Ausgrabe-Besteck zu Weihnachten

Guten Abend allerseits,

vermutlich wurde diese Frage schon häufig gestellt, aber ich habe noch keine befriedigende Antwort gefunden:

Woher bekomme ich Werkzeug für Ausgrabungen?

Hintergrund: Ein Bekannter wird nächstes Jahr zwecks Studium an einer Ausgrabung teilnehmen. Deswegen würde ich ihm gerne ein kleines Besteck schenken (mit Pinsel, kleiner Spachtel usw.). Schön wäre es natürlich wenn das Ganze in so einer Ledertasche zum aufrollen wäre. Natürlich sollte das ganze nicht zu teuer sein (ich dachte so an 30-50 Euro).

Kennt Ihr eine Quelle für solches Werkzeug? Kann man sowas im Bauhaus (wenn ja was braucht man so) oder im Künstlerladen (was für Pinsel nutzt man für Ausgrabungen) kaufen?

Wäre toll wenn Ihr schnell antwortet (soll ja noch bis Weihnachten klappen).

Für jede Kritik und Anregung bin ich offen.

Vielen Dank.

Kommentare

  • "was für Pinsel nutzt man für Ausgrabungen"

    Naja, wenn er hierzulande gräbt, dann wird er nur selten einen Pinsel brauchen.
    Die Spezialsachen, die man nur selten braucht, wird eigentlich immer gestellt. Sinnvoller sind daher die Sachen, die man immer braucht und deshalb oft nicht in ausreichender Menge da sind. Das wären z.B.:
    Kelle (eine normale ausm Baumarkt tut's erst mal, gibt bessere, aber meines Wissens nur in England, und ich bin mit den billig-Baumarkt-Teilen immer gut gefahren) plus kleinerer Spachtel

    Knieschoner (so eine grüne matte, ebenfalls aus dem Baumarkt, schau mal bei Gartenzubehör)

    Zeichenbesteck (Druckbleistift zum Zeichnen, gute Buntstifte, kann da die Polychromos besonders empfehlen, Radiergummi).

    Besser als eine Ledertasche wäre dann ein kleiner Werkzeugkasten, da kann man sich dann zum Zeichnen draufsetzen und kann dabei den Knieschoner gleich als Popopolster nehmen.

    Da freut sich das werdende Archäologenherz! ;-)
    BirgitB
  • neo2006neo2006 User
    bearbeitet December 2007 #3
    Danke für die schnelle Antwort. Ich mach mich dann mal demnächst auf den Weg zum Bauhaus.

    Weitere Anregungen nehme ich natürlich dankend an.

    Noch eine Frage: So als kleinen Gag würd ich ihm aber schon gerne nen Pinsel dazulegen. Ich denke da an nen kleinen Malerpinsel (ca. 5-7cm breit). Ist das okay oder benutzt man für Ausgrabung spezielle Pinsel mit speziellem Haar?

    Danke für Eure Hilfe.

    PS.: Sorry für die etwas unbeholfenen Fragen aber ich bin nicht vom Fach, hab also keine Ahnung.
  • Hallo,

    archæologische Kellen usw. erhælt man in Deutschland u.a. auch bei diesem Onlineshop:
    http://shop.praehistorika.de/
    Persönliche Erfahrungen mit diesem Onlineversand habe ich keine, da wir die Marshalltown-Kellen meistens gleich direkt aus den US bzw. die WHS aus England bestellen. Aber natuerlich sind diese Kellen um eine Spur teurer als jene, die man in den Baumærkten bekommt.
    Was man auch sehr gut brauchen kann, ist ein gutes Lot, ein Maßband und eine Schnurwasserwage. :)
  • Schnurwasserwage...da könnte auch eine Rolle dünner robuster unelastischer Schnur nicht schaden, die ist immer irgendwann alle...
    Dazu noch ein kleines Päckchen Nägel für den Notfall und einen kleinen Kompass. Der wird sehr wichtig für Zeichnungen und Photos (Nordpfeil). Dann weiss man immer selber wo Norden ist.
  • Schau mal hier nach: http://www.pasthorizons.com/shop/

    Hier gibts alle toolkits fuer Archaeologen und sogar ein komplett Einsteiger-set (inklusive heissbegehrter englischer Spitzkelle)
  • Guten Abend,

    wenn wir schon mal dabei sind, hier noch eine Adresse:

    http://www.catsco.org.uk/

    Gibt auch ein komplettes Einsteigerset.

    Problem: Das Pfund Sterling ist sehr stark, weshalb ich befürchte, daß das Budget vo dieser Stelle her nicht ausreichen dürfte.
  • kurtikurti User
    bearbeitet December 2007 #8
    Hallo zusammen,

    kein Beitrag zum Thema, sondern eine allgemeine Anmerkung zum Einsetzen einer URL. Wenn sie nicht beim Kopieren bereits >farbig< erscheint, dann nicht verzagen [inline "Comp Zorn.gif"], sondern Kursor hinten ansetzen und >Entertaste< drücken, und schon ist die URL >anklickbar< zum Verbinden.

    http://www.catsco.org.uk/


    Gruß
    Kurti

  • das man pinsel in deutschland nicht benutzen kann (oder nur sehr selten) ist ein eingefahrenes vorurteil!

    ich benutze oft und leidenschaftlich gern pinsel. ich finde zum beispiel, dass man einen ofenbefund mit nichts besser putzen kann. gerade wenn es feucht ist schmiert auch die kelle. mit dem pinsel bringt man die verschiedenen farbverläufe erst zur geltung (schwärm) auch wenn man die auf dem dia hinterher nicht sieht. ich benutze einen kleinen borstenpinsel mit 2 cm breite aus dem baumarkt und kann nur empfehlen: ausprobieren.

    balduin
  • CernunnosCernunnos User
    bearbeitet December 2007 #10
    Ich sagte: Wird selten benutzt (und nicht "gar nicht" oder "sehr selten"), bitte nicht die Worte umdrehen. Die wenigen Male, dass ich einen Pinsel-Einsatz auf einer Grabung erlebt habe, war bei trockenem oder sandigem Substrat. Kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass man mit einem Pinsel eine feuchte oder schmierige Fläche vernünftig putzen kann, ohne die Konturen zu verfälschen. (Und ich hab eine Menge feuchte und schmierige Flächen in meinem Leben putzen müssen, und dabei einiges ausprobiert ;-)).
  • uiuiui jetzt gabs aber wieder was mit der wort-verdreh-kelle, aua!

    meiner meinung nach liegen die schwierigkeiten beim pinsel darin, dass die leute ihn wie einen handfeger benutzen und das geht wirklich nur bei trockenen oberflächen. wenn man nur ganz kurze striche macht und dabei die krümel von der oberfläche weg pinselt kann man sehr scharfe grenzen freilegen und manchmal sogar trennschichten entdecken die von der kelle überschmiert worden wären.

    bevor mir jetzt einer die gretchenfrage stellt: nein, dass hat keinen umwerfenden wissenschaftlichen wert und meistens kommt es auf dem dia auch nicht raus und ist außerdem eine schweinearbeit.
  • Naja, auch bei kurzen Pinselstrichen läuft man Gefahr, die Umrisse zu verschmieren. Darum wird bei einigen Grabungen Staubsauger oder Akkustaubsauger zur Krümelentfernung eingesetzt. Sehr effektiv und sorgt für einiges an Unterhaltung bei den Passanten. Aber auch ein Staubsauger muss nicht zwangsläufig in ein gut ausgestattetes Grabungsbesteck.;-)
  • noch nie ausprobiert. wie geht denn das? ist da an der düse überhaupt was dran oder muss man die einfach nur knapp über die fläche halten? läuft man da nicht gefahr kleinfunde einzusaugen, weißt schon, zerbrochene haarnadeln, perlen usw.?
  • Na wenn der Schnitt "fotofein" gemacht wird sollten schon alle Kleinfiunde raus sein. Ich kenne Grabungen, bei denen "nur" mit dem Industriesauger geputzt wird und Besen u.ä. "verboten" sind. gerade Mauerzüge lassen sich problemlos mit dem Sauger säubern. Bei meinem ersten Wallschnitt durfte ich da noch mit Bürste und Handfeger Steine polieren ... echt ätzend!
  • hi hi...
    besser ist römische ziegelmauer putzen, dann ist feierabend und in der nacht regnet es so richtig geil und am nächsten morgen wieder putzen und dann den ganzen sch...
    1:10 zeichnen! und wofür?

    "äh nee, in die publikation kann das nicht, das sagt ja nichts aus."

    lieber noch ungeborener archäologe,
    der du in 100 jahren diese zeichnung aus den akten kramst:ich wünsche mir von herzen, dass wenigstens DU was damit anfangen kannst...arf.gif




    bei meiner staubsaugerfrage hatte ich eigentlich eher gräber im kopf. das stelle ich mir schon praktisch vor, wenn man zwischen den rippen einfach saugen kann und keinen spatel braucht. also wie ist das nun? wird dann der innhalt nochmal gesiebt oder wie geht man da vor?

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