakte Informationen zukommen zu lassen. Wird dem nicht nachgekommen, sollten die Behörden informiert werden.

    Auch da stimme ich zu.
    GL_elf schrieb:
    -> aus einer Publikation eingescannt: Das geht sowieso schonmal gar nicht. Dass ein Objekt zum Zwecke der Informationsgabe abgezeichnet und in einem Forum gepostet wird, okay. Aber das Einscannen jedweder Fotos für eine Veröffentlichung im Internet ist komplett verboten und kann teuer fürs Forum werden!
    Das ginge nur in einem geschlossenen Wissenschaftsforum, auf das nur eine bestimmte Anzahl von Usern per Passwort zugreifen kann.

    Stimmt, das war ein schlechtes Beispiel. Da bin ich wohl noch zu sehr dem wissenschaftlichen Umfeld verhaftet, wo die Verwendung von Abbildungen aus Fachpublikationen zum Zweck der Diskussion meist nicht so problematisch ist (volle Quellenangabe natürlich immer vorausgesetzt).
    Aber in der Tat ist das ja i.d.R. eine Verwendung in einem eher kleinen Kreis. Das ist in einem Internetforum schon etwas anderes.
    Eine Ausnahme wären lediglich Scans aus Publikationen, deren Urheberrecht "abgelaufen" ist, also deren Urheber bereits 70 Jahre tot sind (das war, wenn ich mich nicht irre, der Zeitraum).
    GL_elf schrieb:
    -> in Ausstellung abfotografiert: Das ist leicht zu erkennen und der Veröffentlichende wird auch kaum fragen müssen, um was es sich handelt, weil er die Info aus dem Museum bereits hat (zumindest im Großen und Ganzen). Das wird wohl auch wiederum nur im Sinne einer Informationsgabe vorkommen.

    Er muss ja nicht fragen, um was es sich handelt. Es könnte genau so gut sein, dass derjenige auf der Suche nach bestimmtem Objekten ist und fragt, ob jemand etwas kennt, was dem Stück auf dem Bild ähnlich ist.

    Ich halte es für problematisch, die Zulässigkeit eines Bild-Uploads davon abhängig zu machen, ob es zum Zweck der Informationssuche oder -gabe hochgeladen wird.
    Da kann eigentlich in solchen Fällen (Ausstellungsfotos) nur gelten: ist es (urheber-)rechtlich zulässig oder nicht.
    GL_elf schrieb:
    -> "im Urlaub abfotografiert": Sofern nicht in einer Ausstellung im Ausland und zum Zwecke der Informationsgabe: Thread schließen.

    Hier würde ich differenzieren:
    Zunächst mal läge bei einem Urlaubsfoto das Urheberrecht bei dem, der es gemacht und hochgeladen hat. Eine Schließung wäre nur angebracht, wenn der Verdacht oder die Gefahr besteht, das abgebildete ist (oder soll) vom Ursprungsort entfernt / herausgeschmuggelt werden. Das dürfte vor allem bewegliche Objekte betreffen. Architekturbestandteile (Säulen, Statuen, Megalithen ...) oder ganze Gebäude sind in dieser Hinsicht wohl eher weniger »verdächtig«. Eine Schließung wäre da m.E. nicht angebracht. Ansonsten hätte z.B. der »Kreissägen-Thread« schon längst geschlossen werden müssen. >:)
    GL_elf schrieb:
    -> Bilder im Netz gefunden: Dann gilt das gleiche: Entweder es liegen weitere Infos vor, oder der Thread wird geschlossen.

    Eine Quellenangabe setze ich dabei ohnehin voraus.

    Nochmal danke für die Vorschläge. Sie werden sicherlich in die Forenregeln einfließen, die wir ausarbeiten werden. Gerade hinsichtlich möglicherweise problematischer Bestimmungsanfragen werden sie hilfreich sein.
    Allerdings müssen die Regeln etwas differenzierter sein, denn wie oben schon angedeutet sehe ich das Spektrum für Anfragen im Bereich »Informationssuche« etwas weiter als nur auf die Bestimmung von »mobilen« Fundstücken fokussiert. Dort sollte all das einen Platz haben, was nicht in die Bereiche »Studium & Beruf«, »Literatur« oder »Ausgrabungen« passt.

    Bis die Regeln ausformuliert sind, wird es noch ein wenig dauern, denn demnächst ist erst mal Sommerpause angesagt und wir haben noch so manche Baustelle hier, die auch dringend bearbeitet werden muss.
    Bis dahin gilt erst mal, dass auch ohne explizit formulierte Regeln von jedem Forenteilnehmer erwartet wird, dass er/sie verantwortungsbewusst handelt und sich bewusst ist, dass im Internet die gleichen Gesetze gelten wie im echten Leben.

    Mit besten Grüßen

    Mit besten Grüßen,
    Andreas Brunn

    www.archaeologie-online.de

  • sebastian.bsebastian.b User Alter Hase
    Hallo a.brunn,

    Soweit stimmen wir ja offenbar überein.

    a.brunn schrieb:
    Hier würde ich differenzieren:
    Zunächst mal läge bei einem Urlaubsfoto das Urheberrecht bei dem, der es gemacht und hochgeladen hat. Eine Schließung wäre nur angebracht, wenn der Verdacht oder die Gefahr besteht, das abgebildete ist (oder soll) vom Ursprungsort entfernt / herausgeschmuggelt werden. Das dürfte vor allem bewegliche Objekte betreffen. Architekturbestandteile (Säulen, Statuen, Megalithen ...) oder ganze Gebäude sind in dieser Hinsicht wohl eher weniger »verdächtig«. Eine Schließung wäre da m.E. nicht angebracht. Ansonsten hätte z.B. der »Kreissägen-Thread« schon längst geschlossen werden müssen. >:)

    Ganze Gebäude stellen natürlich kein Problem dar, da diese wohl keine "Schmuggelware" sind. ;)

    Ansonsten gibt es natürlich immer einen Ermessensspielraum. Hat jemand irgendwo etwas gesehen und abfotografiert und möchte nun ganz offensichtlich nur noch Näheres wissen, wobei eben wesentliche Infos bereits vorhanden sind, oder will da jemand zu einem "mobilen Objekt" Grundsätzliches wissen bzw. ihn bestimmt haben? Bei letzterem ist der Verdacht gegeben, dass es sich um etwas aus einer Raubgrabung handeln könnte. Dann ist es notwendig, Näheres zu erfahren. So würde ich das sehen.

    Beste Grüße,
    Sebastian.
  • a.brunna.brunn Halle (Saale)Admin Veteran
    Hallo Sebastian,

    so sehe ich das aus.
    Es wird halt immer Grenzfälle geben, wo man abwägen muss. Und damit wären wir beim Thema Moderation und beim anderen Thread :)

    Mit besten Grüßen,
    Andreas

    Mit besten Grüßen,
    Andreas Brunn

    www.archaeologie-online.de

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