Experimentelle Archäologie im Schulunterricht?

Hallo zusammen!

Ich studiere Geschichte auf Lehramt und mache gerade im Rahmen des Studiums ein Praktikum an einem Gymnasium. An dieser Schule ist es üblich, das Praktikanten nach ihrem Praktikum einen Förderkurs anbieten, um interessierten Schüleren weitergehende Inhalte des Faches zu vermitteln (beispielsweise eine Rechtschreibförderung im Rahmen eines Praktikums für das Fach Deutsch o.ä.).

Ich hatte jetzt die ziemlich abgefahrene Idee, einen Kurs zum Thema "Experimentelle Archäologie" anzubieten. Soll heißen: die SchülerInnen lernen nicht aus den Büchern oder von Bildern, sondern durch eigene Betätigungen. Thematisch soll der Kurs in 3 Teile geteilt werden: Frühgeschichte, Ägypten, Rom und Germanien (also die Geschichte vor Ort/ hier in Köln).

Eine erste Idee von mir wäre, Papyri selber herzustellen. Allerdings reicht sowas nicht für eine ganze Reihe...

Daher also meine Fragen: Wer hat sowas schon mal gemacht? Was könnte ich mit meinen Schülern noch machen? Was brauche ich an Materialien und wo bekomme ich diese her? (wo kriege ich z.B. Papyrusstauden weg?) Wen könnte man sonst ansprechen?

Ich bin für alle Vorschläge dankbar, egal ob es sich um Verweise auf andere Internetauftritte oder Personen handelt oder konkrete, quasi fertig geplante Handlungsvorschläge. Selbstverständlich würde ich euch später auch an meinen gemachten Erfahrungen teilhaben lassen!

Schon mal vielen lieben Dank im vorraus!;-)

P.S. Zeitlich bin ich recht flexibel, da die Angebote wahrscheinlich Samstags stattfinden werden. Ich muss mich also nicht sklavisch an ein 45-Minuten Raster halten!

Kommentare

  • "Richtiges" Papyrus bekommt man teilweise in Pflanzenhandlungen.
    Teilweise wird auch unter dem Namen auch das "Zyperngras" verkauft.
    Du brauchst aber eine große Menge an Pflanzen und die müssen auch erst einmal wachsen,damit genug "Material" geliefert wird.
    Dauert also etwas länger und sollte auf längere Zeit im Vorraus geplant werden.
    Wir haben damals in den 70ern in der Schule einen "Steinbohrer" aus Holunder,Quarzsand und mit Bogenantrieb gebaut.
    Sowas in der Art.
    http://www.wellermanns.de/Gerhard/images/GL/Landesmuseum/steinbohrer.jpg
    Ansonsten durften wir damals noch Speerschleudern bauen und die Funktion selbst testen und versuchen Feuersteinklingen zurechtklopfen.
    Inwiefern daß heute noch machbar ist,ohne von "besorgten Eltern" eine Klage zu bekommen,weil sich der Junior aus Unachtsamkeit an dem messerscharfen Flintstück in die Griffel geschnitten hat und deshalb nicht mehr "simsen" kann,ist mir allerdings auch nicht bekannt.[sly]
    Mußt Du wissen,was machbar ist und was nicht.
    Ansonsten ist der Bau eines Bogens auch ganz nett.
    http://www.feuer-steinzeit.de/programm/bogenbau.php


    Gruß Daniel
  • Hallo BVollmer
    Zum Thema Frühgeschichte kann ich dir Feuermachen mit dem Feuerquirl wärmstens empfehlen. Das ist zwar nicht so ganz einfach aber umso wirkungsvoller. Ich bin auch Lehrer und mache das gerade mit 14-jährigen Schülern. Die Begeisterung der Schüler nimmt da richtig urschreiartige Dimensionen an. Der Rekord im Feuermachen mit dem Feuerquirl liegt unter 2 Minuten! Irgendwie sollte das auch jeder einmal gemacht haben. Eine vernünftige website habe ich dazu aber auch nicht gefunden. Am ehesten noch http://www.pfadfinder-oth.de/html/feuer_machen.html#Fbohren. Das Hauptproblem ist der Zunder. Mit dem Baumschwamm ist das eher mühsam, wesentlich besser geht aufgedröselte Juteschnur. Die ist im Baumarkt in der Pflanzenabteilung erhältlich. Damit geht es fast immer. Ich kann dir hier auch eine genaue Beschreibung posten, wenn du nichts findest.
    Papiermachen aus Papyrus habe ich auch schon probiert. Das ist echt kompliziert. Ein Schüler hat mir sogar echten Papyrus aus Ägypten mitgebracht. Da muss man aber stundenlang klopfen und selbst dann hält es nicht.
    Bei den Themen Ägypten und Römer wäre es von Nutzen, wenn ich wüsste, wie alt die Schüler sind.
    Grüße
    Sinki
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