Protestiert gegen Kahlschlag in der Archäologie Bayerns

Liebe ForumsteilnehmerInnen,
die Bay. Regierung möchte die jährlichen Mittel für Ausgrabungen u.ä. um 65% kürzen. Deshalb der Aufruf an alle (nicht nur bayerischen) Archäologen und Interessierte, an die archäologischen und historischen Vereine, Institute und Museen, bei den Landtagsabgeordneten und der Bay. Staatsregierung zu protestieren. Die ganze Sache ist dringend, da der Haushalt demnächst beraten wird.
Wär' schön, wenn Ihr mitmacht und vielleicht Eure Lobby aktiviert!
Grüße
Arne

Als Beispiel der Text des Schreibens der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, der an alle Landtagsabgeordneten gehen wird:

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Protest gegen den Kahlschlag in der Archäologie in Bayern

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir aus der Presse ( z.B. SZ 23.10.2002) entnehmen mussten, ist im Haushaltsentwurf 2003/4 der Bayerischen Staatsregierung vorgesehen, den Etat für die „operativen Mittel“ in der Bodendenkmalpflege um 65% zu kürzen: Statt wie bisher 1,5 Millionen Euro sollen pro Jahr nur noch 550000 Euro zur Verfügung stehen.

Dies stellt einen finanziellen Kahlschlag der Archäologie in Bayern dar, gegen den wir als Archäologen und als ehrenamtlich in der Archäologie Tätigen energisch protestieren. Anstelle einer Kürzung wäre eine Erhöhung den tatsächlichen Erfordernissen angemessen.

Hat die Archäologie schon in den vergangenen Jahren unter stetigen Kürzungen des Etats gelitten, wird die vorgesehene Kürzung das Ende der im Rahmen von Baumaßnahmen anfallenden Notgrabungen herbeiführen, und damit die Zerstörung und den Verlust unersetzlicher Geschichtsquellen bedeuten.

Zusammen mit der Reduzierung noch möglicher Grabungen auf ein Minimum führt dies zu einem Stillstand der wissenschaftlichen Erforschung der Frühgeschichte Bayerns und der Entwicklung seiner Kultur. Die absehbare Handlungsunfähigkeit der staatlichen Archäologie wird in letzter Konsequenz zu einem Ausverkauf der frühen bayerischen Geschichte führen. Bodendenkmäler sind ein nicht nachwachsender Rohstoff.

Die einstmals in Deutschland führende bayerische Landesarchäologie wird bundesweit nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Die im Boden verborgenen Zeugnisse reichen von den Anfängen im Eiszeitalter über die Neandertaler, die Jäger und Sammler der Steinzeit, die ersten Bauern, die Kelten, Römer und Bajuwaren bis in die jüngere Vergangenheit. Eine noch stärkere Zerstörung der im Boden erhaltenen Kulturdenkmäler, als es ohnehin schon geschieht, darf sich der Freistaat Bayern, in dem die Kulturpflege Verfassungsrang hat, nicht leisten.

Wir bitten Sie, sich bei der Bayerischen Staatsregierung, insbesondere den Mitgliedern des Haushaltsausschusses, für die Zurücknahme der Kürzungen im Etat der Bodendenkmalpflege einzusetzen.
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